FEUERSALAMANDER
ein kurzer Steckbrief

Der Feuersalamander gehört zu den bekanntesten Tierarten unserer Wälder und das, obwohl wir ihn vergleichsweise selten sehen. Trotz seines Bekanntheitsgrads wissen wir relativ wenig über ihn. Jagdfakten.at hat hier die wesentlichen Informationen zu dieser Amphibie für Sie zusammengefasst. Lesen Sie in diesem Beitrag:

  • Was ist eine Amphibie?
  • Wo ist der Feuersalamander heimisch?
  • Wovon ernähren sich Feuersalamander?
  • Wie giftig sind Feuersalamander?
  • Wie hoch ist ihre Lebenserwartung?
  • Können sie wirklich Körperteile ersetzen?
  • Häuten sich Feuersalamander wirklich?

Der Feuersalamander

Name:
Feuersalamander (Salamandra salamandra)
Ordnung: Schwanzlurche
Familie: echte Salamander
Gattung: Eigentliche Salamander

Größe: 18 – 23 cm von Kopf bis Schwanzspitze, wobei die Weibchen größer und schwerer sind
Gewicht: 40 – 55 Gramm
Paarungszeit: Juni – September
Larvenabsetzung: Februar – April
Anzahl der Larven: 10 – 70, meistens 20 – 40 Larven

Wie sieht ein Feuersalamander aus?

Das Aussehen des Feuersalamanders ist unverwechselbar. Die schwarz glänzende Haut und die zumeist stark gelb leuchtenden Streifen und Flecken sind sein Markenzeichen und machen ihn daher auch zu einem der bekanntesten Wildtiere Österreichs und das, obwohl er seltener als viele andere Tiere gesehen wird. Eher selten leuchten die Flecken in Orange- oder Rottönen.

Männchen und Weibchen sind kaum zu unterscheiden. Weibchen sind etwas größer und schwerer. Das auffälligste Unterscheidungsmerkmal für Experten ist die Kloake. Diese ist beim Männchen während der Paarungszeit leicht gewölbt.

Feuersalamander - ein kurzer Steckbrief, Jagdfakten.at informiert

Häuten sich Feuersalamander wirklich?
Ja. Sie häuten sich mehrmals während der Wachstumsphase. Das machen sie vorwiegend in Verstecken, da sie in dieser Zeit leichter angreifbar sind und auch ihre Giftabwehr nur begrenzt funktioniert. Die Häutung beginnt am Kopf und wird dann mit schlängelnden Bewegungen über den restlichen Körper fortgesetzt. Danach leuchtet ihre schwarz-gelbe Musterung am intensivsten, die Haut ist jedoch empfindlicher als sonst, weswegen sie sich auch nach der Häutung noch eine gewisse Zeit verstecken.

Können Feuersalamander wirklich Körperteile ersetzen?
Auch diese Frage hat als Antwort ein „ja“. Salamander leben den Traum der Medizin: sie können Gliedmaßen, aber auch Organe nachwachsen lassen (Autotomie). Das ist einzigartig bei den heutigen Landwirbeltieren. Abgetrennte Beine und sonstige Gliedmaßen, sowie beschädigte Organe können komplett wiederhergestellt werden. Droht ihnen Gefahr, können Feuersalamander zur Ablenkung der Feinde zum Beispiel ihren Schwanz rasch an einer vorgebildeten Bruchstelle abtrennen. Möglich ist das durch festes Zusammendrücken der Muskeln. Dank ihrer hervorragenden Wundheilung blutet die Bruchstelle nicht und sie wird rasch mit einer Art embryonalen Haut überzogen. Dadurch kommt es auch zu keiner Vernarbung.

Lebensraum:
Wo lebt der Feuersalamander?

Der Feuersalamander kann mit Fug und Recht als Waldtier bezeichnet werden. Sein Lebensraum sind Laub- und Mischwälder mit Bodenfeuchtigkeit.

Nadel- und Auwälder oder Überschwemmungsgebiete sind hingegen keine Habitate, in den sich der Lurch wohlfühlt. Die Nähe zu fließenden Gewässern, zumeist kleinen, naturbelassenen und kühlen Waldbächen, ist dennoch wichtig, da die Weibchen im Frühling dort ihre Larven ablegen. Ganz wichtig sind Versteckmöglichkeiten für den Feuersalamander. Sie lieben Nischen und Freiräume zwischen Stein- und Felsblöcken genauso wie alte Baum- und Wurzelstöcke oder totes Unterholz. Gerne nutzen sie auch die Gang- und Höhlensysteme anderer kleiner Waldbewohner. Bei einem lockeren Untergrund gräbt er sich auch selbst kleine Gänge ins Erdreich.

Der Feuersalamander ist manchmal auch in waldnahen Siedlungen anzutreffen, wenn geeignete Gewässer und Verstecke im Garten oder beim Haus vorhanden sind. So ist er zum Beispiel immer wieder in Kellern alter Bauernhäuser, die oft noch einen Lehmboden haben, zu finden. Diese nützt er manchmal auch als Winterquartier.

In Österreich ist er faktisch im gesamten Bundesgebiet heimisch, zumeist in eher hügeligen Gegenden bis rund 800 Meter. In Tirol und Vorarlberg kommt er eher selten vor. Blickt man nach Europa, so ist der Feuersalamander über weite Teile Mittel- und Südeuropas verbreitet. In Skandinavien, aber auch auf den Britischen Inseln ist er nicht beheimatet.

Wie lange lebt ein Feuersalamander?
Der Feuersalamander ist der größte heimische Schwanzlurch und hat in der freien Natur eine ungewöhnlich hohe Lebensdauer von 20 bis 30 Jahren. In Terrarien werden manche Tiere sogar bis zu 50 Jahre alt. Laut aktueller Forschungen liegt das im Wesentlichen an ihrem sehr langsamen Wachstum und auch ihr Stoffwechsel läuft nur sehr gemächlich ab.

Lebensraum Feuersalamander, Jagdfakten.at informiert

Was ist eine Amphibie?

Amphibien sind Tiere, die sowohl im Wasser als auch an Land leben können. Viele von ihnen verbringen das Larvenstadium im und unter Wasser und entwickeln dann im adultem Stadium Lungen, um auch an Land leben zu können. Die bekannteste Amphibie neben dem Feuersalamander ist vermutlich der Frosch. Amphibien werden oft auch als Lurche bzw. Landwirbeltiere bezeichnet.

Aktivitätszeit:
Wann kann man Feuersalamander am besten beobachten?

Feuersalamander sind eher nachtaktiv. Untertags findet man sie meistens dann, wenn es regnet bzw. kurz danach. Häufiger anzutreffen sind sie während der feuchten Herbstzeit, also Oktober und November, in den heißen Monaten hingegen kaum.

Beobachtung von Feuersalamandern:
Am ehesten wären sie in der Nacht zu beobachten, denn da sind sie als nachtaktive Tiere unterwegs. In der Finsternis hilft ihnen ihr guter Seh- und Riechsinn. Zu finden sind sie stets in einem erweiterten Umkreis von maximal einem Kilometer, zumeist aber 100 – 500 Metern zu ihren Verstecken. Bei hoher Luftfeuchtigkeit sind sie deutlich aktiver als bei Trockenheit. Ihre Reviere sind Laub- und Mischwälder mit Bachläufen und ausreichend Verstecken. Die Lieblingstemperatur liegt zwischen acht und 15 Grad Celsius.

Lebensraum Feuersalamander, Jagdfakten.at

Ernährung:
Was frisst ein Feuersalamander?

Ausgewachsene Salamander ernähren sich zumeist von wirbellosen Tieren des Waldbodens und der Laubschicht. Die Beute wird dabei verschlungen. Bei größeren Stücken arbeitet der gesamte Körper mit und unterstützt mit starken Pendelbewegungen den Vorgang des Verschlingens. Am Speisezettel stehen:

  • Nacktschnecken,
  • Asseln,
  • verschiedene Käfer,
  • Würmer,
  • Spinnen,
  • verschiedene Raupen sowie Insekten,
  • selten auch Molche oder kleine Frösche.

Ist der Feuersalamander giftig?

Eine der meistgestellten Fragen ist jene nach der Giftigkeit. Ja, der Feiersalamander ist giftig, für einen erwachsenen Menschen aber nicht wirklich gefährlich, selbst wenn man ihn angreift und mit dem Gift in Berührung kommt. Das wird auf der Haut unangenehm brennen, mehr aber auch nicht. Danach sollte man sich unbedingt die Hände waschen.

Das Gift, ein weißes Sekret, tritt aus Öffnungen am Kopf (Ohrendrüsen) und dem Rückenbereich aus. Bei Gefahr kann der Lurch das Sekret bis zu einem Meter weit spritzen. Für Tiere ist er giftig, weshalb adulte Feuersalamander faktisch keine natürlichen Fressfeinde haben. Die Giftdrüsen am Körper des Feuersalamanders haben noch eine weitere wichtige Funktion: sie schützen das Tier vor Pilzen und Bakterien.

Anders ist das bei den Larven. Sie können noch kein Gift erzeugen und haben daher Fressfeinde wie verschiedene Käfer, Bachforellen und -saiblinge, aber auch Wasservögel.

Fortpflanzung & Entwicklung

Die Paarungszeit dauert von Juni bis September. Dabei schiebt sich das Männchen unter das Weibchen und setzt ein Samenpaket ab, das dann vom Weibchen durch ihre Kloakenöffnung aufgenommen wird. Daraus entwickeln sich zehn bis 70 Larven. Zumeist sind es jedoch zwischen 20 und 40 Larven. Diese setzt das Muttertier nach dem Winter zwischen Februar und April im Uferbereich von Fließgewässern ab. Die Weibchen tragen also die Larven über den Winter lebend in sich. Auch hier unterscheidet sich der Salamander von anderen Amphibien, die zumeist in stehenden Gewässern laichen.

Zum Zeitpunkt des Absetzens sind die Larven zwei bis drei Zentimeter groß und können dank ihrer Kiemen im Wasser leben. Dort wachsen sie in den nächsten Monaten bis sie etwa sechs bis sieben Zentimeter groß sind, bevor sie das Wasser verlassen. Während der Metamorphose bilden sich die Kiemen schrittweise zurück und der Körper wird auf das Leben an Land vorbereitet. Zur Unterscheidung von anderen Schwanzlurchen sind bereits in diesem Stadium oft die markanten gelben Flecken am Körper des Feuersalamanders zu entdecken.

Ein Sonderfall

Bei der Paarung ist der Feuersalamander gleich in zweierlei Hinsicht ein Sonderfall bei den heimischen Amphibien:

1. Feuersalamander paaren sich an Land und nicht wie fast alle heimischen Lurche in Teichen oder Tümpeln.

2. Sie legen keine Eier, sondern gebären kiementragende Larven.

Der Feuersalamander
hält Winterstarre

Über den Winter hält der Feuersalamander in frostfreien Erd- und Steinspalten, aber auch in Baumstümpfen, unterirdischen Höhlen oder Kellern eine Winterstarre. Als Wechselblüter können Amphibien ihre Körpertemperatur an die Außentemperatur anpassen. Während der Winterstarre sind die Tiere völlig bewegungslos. Es findet keine Nahrungsaufnahme und kein Stoffwechsel statt. Feuersalamander erwachen nach der Winterstarre eher zeitig, bereits Ende Februar, Anfang März während der Schneeschmelze. Rasch danach legen die Weibchen die Larven in einem nahegelegenen Bach ab. Dabei handelt es sich fast immer um jenes Gewässer in dem sie selbst als Larve lebten.

Gefahren
für den Feuersalamander

Die größte Gefahr droht dem Tier durch Eingriffe in die Natur. Bachregulierungen, oder das Aussetzen von Fischen zählen ebenso zu den Gefahren wie Wasserverschmutzung oder die Zerschneidung von Landschaften durch Straßen oder Radwege.

In Österreich gehört das Tier seit 2007 in der Kategorie „NT“ (= „Gefährdung droht“).

UNSERE
LESE-EMPFEHLUNG

Bildquellen für diesen Beitrag: Pixabay

DIESEN
BEITRAG TEILEN