30. November 2018

Jagdbare Wildarten: Steinbock

Steinbock, Steinwild – ein kurzer Steckbrief

Name: Steinwild oder (Alpen-)Steinbock (Capra ibex)

Name männlich: Steinbock
Name weiblich: Steingeiß

Name des heranwachsenden Männchen: Bockkitz (im 1. Lebensjahr), Jahrlingsbock (im 2. Lebensjahr)
Name des heranwachsenden Weibchen: Geißkitz (im 1. Lebensjahr), Jahrlingsgeiß (im 2. Lebensjahr)

Tierfamilie: Schalenwild, Hornträger, Ziegenartige

 

Größe: Kopf-Rumpf-Länge (Bock) 110–160 cm, max. Schulterhöhe bis zu 100 cm, Kopf-Rumpf-Länge (Geiß) 95–135 cm, max. Schulterhöhe bis zu 90 cm, Schwanzlänge bis 12–15 cm

Gewicht: 65–100 kg (Bock) bzw. 35–50 kg (Geiß)

Brunftzeit: Dezember bis Jänner

Trächtigkeitsdauer: 23 – 25 Wochen

Setzzeit: Mai – Juni

Junge: 1, selten 2

 

Eine junge Steingeiß mit ihrem Kitz (c) Ernst Zauser

Aktivitätszeit:

Steinwild ist hauptsächlich tagaktiv.

Lebensraum:

Der bevorzugte Lebensraum dieser agilen Kletterkünstler ist felsiges Bergland bis zum Hochgebirge. Steinwild kommt bis in die Gletscherregion auf bis zu 3500 Meter Höhe vor. Früher war Steinwild im gesamten Alpenraum beheimatet.

Zunehmende Wilderei führte zu Beginn des 18. Jahrhunderts fast zum Aussterben dieser Wildart in Europa. Mit dem Aufkommen der Feuerwaffen in dieser Zeit wurde auch die Jagd stark erleichtert. Auch waren die Bestände von Gams-, Reh- und Rotwild im 18. Jahrhundert stark dezimiert. Die Folge war, dass viele Menschen hunger litten und zunehmend Steinwild wilderten. Weit verbreitet zu dieser Zeit war auch der Aberglaube, dass das Horn, Blut und das Herzkreuz (ein verhärteter Knorpel der Herzklappen) allerlei Heilkräfte besitzt.

Durch erfolgreiche Ansiedlungsprojekte, Hegemaßnahmen und Managementpläne durch Jäger gibt es heute wieder stabile Kolonien in Kärnten, Niederösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol und Vorarlberg.

Steinwild – Aussehen/Merkmale:

Das Fell des Steinwildes ist im Sommer hell- bis mittelbraun, wobei die Läufe dunkler gefärbt sind und der Bauch beinahe weiß ist.

Das Winterhaar ist kastanienbraun und wächst durch das Sommerfell hindurch. Somit erscheinen die Tiere dunkler und weniger kontrastreich. Die Wintersonne bleicht allerdings das dunkle Winterfell wieder aus. Im Frühjahr erscheinen die Tiere daher wieder heller bzw. fahler.

Der Haarwechsel findet beim Steinwild nur im Frühling statt.

 

Eine Steingeiß im Sommerfell. (Foto: Pixabay)

 

Beide Geschlechter tragen Hörner (Schläuche genannt). Die Hörner der männlichen Tiere sind länger, schwerer und gebogener als bei den weiblichen Tieren.

Je nach Alter und Lebensraum können die Hörner der Steinböcke über einen Meter lang und bis zu fünf kg schwer werden. Charakteristisch für die männlichen Tiere ist, ähnlich wie bei Ziegen, der kurze Kinnbart.

 

Hornlänge und Körpergröße geben Auskunft über die soziale Rangordnung (c) Ernst Zauser

Die Hörner der weiblichen Tiere sind mit einer Länge von bis zu 35 cm deutlich kürzer. Zudem fehlen den Geißen die ausgeprägten Wülste (Schmuckknoten).

Anhand der Hörner kann, vor allem bei den Böcken, das Alter auch aus der Distanz bestimmt werden. Als Faustregel gilt, dass beim Bock pro Jahr zwei Schmuckknoten wachsen.

Äußere Umweltfaktoren, wie Nahrungsangebot, Beunruhigung im Winter oder auch Krankheiten beeinflussen das Wachstum. Daher kann es vorkommen, dass nur ein beziehungsweise drei Schmuckknoten gebildet werden.

Ab einem Alter von ca. 9 Jahren wachsen allerdings nur noch Schmuckleisten und keine Knoten mehr.

 

Steinböcke klären weit vor der Brunft im Dezember die Rangordnung (c) Albert Mächler

Die Brunft des Steinwildes findet in den Wintermonaten Dezember bis Jänner statt. Bereits im Frühjahr wird unter den Böcken die Rangordnung ausgemacht. Dabei werden verschiedene Verhaltensweisen angewendet.

Nur wenn zwei Böcke gleich stark sind und das Imponiergehabe keine Wirkung zeigt, kommt es zu Kämpfen. Diese Kämpfe haben jedoch nicht zum Ziel den Konkurrenten zu töten. Junge Böcke wissen genau, dass sie sich nicht mit ihren älteren Artgenossen anlegen brauchen.

Steinwild – Allgemeines:

Ausserhalb der Brunftzeit lebt das Steinwild, wie auch das Rotwild, in nach Geschlechter getrennten Rudeln. Wobei sich die Jahrlinge meist noch im Geißrudel aufhalten. Vor allem ältere Böcke sind gerne auch als Einzelgänger unterwegs.

Steinwild gehört zu den Wiederkäuern. Hauptnahrungsquelle sind Gräser, Moose, Kräuter, Flechten und kleinere Holzgewächse. Steingeißen werden im Schnitt 17-18 und Steinböcke 14-15 Jahre alt.

Beobachtung von Steinwild:

Steinböcke sind ausgezeichnete Kletterer und leben ganzjährig im Gebirge, oberhalb der Waldgrenze. Besonders im Winter vermeiden Steinböcke größere Anstrengungen, um keine wertvolle Energie zu verbrauchen. Dazu nutzten sie gezielt auch die Wärme der Sonne und lassen sich am Morgen von dieser aufwärmen um auf „Betriebstemperatur“ zu kommen. Dieses Sonnenbaden spart ihnen einiges an Energie.

Steinböcke leben ganzjährig im Gebirge, oberhalb der Waldgrenze (c) Benedikt Kolp

Allgemein ist der Stoffwechsel aller Höhenbewohner wie Steinwild, Gams oder Mufflon im Winter niedriger als in den Sommermonaten. Bitte nehmen Sie Rücksicht: jede Beunruhigung kostet die Tiere viel Kraft und kann gravierende Auswirkungen auf ihre Gesundheit haben oder oft zum Verenden der Tiere führen.

Bei den Steinböcken werden folgende Unterarten nach der Region unterschieden:

  • Alpensteinbock (Capra ibex)
  • Äthiopischer Steinbock (Capra walie)
  • Iberiensteinbock (Capra pyrenaica)
  • Ostkaukasischer Steinbock (Capra cylindricornis)
  • Sibirischer Steinbock oder Asiatischer Steinbock (Capra sibirica)
  • Syrischer Steinbock oder Nubischer Steinbock (Capra nubiana)
  • Westkaukasischer Steinbock (Capra caucasica)

 

WEITERLESEN:

Steckbrief – Gamswild

Steckbrief – Rehwild

Steckbrief – Rotwild

 

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