19. April 2019

Jagdbare Wildarten: Der Feldhase

Hasen und damit auch Feldhasen gehören zur Familie der Hasenartigen und sind durch zahlreiche Einbürgerungen heute auf nahezu allen Kontinenten der Welt vertreten. Finden Sie hier einen kurzen

Steckbrief: Feldhase

Name: Feldhase (lepus europaeus)

Männlich: Rammler
Weiblich: Häsin
Junge: Junghase

Tierfamilie: Haarwild, Hasenartige, Hasen

 

 

Größe: Kopf-Rumpf-Länge 40 – 70 cm
Schwanzlänge (Blume) 6 – 13 cm;

Gewicht: 3 bis 5 Kilogramm

Paarungszeit (Rammelzeit): in Mitteleuropa Februar bis September

Trächtigkeitsdauer: rund 40 Tage

Geburt der Jungen (Satzzeit): März bis Oktober

Junge: 1 – 3 Junge bis zu 4 Mal pro Jahr

 

Aktivitätszeit & Lebensraum:

Der Feldhase ist in der Regel tagaktiv. In der Dämmerung sind Feldhasen auf dem offenen Feld aktiv, bevorzugen sonst allerdings eine geschützte Umgebung.

Als ursprünglicher Steppenbewohner hat der Feldhase in Europa erst Fuß gefasst, nachdem zunehmend Wälder gerodet und Ackerbaugebiete ausgedehnt wurden. Die mit Abstand größten Hasendichten kommen in stark landwirtschaftlich genutzten Ackerbaubereichen vor. Zumeist lebt er auf Feldfluren, seltener in Wäldern.

Der Feldhase ist über weite Teile Europas verbreitet. Selten aber doch bewohnt er auch Dünen an Meeresküsten sowie Hochlagen im Gebirge.

 

Aussehen & Merkmale:

Das Fell des Feldhasen ist zum Großteil erdfarben, nur das Bauchfell ist weiß. Im Gegensatz zur ganzjährig rein weißen Blume (Schwanz) des Schneehasen ist die Blume des Feldhasen nur an der Unterseite weiß und sonst schwarz.

Seine Löffel (Ohren) sind mit einer Länge von 8 – 13 cm deutlich größer als jene des Wildkaninchens und an ihren Spitzen ebenfalls schwarz.

Die großen, hellbraunen Seher (Augen) sitzen seitlich am Kopf und ermöglichen dem Hasen die Umgebung im Umkreis von 360 Grad rundum zu überblicken. Das ist für den Feldhasen auch wichtig, um auf dem freien Feld mögliche Feinde rasch erblicken zu können.

Die bis zu 19 cm langen Sprünge (Hinterläufe, Hinterbeine) des Feldhasen weisen nur vier Zehen auf und sind fast doppelt so lang wie die fünfzehigen Vorderläufe. In puncto Aussehen und Gewicht gibt es keinen Unterschied zwischen Häsin und Rammler. Da die Hoden der Rammler außerhalb der Rammelzeit in der Bauchhöhle liegen, ist die Unterscheidung der Geschlechter schwierig.

 

Die Augen des Feldhasen sitzen seitlich und ermöglichen so ein 360-Grad-Blickfeld. Foto: Pixabay)

 

Feldhase – Allgemeines:

Hasen leben eher einzelgängerisch bzw. in kleineren Gruppen in offenen Landschaften. Tagsüber lagern sie gerne in ihren „Sassen“ (Lagern), von denen jeder Hase mehrere besitzt. Bei Gefahr „drücken“ sich Hasen, das heißt sie bleiben möglichst lange unbeweglich liegen und vertrauen auf ihre Tarnung.

Sie verbringen viel Zeit mit Körperpflege. Da sie an ihren Läufen keine Duftdrüsen haben, werden während des Putzens Duftstoffe aus den Wangendrüsen auf das Haar der Läufe übertragen, die dann den Geruch der Hasenspur ausmachen.

 

Ernährung:

Feldhasen sind reine Pflanzenfresser. In Waldgebieten zählen neben Kräutern, Gräsern, Früchten auch Knospen, junge Triebe und Baumrinden zu seiner Nahrung. Auf dem Feld kommen auch landwirtschaftliche Nutzpflanzen dazu.

Eine vielfältige Nahrung ist für sie wichtig. Monokulturen bieten keine ausreichende Nahrungsgrundlage. Hasen haben – wie das Wildkaninchen – zwei Arten von Kot: auch Hasenlosung genannt. Der Erste, der sogenannte Bilddarmkot (Blinddarmlosung), wird wieder aufgenommen und ein zweites Mal verdaut.

Feldhasen gelten als Kulturflüchter. Gemeint ist damit, dass sie in einer stark kultivierten Landschaft ohne Blühstreifen, Hecken und kleinen Feldgehölzen nur schwer zu recht kommen. Das ist anders als bei Kulturfolgern wie Wildschweine, Rehwild und Rotfuchs.

Einmal im Jahr leiden Hasen unter dem sogenannten „Ernteschock“. Dieser Zustand tritt ein, wenn die Felder abgeerntet werden und dadurch Futterquelle und Deckung zeitgleich verschwinden. In dieser Zeit des Jahres sind Hasen besonders gefährdet, da sie für ihre Fressfeinde besonders gut zu sehen sind.

Um dem Ernteschock entgegen zu wirken und den Lebensraum des Feldhasen zu erhalten, setzt die Jägerschaft zusammen mit Grundbesitzern lebensraumverbessernde Maßnahmen, wie zum Beispiel die Anlage von Blühstreifen und dem Anpflanzen von Hecken.

 

Der Rotfuchs zählt zu den natürlichen Fressfeinden des Feldhasen. Foto: Pixbay

 

Fortpflanzung:

Ein bis drei Mal bringt eine Häsin Junghasen zur Welt, selten auch vier Mal. Möglich ist das, da die Häsin noch während sie ihre Jungen austrägt, bereits neu befruchtet werden kann. Dieses Phänomen nennt man in der Fachsprache Superfötation oder doppelte Befruchtung.

Vor der Paarung zeigt sich die Häsin zunächst spröde und zurückhaltend, verliert im Laufe des Werbens des Rammlers aber ihre Scheue. Nach einigen Tagen kommt es dann zum Paarungslauf und zur Paarung. Zwischen den werbenden Rammlern kann es zu heftigen, meist aber harmlosen Auseinandersetzungen kommen.

Feldhasen werden behaart und sehend geboren. Daher sind sie – im Gegensatz zum Wildkaninchen – sogenannte Nestflüchter. Die Junghasen werden etwa vier Wochen lang gesäugt, wobei ab der dritten Woche zusätzlich bereits feste Nahrung aufgenommen wird. Mit rund sieben Monaten ist der Feldhase erwachsen.

 

Junghasen sind von der Geburt an behaart und können sehen. Sie zählen zu den sogenannten „Nestflüchtern“. Foto: Pixabay

 

Für das Aufkommen der Junghasen spielt die Witterung eine wesentliche Rolle. Nasse und kalte Witterung ist ungünstig. Auch können Krankheiten wie Virusinfektionen, bzw. bakterielle-, parasitäre- und Pilzerkrankungen zu starken Bestandseinbrüchen führen.

Unter den natürlichen Feinden ist vor allem der Rotfuchs zu nennen. Junghasen können aber auch von kleineren Raubtieren, wie Rabenvögeln oder auch Hauskatzen erbeutet werden.

In erster Linie spielt jedoch die Lebensraumqualität die entscheidende Rolle für den Feldhasenbestand. Auf Grund der hohen Jungensterblichkeit beträgt der Zuwachs pro Häsin im Durchschnitt nur zwei bis drei Junge, was etwa einem „Satz“ entspricht.

Um in guten Hasengebieten eine Überpopulation und somit Krankheiten, wie der Hasenpest vor zu beugen, wird maximal die Hälfte des Feldhasenbesatzes durch die Jagd entnommen. Wobei rund 20 Prozent der hasengerechten Revierflächen in der Regel nicht bejagt werden.

 

Unterschied zwischen Feldhasen und Wildkaninchen:

Wildkaninchen sind kleiner und gedrungener als Hasen. Sie sind nicht so sehr auf den schnellen, langen Lauf, sondern auf den kurzen Sprint in den nächsten Unterschlupf hin entwickelt. Daher sind ihre Hinterläufe, auch „Springer“ genannt, kürzer und nicht so kräftig ausgeprägt wie jene des Feldhasen. Die Löffel (Ohren) der Kaninchen sind deutlich kürzer und abgerundet.

Hasen sind größer und leben am freien Feld bzw. benötigen Deckung wie Hecken und Feldgehölzen. Wildkaninchen hingegen graben unterirdische Bausysteme. Zudem leben Kaninchen in Gruppen von bis zu zwölf Tieren, Hasen sind eher einzelgängerisch bzw. leben in kleineren Gruppen.

Übrigens: Eine erfolgreiche Paarung (Kreuzung) zwischen Wildkaninchen und Feldhasen gibt es aufgrund ihrer unterschiedlichen Chromosomenzahl nicht.

 

Beobachtung von Feldhasen:

Feldhasen haben Streifgebiete von bis zu 50 Hektar, in denen sie mehrere Lager (Sassen) haben. Sie sind eher in den Tagesrandzeiten als untertags und während des Paarungslauf in der Rammelzeit zu beobachten.

Auf dem Weg zur Äsung (Nahrungsaufnahme) hoppelt der Hase gemütlich Stück für Stück weiter. Nimmt er etwas wahr, macht er einen „Kegel“ indem er sich aufrichtet. Bei Gefahr flüchtet er dank seiner kräftigen Hinterläufe (Sprünge oder Springer) in sein nächstes Lager und „drückt“ sich.

 

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