23. März 2017

Wildes Wien – Die Großstadt als attraktiver Lebensraum für Wildtiere

Wildtiere in Wien

In Wien, Österreichs bevölkerungsreichster Stadt, leben rund 1,8 Millionen Menschen auf einer Fläche von etwa 415 km2. Fast die Hälfte des Stadtgebietes, ca. 200 km2, besteht aus Wiesen, Buschland und Wäldern wie städtischen Grünanlagen und privaten Gärten. Nicht zu vergessen der Wald- und Wiesengürtel und die ausgedehnten Erholungsflächen in Teilen des Nationalparks Donau-Auen. Das alles zusammen ergibt einen attraktiven Lebensraum für tausende Wildtiere in Wien.

Selbst in den Innenbezirken prägen Bäume am Straßenrand und Parks das Stadtbild: Die Grünflächen im „steinernen Herzen Wiens“ umfassen 318 Hektar und damit rund ein Sechstel der Gesamtfläche.

Stadt und Natur bzw. Wildnis schließen sich also nicht automatisch aus. So kommt es, dass es selbst in Wien „Wildlife“ gibt. Wildtiere leben direkt unter uns. Die Vielfalt der wildlebenden Tiere im Siedlungsraum ist groß – sie reicht vom

Fuchs über den Dachs und den Waschbär zum Marder, vom Reh über das Wildschwein zum Rothirsch, vom Biber über die Bisamratte zum Ziesel, vom Feldhasen über das Wildkaninchen zur Fledermaus.

Man findet sie in den Gärten an der Peripherie, auf Feldern, in den Praterauen, in Parks und Schlossgärten, in der Lobau, auf Friedhöfen, auf der Donauinsel und an vielen anderen Orten. Im urbanen Raum leben 74 Säugetierarten – Heimtiere nicht mitgerechnet.

Rund 5.360 Wildtiere wurden alleine seit Frühjahr 2015 in Wien gesichtet und der Plattform StadtWildTiere gemeldet. Eine genaue Zahl gibt es nicht, allerdings Schätzungen von rund 4.000 Füchsen, 2.000 Steinmardern, 240 Bibern, 200 Dachsen, 5.000 Mauersegler-Paaren und 252 Turmfalken-Brutpaaren.

Naturschutz und Tierschutz: Die Grünraumpolitik der Stadt Wien lässt dort, wo es möglich ist, wildnisähnliche Entwicklungen zu bzw. fördert ganz bewusst die Eigendynamik biologischer Entwicklungsprozesse.

Ganzjährig findet das Wild ein gutes Nahrungsangebot, seien es Speisereste in Abfalleimern und auf Komposthaufen, Futterstellen für Vögel, Reste von Hunde- und Katzenfutter, Gemüsebeete, Fallobst, Schnecken, Regenwürmer, Mäuse und Ratten.

Gebäudefassaden eignen sich hervorragend als Nistplätze für manche Vogelarten; Grünräume wie Parkanlagen, Alleen oder die Umgebung von Wohnsiedlungen sind für wildlebende Tierarten ebenso Lebensraum wie für den Menschen. Klimatisch sorgen höhere Temperaturen, trockenere Luft und schwächere Winde speziell im Winter für das Überleben von Jungtieren.

WEITERLESEN: Fuchs, Dachs, Wildschwein
Wie verhalte ich mich, wenn plötzlich ein Tier vor mir steht?

Jagd & Natur

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