Sie gehören zu den bekanntesten Vögeln der Welt und prägen zahlreiche Stadtbilder auf allen Kontinenten: die Stadt- oder Haustauben.
Diese fallen aber nicht in den Aufgabenbereich der Jägerinnen und Jäger, denn diese kümmern sich ausschließlich um Wildtauben – in Österreich gibt es die folgenden Arten:

Ringeltaube, Hohltaube, Türkentaube, Turteltaube

WILDTAUBEN
ein kurzer Steckbrief

Name: Taube (Columbidae)
Männlich: Tauber, Tauberich
Weiblich: Taube (selten Täubin)

Tierfamilie: Baumvögel
Ordnung: Taubenvögel

Größe in cm:
Ringeltaube (Columba palumbus): 42
Hohltaube (Columba oenas): 33
Türkentaube (Streptopelia decaocto): 30
Turteltaube (Streptopelia turtur): 27

Gewicht:
Ringeltaube: 500 g
Hohltaube: 250 – 300 g
Türkentaube: 300 g
Turteltaube: 160 g

Paarungszeit:
Ringeltaube: April – September
Hohltaube: März – September
Türkentaube: März – September
Turteltaube: Mai – August

Brutzeit:
Ringel- und Hohltaube: 16 – 17 Tage
Turteltaube: 15 Tage
Türkentaube: 13 – 14 Tage

Junge:
zumeist 2 Eier / 1 bis 5 x pro Jahr
Turteltaube 1 – 2 Bruten/Jahr
Türkentaube bis zu 5 Bruten/Jahr

Lebensraum
heimischer Wildtauben

Alle vier in Österreich beheimateten Taubenarten:

  • Ringeltaube
  • Hohltaube
  • Türkentaube
  • Turteltaube

sind zudem in weiten Teilen Europas, Teilen Asiens und manchmal auch in Nordafrika beheimatet. Sie sind Kulturfolger, das heißt sie halten sich oft in der Nähe von Menschensiedlungen auf. Ihr bevorzugter Lebensraum sind parkähnliche und halboffene Landschaften ebenso wie der Waldrand.

Tauben zählen zu den Standvögeln bzw. Kurzstreckenziehern.

Ernährung:
Was fressen heimische Taubenarten?

Die heimischen Taubenarten ernähren sich fast ausschließlich pflanzlich. Einzig die Ringeltaube bildet eine Ausnahme – siehe unten.

Obwohl sie zu den Baumvögeln gehören, ernähren sich die bei uns beheimateten Tauben vorwiegend am Boden. Zu den bevorzugten Speisen zählen Samen, Beeren, Getreide, Wildgräser und Früchte. Auch hier bildet die Ringeltaube eine Ausnahme – siehe unten.

Der Großteil der Nahrung wird von Tauben nicht gekaut und stückweise verschlungen.

Tauben können nicht das gesamte benötigte Wasser über die Nahrung aufnehmen und müssen daher zusätzlich Wasser trinken. Beim Trinken saugen sie das Wasser und schöpfen es nicht wie andere Vögel, um es mit erhobenen Kopf nach hinten rinnen zu lassen. Der Schnabel ist nur im vorderen Teil fest verhornt, die Basis bildet eine geschwollene Haut.

Die Ringeltaube

frisst im Unterschied zu den anderen drei heimischen Wildtaubenarten manchmal auch tierische Nahrung in Form von Raupen, Läusen oder Regenwürmern.

Auch beim bevorzugten Platz für die Nahrungsaufnahme – dem Boden – bildet die Ringeltaube eine Ausnahme:

Sie ernährt sich ebenso auf Bäumen. Daher stehen bei ihr zum Beispiel auch Knospen und Blüten am Ernährungsplan.

 

Fortpflanzung & Aufzucht

Tauben leben vorwiegend monogam, zumindest saisonal, Seitensprünge sind eher selten. Die Balz beginnt bei Hohl- und Türkentauben bereits im März, bei der Ringeltaube im April und bei der Turteltaube im Mai. Bei Stadttauben kann die Balz sogar noch vor März starten.

Bei den meisten Taubenarten wird zweimal pro Jahr eine Brut großgezogen. In der Regel besteht ein Gelege aus zwei Eiern. Doch auch hier gibt es Ausnahmen: Während Turteltauben manchmal nur eine Brut pro Jahr großziehen, kann das bei der Türkentaube bis zu fünfmal der Fall sein.

Die Eier werden in sehr einfachen Nestern in Bäumen abgelegt. Bei Taubenarten, die früher brüten, sind das oft auch Nadelbäume, um den Sichtschutz zu gewähren. Später dienen auch Laubbäume und Sträucher als Brutplätze. Gelegeverluste kommen immer wieder vor. Neben Raben zählen auch Katzen und Eichhörnchen zu den natürlichen Feinden der im Nest abgelegten Eier. Jahreszeitlich gesehen frühe Bruten sind aufgrund der oft noch schwierigeren Nahrungssuche stärker gefährdet.

Die Brutzeit beträgt bei den in Österreich heimischen Tauben rund zwei Wochen (zwischen 13 und 17 Tagen). Die Jungvögel sind nach etwa einem Monat flugfähig.

Erwähnenswert ist bei der Aufzucht von Tauben die sogenannte Kropfmilch. Die Kropfmilch ist eine weiße, käseähnliche Masse, die aus einem Gemisch von Wasser, Eiweiß und Fetten besteht und während der Brutzeit im Kropf der Tauben entsteht. Die Kropfmilch wird von den Elterntieren hochgewürgt und in den ersten Tagen an die Nestlinge verfüttert.

Bereits wenige Tage nach der Geburt wird bereits pflanzliche Nahrung mitverfüttert. Der Anteil der Kropfmilch nimmt dann stetig ab. Nach rund vier Wochen, manchmal einige Tage später, endet die Fütterung der Jungtiere und diese ernähren sich völlig selbständig.

Aussehen und Merkmale

Auffallend ist der typische Bewegungsablauf der Tauben beim Gehen. Mit ihren ruckartigen Kopfbewegungen bringen sie viele Menschen zum Schmunzeln. Diese Bewegung hat aber – wie fast alles in der Natur – einen konkreten Grund, einen Sinn. Tauben können ihre Augen kaum bewegen und durch die typische Kopfbewegung gleichen sie das aus.

Bei den Tauben gibt es kaum sichtbare Unterscheidungen zwischen weiblichen und männlichen Tieren. Der wesentliche Unterschied ist zumeist nur die Größe: Männchen sind etwas größer. Das Gefieder ist von einem feinen, wachsartigen Puder überzogen, das von besonderen Federn gebildet wird. Sieht man sich die lateinischen Bezeichnungen der vier in Österreich lebenden Wildtauben an, dann fällt auf, dass jeweils zwei denselben Namensstamm haben:

  • Ringeltaube und Hohltaube den Namenstamm „Columba“
  • Türkentaube und Turteltaube den Namenstamm „Streptopelia“

Diese Zweierkombinationen finden wir auch in der Färbung des Gefieders. Während erstgenannte gräulich sind, so ist der Farbton bei den Türken- und Turteltauben bräunlich. Die Färbung der heimischen Tauben reicht somit von schiefergrau über graubraun bis blaugrau und von beige bis rostbraun.

Auffällig sind immer wieder andersfärbige Flecken am Gefieder. So haben Ringeltauben zum Beispiel auf den Halsseiten und im Nacken ein grün schimmerndes Band und zusätzlich an den Halsseiten einen weißen Fleck. Die Hohltauben erkennt man unter anderem an einem orangenfarbigen Schimmer im Brustbereich.

Die Türkentaube

erkennt man an ihrem beigefarbigen Federnkleid, dem schwarzen Streifen im Nacken und an ihren roten Augen.

Die Turteltaube

kennzeichnen neben ihrem rostbraunen Gefieder vor allem schwarz-weiße Streifen, die im seitlichen Halsbereich hervorstechen.

Die Turteltaube

kennzeichnen neben ihrem rostbraunen Gefieder vor allem schwarz-weiße Streifen, die im seitlichen Halsbereich hervorstechen.

Allgemeines
über Wildtauben

Weltweit gibt es über 40 Taubengattungen, die sich wiederum in rund 300 Taubenarten untergliedern lassen. Die größte Artenvielfalt an Tauben findet man im südasiatischen Raum und in Australien. Mit der Ringel-, Hohl-, Türken- und Turteltaube leben vier Taubengattungen als Wildtauben auch in Österreich.

Zu den natürlichen Feinden der Wildtauben zählen neben den bereits genannten Nestdieben wie Raben, Katzen oder Eichhörnchen, vor allem Greifvögel wie der Uhu oder Wanderfalken, aber auch der Marder.

Wildtauben zählen zu den jagdbaren Wildarten. In Österreich werden vor allem die Ringel- und Türkentaube bejagt, die die größten Populationen aufweisen. Für viele zählt das Fleisch der Tauben, das dem des Huhns ähnelt, zu einer besonderen Delikatesse.

Tauben werden aufgrund ihrer starken Verbreitung im städtischen Bereich und wegen ihrer Vermehrungsrate auch häufig als „Ratten der Lüfte“ bezeichnet. Das ist aber nur eine Seite dieses Vogels. Denn die Taube gilt in vielen Ländern auch als

  • Symbol des Friedens („Friedenstaube“)
  • Symbol der Liebe („Turteltaube“) oder
  • Symbol der Treue („Hochzeitstaube“).

Haus- oder Stadttauben

Zusätzlich zu den heimischen Wildtauben kann man noch verwilderte Haustauben oder Straßentauben anführen, die ebenfalls frei und „wild“ leben. Diese beiden Taubenarten stammen ursprünglich von der im Mittelmeerraum lebenden Felsentaube ab. Zu ihrem Lebensraum zählen vorwiegend Städte. Als Nachkommen der Felsentaube brüten sie nicht auf Bäumen, sondern legen sie ihre Eier, der Umwelt angepasst, auf Mauern oder Häuserteilen ab und simulieren somit die Felsen ihrer genetischen Vorfahren.

Turteltauben

Wer bei uns das Wort „Turteltaube“ hört, denkt vermutlich nicht gleich an eine heimische Wildtaube. Die meisten haben vermutlich spontan verliebte Paare, die wir nur zu gerne als „Turteltauben oder Turteltäubchen“ bezeichnen, vor dem geistigen Auge. Auch das Wort „turteln“ gehört bei uns längst zum normalen Sprachgebrauch.

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