7. März 2017

Darf der Jäger füttern?

Zu den Aufgaben des Jägers gehört es im Rahmen der Hegepflicht, das Wild in Notzeiten zu füttern. Lesen Sie in diesem Artikel, wann eine solche Notzeit vorherrscht und wie fachgerechtes WILD FÜTTERN erfolgt:

WILD FÜTTERN

Darf der Jäger füttern?
Ja. Die Wildfütterung dient der Versorgung und Gesunderhaltung des Wildes sowie der Verminderung von Wildschäden an Natur und Wald. Diese so genannte „Notzeitfütterung“ ist beispielsweise erforderlich bei hoher Schneelage, längerem Bodenfrost sowie nach langen Dürreperioden und Naturkatastrophen.

Was bedeutet Notzeitfütterung?
Es handelt sich um die Vorlage von Futter an Wild zu Zeiten, in denen es keine ausreichende natürliche Äsung findet. Oder, wenn das Wild in der Äsungsaufnahme durch Witterungs- oder Bodenverhältnisse gehindert wird.

Wie muss gefüttert werden?
Die Fütterung muss artgerecht erfolgen und auf das jeweilige Wild angepasst werden. Außerdem muss der Jäger auf die regionalen Verhältnisse Rücksicht nehmen. Beim wiederkäuenden Schalenwild bedeutet dies, dass der geeignete Fütterungsstandort nach folgenden Aspekten gewählt werden muss:

  • Wildökologischer Eignung (Bedürfnisse des Wildes – also Klima, Einstände, Ruhe)
  • Waldbaulicher Eignung (geringe Wildschadensanfälligkeit des Waldes)
  • Betreuungstechnischer Eignung (Erreichbarkeit des Fütterungsplatzes für den zuständigen Betreuer)

Der Jäger muss auf eine schalenwildgerechte Futtermittelzusammensetzung und auf eine ausreichende Futtermengen achten. Das Futter sollte strukturreich, für das Wild attraktiv und auch bei einem strengen Nachwinter in ausreichender Menge vorhanden sein. Foldende Aspekte sind relevant für eine

fachgerechte Fütterungstechnik:

  • Regelmäßige Betreuung
  • Möglichkeit, alle an der Fütterung stehenden Stücke gleichzeitig aufnehmen zu können
  • Kontinuierlicher Futtervorrat – Fütterungen sollten nie ganz leer werden

Der Jäger sollte für eine revierübergreifende Abstimmung mit den Nachbarfütterungen sorgen.

Futtermittel für Schalenwild – geeignet sind:

  • Raufutter z. B. Klee- und Wiesenheu, Laubheu und Proßholz und
  • Saftfutter wie Silage, Rüben, Kartoffel, Obst und Trester
  • Kraftfutter wie Eiche, Bucheckern, Kastanien, Mais, Hafer und Weizen besitzt eine hohe Nährstoffkonzentration und einen niedrigen Rohfasergehalt bei hoher Verdaulichkeit. Als Kraftfutter-Presslinge erhält man Luzernemehl, Sojaschrot und Pellets.

Schwarzwild

kann mit Eicheln, Mais, Rüben, Kartoffeln, Weizen und Hafer gefüttert werden.

Hasen

füttert der Jäger mit Karotten, Rüben, Kleeheu, Proßholz.

Fasane

füttert der Jäger mit Druschabfälle, Maiskolben, Gerste, Futter- und Zuckerrüben.

Rebhuhn

gibt man Unkrautsämereien, Druschabfälle, Getreide, Futter- und Zuckerrübe.

 

WEITERLESEN:

Jagdaufseher – Weiterbildung als Verpflichtung

Die Erhaltung von Natur und Wald

Aufgaben des Jägers – Erhalt einer artenreichen wildlebenden Tierwelt

Aufgaben des Jägers

Wildunfälle, Wildwechsel und Verkehrsunfall, Jagdfakten Österreich

16. Februar 2018

Wildunfälle

Wildunfälle auf Österreichs Straßen Wenn in der Dämmerung am Straßenrand zwei Augen aufblitzen, bleibt das Herz eines jeden Autofahrers für ...

weiterlesen

Diese Seite kann im Internet Explorer unter Version 9 nicht angezeigt werden. Bitte updaten Sie Ihren Internet Explorer oder laden Sie sich einen alternativen Browser herunter (zB. Firefox, Chrome etc.) Vielen Dank für Ihr Verständnis!