21. Dezember 2018

Lebensraum Berge

Kennen Sie den Film „Der Engländer, der auf einen Hügel stieg und von einem Berg herunterkam“ mit Hugh Grant? In dem Film mit diesem ungewöhnlich langen Namen streiten sich die Einheimischen, ob die Anhöhe vor ihren Toren nun ein Hügel, oder schon ein Berg ist. Entscheidend sei nämlich die Höhe und diese wird von Landvermessern festgelegt.

Ist das tatsächlich so? Erfahren Sie in diesem Artikel:

  • Wann ist ein Berg ein Berg?
  • Woher kommt das Wort Berg?
  • Welche Vegetation finden wir auf den heimischen Bergen?
  • Lebensraum Berg: Welche Tiere haben ihren Lebensraum in den Bergen?

 

Woran erkennt man einen Berg?

Das Wort BERG leitet sich vom mittelhochdeutschen Wort „berc“ bzw. dem althochdeutschen Wort „perac“ ab und kommt auch in den nordischen Sprachen und im Gotischen vor.

Eine klare allgemeingültige Definition, ab wann ein Berg ein Berg ist, gibt es nicht. Was bei sämtlichen Begriffserklärungen vorkommt, sind jedoch zwei Wesensmerkmale:

  1. Zum einen braucht ein Berg eine gewisse Dominanz und Präsenz, muss sich also von seiner Umgebung abheben.
  2. Zum anderen ist die Entfernung zum nächsten Gipfel und die Höhenmeter, die man absteigen muss, um zum nächsten Berg aufzusteigen ausschlaggebend.

Was unterscheidet den Berg nun von einem Hügel?

Vereinfacht gesagt ist der Berg in der Regel höher und auch steiler. Der höchste Berg Österreichs ist übrigens der Großglockner mit 3.798 Meter. Er liegt im Nationalpark Hohe Tauern an der Grenze von Osttirol und Kärnten.

 

Berge und ihre Klimazonen

Je höher wir rauf kommen, desto kälter wird es. In der Regel nimmt die Temperatur rund 0,5 Grad je 100 Höhenmeter ab. Manchmal auch etwas mehr. Der Grund dafür ist zum einen der geringere Luftdruck und zum anderen die geringere Bodenfläche, die Wärme speichert.

Bäume halten Temperaturen von -50 Grad und weniger aus

Mit sinkender Temperatur verkürzt sich auch die Vegetationszeit. Hier gilt die Faustregel von zirka einer Woche weniger pro 100 Höhenmeter. Daher nimmt die Vegetation mit der Höhe auch ab.

Obwohl Bäume Temperaturen von -50 Grad und weniger aushalten, wachsen sie ab einer gewissen Höhe nicht mehr, weil die Vegetationsphase zu kurz, bzw. die Witterung zu schlecht ist.

Vegetation am Berg

In der Schule haben wir von Laubwald, Mischwald, Nadelwald, Waldgrenze, Baumgrenze, Moos- und Latschengürtel und ewiges Eis gelernt. Vereinfacht dargestellt sieht das dann so aus:

 

Vegetation am Berg, Grafik, Jagdfakten Österreich

 

Je höher am Berg – desto niedriger die Pflanze. Dafür gibt es eine ganz einfache Erklärung: Die Vegetation passt sich den Witterungsbedingungen an. Niedrige Pflanzen genießen im Winter den Schutz der Schneedecke. Zudem trotzen bodennahe Pflanzen viel eher den oft stürmischen Winden.

Wie bereits erklärt, verkürzt sich die Vegetationsphase je höher man hinaufkommt. Den Pflanzen bleibt oft wenig Zeit, um zwischen dem letzten Schnee im Frühjahr und dem ersten Schnee im Herbst auszutreiben, zu blühen und Samen zu produzieren. Es wäre aber nicht die Natur würde sie nicht auch dafür Wege finden, um überleben zu können:

Ein Beispiel dafür ist die Farbenpracht mancher Pflanzen. Biologen erklären das mit der, auf Grund der Höhenlage, geringeren Zahl an blütenbestäubenden Insekten. Die kräftigen Farben helfen diese Insekten dennoch anzulocken. Typischer Vertreter ist beispielsweise der Enzian (Gentiana clusii) bzw. der „Almrausch“, die rostbraune Alpenrose (Rhododendron ferrugineum).

„Almrausch“ (Rhododendron ferrugineum)

Enzian (Gentiana clusii)

 

Berge sind Wasserspeicher

Gerade Städter gehen wegen der guten Luft gerne in die Berge. Viel wichtiger sind sie jedoch als „Wasserspeicher“:

  • Als Trinkwasserquelle: Das Wiener Leitungswasser kommt via Hochquellwasserleitung aus dem Rax-Schneeberg-Gebiet.
  • Zur Wasserversorgung für die Landwirtschaft: Zahlreiche Flüsse entspringen in Gebirgsregionen und versorgen im Zuge ihres Verlaufs landwirtschaftlich genutzte Flächen.
  • Als Wasserspeicher für Energieversorger: Dank Stauseen die Regen- und Schmelzwasser auffangen kann die Kraft des Wassers in umweltfreundlichen Strom umgewandelt werden.

 

Lebensraum Berg – ein Zuhause für Wildtiere

Auch die auf den Bergen lebenden Wildtiere haben sich den Bedingungen angepasst. Steinböcke und Gämse zum Beispiel sind hervorragende Kletterer und finden sich in den oft karstigen Regionen hervorragend zurecht.

Steinbock (c) Ernst Zauser

Das Murmeltier lebt in Kolonien zusammen und macht einen ausgedehnten Winterschlaf während der langen kalten Wintermonate. Dieser kann sechs bis sieben Monate dauern. Dabei kuscheln sich die Tiere in ihren unterirdischen Bauten zusammen, um sich gegenseitig zu wärmen.

Auch der Schneehase lebt in großen Gruppen und hat sich angepasst. Als Verwandter des Feldhasen hat er im Sommer wie ebendieser ein braunes Fell, das sich im Winter zum Schutz weiß färbt.

Schneehasen schützen sich, indem sie ihr Fell der Umgebung anpassen. Bei ausbleibendem Schnee sind sie allerdings auf dem Präsentierteller.

Die Gemeinsamkeit dieser Tiere ist, dass sie sich von Kräutern, Gräsern, Beeren und Hölzern ernähren, also von dem was die Natur in Bergregionen anbietet. Diese Tiere verbindet aber auch ein gemeinsamer Feind: Der Steinadler. Er jagt nämlich Murmeltiere, Schneehasen und Jungtiere von Gams und Steinbock. Für ausgewachsene Gämse und Steinböcke sind vor allem Lawinen eine Gefahr.

 

Unberührte Natur schützen

Immer mehr Menschen genießen Österreichs Bergregionen, deren Schönheit wir oft der mühevollen Arbeit von Bergbauern verdanken. Damit auch nachfolgende Generationen diese Schönheit genießen können, ist es unser aller Angelegenheit darauf aufzupassen. Helfen Sie mit indem Sie keinen Abfall hinterlassen, indem Sie den Lebensraum der Tiere achten und indem Sie ausschließlich markierte Wege benützen.

 

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