14. Dezember 2018

Winterschlaf Winterruhe Winterstarre: Wer schläft wann?

Im Spätherbst und Frühwinter sind viele Kinder in der Natur draußen. Sie freuen sich über den ersten Schnee und bestaunen Spuren die sie darin finden. Bei Ausflügen mit den Eltern, dem Kindergarten, der Schule, aber auch bei geführten Touren mit BiologInnen, erfahren sie dann:

wie sich die Tiere im Winter verhalten

Was sie essen, wie sie sich warmhalten und ob sie Winterruhe oder Winterschlaf halten oder sogar in Winterstarre verfallen. In diesem Artikel erfahren Sie kurz und kompakt:

  • Was ist der Unterschied zwischen Winterruhe und Winterschlaf?
  • Was bedeutet Winterstarre?
  • Warum ziehen manche Vogelarten in den Süden?
  • Was Frostschutz mit Insekten zu tun hat?

 

Auf die Flügel – fertig – los

In diesen Tagen verlassen die letzten Zugvögel unser Land und ziehen Richtung Süden. Wann sie losfliegen hängt, davon ab, ob sie Langstreckenzieher oder Kurzstreckenzieher sind. Erstere fliegen tausende Kilometer bis in den Zentralraum von Afrika und manche sogar in den Norden von Südafrika.

Und so verlassen die Langstreckenzieher – wie Kukuck, Storch, Mauersegler oder Nachtigall – bereits im (Spät-)Sommer unsere Breiten.

Rotkehlchen und Star, zwei der bekanntesten Kurzstreckenzieher, starten ihren Flug ins Winterquartier erst deutlich später. Sie fliegen nach Westeuropa bzw. in den Mittelmeerraum.

Für manche Vogelarten ist Österreich das Winterquartier. Das sind in der Regel Vögel, die den Sommer weiter im Norden verbringen, dort brüten und in der kälteren Jahreszeit zu uns kommen – z.B.:

  • Buchfinken,
  • Zeisige oder die
  • Saatkrähe

Der Buchfink (Fringilla coelebs) gehört zur Familie der Finken (Fringillidae) und ist ein Singvogel

Die Saatkrähe (Corvus frugilegus) gehört zur Familie der Rabenvögel (Corvidae)

Als Standvögel bezeichnet man Vogelarten die ganzjährig an einem Ort verweilen und nicht wegziehen. In Österreich sind das zum Beispiel:

  • Spatz
  • Amsel
  • Kohlmeise
  • Habicht
  • Specht oder viele
  • Greifvögel

Die Kohlmeise (Parus major) ist die am weitesten verbreitete Meisenart in Europa

Eines ist noch wichtig: In der Regel ziehen Vögel nicht weiter in den Süden weil ihnen zu kalt ist. Der Hauptgrund ist, dass sie kein Futter, zumeist Insekten nicht mehr vorfinden. Weiterführende Informationen zum Vogelzug finden Sie zum Beispiel auf der Webseite des „Nationalpark Neusiedlersee“

 

WINTERSCHLAF: Bitte nicht stören!

Wer Winterschlaf hält, schläft je nach Region und Witterung über einen langen Zeitraum, der sogar mehrere Monate andauern kann, durch. Die Körpertemperatur wird dabei auf einen niedrigen einstelligen Wert herabgesenkt und der Herzschlag auf oft nur zwei bis drei Schläge pro Minute reduziert.

Folgende Tiere halten beispielsweise einen Winterschlaf:

  • Igel
  • Siebenschläfer
  • Fledermäuse
  • Feldmäuse
  • Murmeltiere
  • Hamster, …

Das Alpenmurmeltier (Marmota marmota)

Manche Tiere halten ihren Winterschlaf in Komposthaufen bzw. unter Laub und Reisig: Seien Sie daher im Herbst und Winter besonders vorsichtig, wenn Sie z.B. Laub wegräumen – es könnten sich Tiere drin verstecken!

Wer Tiere die, Winterschlaf halten weckt, gefährdet diese ungemein.

Denn Tiere, wie zum Beispiel der Igel, können nur deswegen überwintern, weil es ihnen gelingt ihren Energieverbrauch drastisch zu reduzieren. Werden diese Tiere geweckt, so werden Körpertemperatur und Herzschlag binnen weniger Stunden auf „normale“ Werte erhöht, was einen enormen Energieverbrauch bedeutet. Dabei werden große Mengen des im Herbst angelegten Fettspeichers verbrannt.

Werden diese Tiere mehrmals geweckt, kann das ihren Tod bedeuten, da es im Winter für sie kaum eine Chance zur Nahrungsaufnahme gibt, um sich einen neuen Fettspeicher anzufressen.

Igel stehen unter Naturschutz

Daher unbedingt beachten: Tiere, die Winterschlaf halten, dürfen NICHT geweckt werden!

Hamster, die zu Hause in geheizten Räumen gehalten und mit Futter versorgt werden, halten keinen Winterschlaf. Gleiches gilt zum Beispiel für im Tierpark lebende Braunbären, die in der freien Natur lebend Winterruhe halten würden.

 

WINTERRUHE – es darf gegessen werden:

Auch die Winterruhe zieht sich über mehrere Monate. Zum Unterschied vom Winterschlaf gibt es jedoch immer wieder Wachphasen in denen die Tiere auch Nahrung aufnehmen. Mehr Nahrungsaufnahme ist nicht notwendig, da sich auch diese Tiere im Herbst einen Winterspeck anfressen und so problemlos über die kalten Monate kommen. Die Nahrung dafür haben diese Tiere im Herbst gesammelt. Ein Vorgang den vor allem Kinder, zum Beispiel bei den Eichhörnchen, sehr gerne beobachten.

Eine weitere Unterscheidung zwischen Winterruhe und Winterschlaf ist die Körpertemperatur. Zum Unterschied zum Winterschlaf wird sie bei der Winterruhe nur geringfügig oder gar nicht abgesenkt. Atmung und Herzschlag werden nur geringfügig minimiert und auch der Stoffwechsel findet in den Wachphasen statt.

Folgende Tiere halten beispielsweise eine Winterruhe:

  • Dachs
  • Waschbär
  • Braunbär
  • Eichhörnchen, …

Eichhörnchen sind typische Waldbewohner und ernähren sich primär von Samen und Früchten

WINTERSTARRE – völlig bewegungslos:

Winterstarre halten lediglich Wechselblüter. Diese können zum Unterschied von Warmblütern (Mensch, Säugetiere, Vögel) ihre Körpertemperatur an die Außentemperatur anpassen. Sinkt das Thermometer auf null Grad, verfallen diese Tiere in Winterstarre.

Der Zeitpunkt wird somit ausschließlich von der Temperatur und nicht von Verhaltensmustern oder dem Kalender beeinflusst. In dieser Zeit sind sie völlig bewegungslos. Es findet keine Nahrungsaufnahme, keine Bewegung, kein Stoffwechsel statt. Auch ein Aufwecken ist in diesem Zustand nicht möglich.

Zum Überwintern werden dennoch frostfreie Plätze gesucht, denn würden die Temperaturen zu tief sinken – bedeutet dies den sicheren Kältetod. Frösche zum Beispiel graben sich im Schlamm ein oder suchen Mäuselöcher; Insekten suchen oft in Baumritzen Unterschlupf.

Insekten verfügen zudem noch über ein Spezifikum. Diese Tiere können glycerinhaltige „Frostschutzmittelproteine“ erzeugen und ihre Körperflüssigkeiten so auch bei Minusgraden vor dem Gefrieren schützen. Der Schutz reicht bis zu einigen Minusgraden. Wird es über einen längeren Zeitraum extrem kalt, erfrieren aber auch sie.

Folgende Tiere verfallen beispielsweise in Winterstarre:

  • Reptilien (Schildkröten, Schlangen, …)
  • Amphibien bzw. Lurche (Frösche, Feuersalamander, …)
  • diverse Fische und
  • Insekten

Der Feuersalamander wird bis zu 23 cm lang. Typisch ist die gelbe bis orangefarbene Zeichnung

WEITERLESEN:

Igel überwintern – so  können sie helfen

Darf der Jäger füttern?

 

Fotos: Pixabay

Jagd & Natur

feines Rehgulasch, Jagdfakten.at

20. Dezember 2018

Feines Rehgulasch

Wildbret aus heimischen Revieren ist eine ausgesprochene Gaumenfreude und sehr einfach in der Zubereitung. Für dieses Rehgulasch planen Sie ungefähr ...

weiterlesen

Wildarten Biber Jagdfakten Österreich

29. August 2017

Wildarten: Biber

Biber – ein kurzer Steckbrief Name: Biber (castoridae) Tierfamilie: Nagetiere Größe: Kopf-Rumpf-Länge 83-100 cm, Schwanz 30-38 cm Gewicht: bis zu ...

weiterlesen

Diese Seite kann im Internet Explorer unter Version 9 nicht angezeigt werden. Bitte updaten Sie Ihren Internet Explorer oder laden Sie sich einen alternativen Browser herunter (zB. Firefox, Chrome etc.) Vielen Dank für Ihr Verständnis!