Sie fragen sich, wovon Jäger sprechen, wenn sie von „Rauschzeit“ reden?
Sie bezeichnen so die Paarungszeit der Wildschweine.

Die „Rauschzeit“ fällt in der Regel in die Zeit zwischen Oktober und März, wobei die Hauptzeit die Wintermonate November bis Jänner sind. Achten Sie in dieser Zeit besonders auf Ihr Verhalten im Wald, insbesondere wenn Sie Wildschweinen begegnen.

LESEN SIE HIER, WORAUF SIE BESONDERS ACHTEN SOLLTEN:

WILDSCHWEIN
RAUSCHZEIT

Wildschweine – in der Weidsprache auch „Schwarzwild“ genannt – sind eigentlich nicht gefährlich, normalerweise gehen sie den Menschen aus dem Weg. Wenn ein Wildschwein auf einen Menschen losgeht, dann nur, weil es sich zur Wehr setzt oder weil es den Nachwuchs beschützen will.

Speziell in der Wildschwein Rauschzeit warnen Österreichs Jäger davor, die gekennzeichneten Wege zu verlassen. Prinzipiell ist es ganzjährig untersagt ins Unterholz zu gehen. Aber vor allem in der Zeit, in der Keiler ihre Hierarchiekämpfe austragen, Bachen ihre Frischlinge in Wurfkesseln haben bzw. als führende Bachen unterwegs sind, ist besondere Vorsicht geboten.

Sehr wichtig ist es in der Wildschwein Rauschzeit den Hund nicht ohne Leine im Wald laufen zu lassen. Hunde folgen ihren Instinkten, gehen ins Unterholz und stören dadurch den Naturraum des Schwarzwildes.

Was tun, wenn Sie auf Wildschweine treffen? Tipps der Jäger:

→ Laufen Sie auf Wildschweine niemals zu.
→ Verfolgen Sie sie nicht.
→ Treiben Sie Schwarzwild nicht in die Enge.
→ Verhalten Sie sich ruhig, schreien Sie nicht.
→ Vermeiden Sie hektische Bewegungen:
→ Bewegen Sie sich von den Wildschweinen weg.
→ Fassen Sie ein Wildschwein nicht an und streicheln sie es nicht – erst recht nicht die Frischlinge.

Weitere Tipps für die Begegnung mit Wildtieren:

WANN SIND WILDSCHWEINE
IN DER RAUSCHZEIT

Die Wildschwein Rauschzeit kann in unseren Regionen bereits im Oktober beginnen und bis in den März hinein andauern.

Der Höhepunkt der Paarungszeit ist im Dezember. Wann die Rauschzeit anfängt, bestimmen die Bachen – also die weilbichen Wildschweine. Genauer gesagt die jeweiligen Leitbachen der einzelnen Rotten. Diese werden zuerst „rauschig“, dann folgen die älteren Bachen, die Überläuferbachen und zuletzt sogar die Frischlingsbachen.

Diese Abfolge, beginnend mit der Leitbache, wird in der Fachsprache auch Paarungssynchronisation genannt. Die Keiler – also die männlichen Wildschweine – stoßen erst dann zur Rotte, wenn die Bachen rauschig sind. Wurden alle befruchtungsfähigen Bachen befruchtet, verlässt der Keiler, der prinzipiell das ganze Jahr über paarungsbereit ist, die Rotte wieder.

Nach einer Tragezeit von rund vier Monaten (114 – 118 Tage) kommen die Frischlinge zur Welt. Dafür bauen Bachen sogenannte Wurfkessel, die die neu geborenen Frischlinge nach bereits einer Woche verlassen und ihrer Mutter bei der Nahrungssuche folgen.

HIERARCHIEKÄMPFE
DER KEILER

Das Imponiergehabe und der Kampf um die Weibchen ist bei den Wildschweinen klaren Ritualen unterworfen. Es handelt sich um harte Hierarchiekämpfe die erst dann enden, wenn ein Keiler abzieht. Bis es soweit ist, kann es ab und an sogar zu Verletzungen kommen.

In der Regel scharren die Keiler mit den Hinterbeinen, verspritzen Urin und wetzen ihre Kiefer. Häufig bildet sich dabei Speichelschaum am Maul. Die konkurrierenden Keiler umkreisen und beobachten einander, was schließlich in Schulterkämpfe übergeht. Das ist oft ein Zeitpunkt an dem eines der beiden Männchen die Flucht ergreift. Passiert das nicht, kommt es zum echten Kampf: Dabei werden schließlich auch die Eckzähne der Unterkiefer – die Hauer – eingesetzt und mit gezielten Hieben gegen Bauch und Körperseite geschlagen. Blutende Verletzungen stehen dabei an der Tagesordnung.

SOZIALES VERHALTEN
DER WILDSCHWEINE

Schweine gelten generell als Kontakttiere. Wildschweine leben in Rotten zusammen. Außerhalb der Rauschzeit besteht eine Rotte aus einer alten Leitbache, wenigen jüngeren Bachen und Frischlingen sowie Überläufern besteht. Eine solcher Familienverband besteht durchschnittlich aus 6 – 20 Tieren.

Keiler sind nicht Bestandteil einer Rotte. Sie leben als Einzelgänger und werden nur in der Rauschzeit im Verband geduldet.

Wussten Sie, dass
… Wildschweine bis zu 50 km/h schnell laufen können?

UNSERE
LESE-EMPFEHLUNG

Bildquellen für diesen Beitrag: Jagdfakten.at/L. Molter

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