In Wien, Österreichs bevölkerungsreichster Stadt, leben fast 2 Millionen Menschen auf einer Fläche von etwa 415 km2. Fast die Hälfte des Stadtgebietes, ca. 200 km2, besteht aus Wiesen, Buschland und Wäldern wie städtischen Grünanlagen und privaten Gärten. Das ist ein Spitzenwert, auch weltweit gesehen.

Und das Schönste: Die meisten Grünflächen sind öffentlich zugänglich und somit wahre Naherholungsgebiete für die Wienerinnen und Wiener. Denken wir zum Beispiel an den Prater, die Donauinsel, den Lainzer Tiergarten und zahlreiche weitere Parkanlagen. Nicht zu vergessen sind der Wienerwald und der Wiesengürtel im Norden und Nordosten der Stadt sowie die ausgedehnten Erholungsflächen in Teilen des Nationalparks Donau-Auen, sowie die Lobau. Insgesamt ist rund ein Drittel der Stadt, fast 13.000 Hektar, grün und für alle nutzbar.

Das alles zusammen ergibt einen attraktiven Lebensraum für tausende

WIDLTIERE
IN WIEN

Selbst in den Innenbezirken prägen Bäume am Straßenrand und Parks das Stadtbild: Die Grünflächen im „steinernen Herzen Wiens“ umfassen 318 Hektar und damit rund ein Sechstel der Gesamtfläche.

Stadt und Natur bzw. Wildnis schließen sich also nicht automatisch aus. So kommt es, dass es selbst in Wien „Wildlife“ gibt. Wildtiere leben direkt unter uns. Die Vielfalt der wildlebenden Tiere im Siedlungsraum ist groß – sie reicht vom

Fuchs über den Dachs und den Waschbär zum Marder, vom Reh über das Wildschwein zum Rothirsch, vom Biber über die Bisamratte zum Ziesel, vom Feldhasen über das Wildkaninchen zur Fledermaus.

Man findet sie in den Gärten an der Peripherie, auf Feldern, in den Praterauen, in Parks und Schlossgärten, in der Lobau, auf Friedhöfen, auf der Donauinsel und an vielen anderen Orten. Im urbanen Raum leben über 70 Säugetierarten – Heimtiere nicht mitgerechnet.

Rund 4.150 Wildtiere wurden im Zeitraum Jänner 2019 bis Oktober 2021 in Wien gesichtet und der Plattform StadtWildTiere gemeldet. Das häufigst eingemeldete Tier in diesem Zeitraum ist der Fuchs mit 464 Sichtungen im genannten Zeitraum. Auf den Plätzen 2 bis 10 folgen:

Naturschutz und Tierschutz: Die Grünraumpolitik der Stadt Wien lässt dort, wo es möglich ist, wildnisähnliche Entwicklungen zu bzw. fördert ganz bewusst die Eigendynamik biologischer Entwicklungsprozesse.

Ganzjährig findet das Wild ein gutes Nahrungsangebot, seien es Speisereste in Abfalleimern und auf Komposthaufen, Futterstellen für Vögel, Reste von Hunde- und Katzenfutter, Gemüsebeete, Fallobst, Schnecken, Regenwürmer, Mäuse und Ratten.

Gebäudefassaden eignen sich hervorragend als Nistplätze für manche Vogelarten; Grünräume wie Parkanlagen, Alleen oder die Umgebung von Wohnsiedlungen sind für wildlebende Tierarten ebenso Lebensraum wie für den Menschen. Klimatisch sorgen höhere Temperaturen, trockenere Luft und schwächere Winde speziell im Winter für das Überleben von Jungtieren.

UNSERE
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Bildquellen für diesen Beitrag: Jagdfakten.at/L. Molter

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