29. März 2019

Jagdbare Wildarten – Schwarzwild bzw. Wildschwein:

Die Verbreitung von Schwarzwild ist in Österreich eher auf das nord-östliche Bundesgebiet konzentriert. Wildschweine haben aktuell die mit Abstand höchsten Zuwachsraten der heimischen Schalenwildarten. Ein wesentlicher Grund dafür ist ihre extreme Anpassungsfähigkeit.

 

Steckbrief zum Wildschwein

 

Name: Schwarzwild bzw. Wildschwein (Sus scrofa)
Name männlich: Keiler
Name weiblich: Bache

Name des heranwachsenden Männchen:
Frischling (im 1. Lebensjahr), Überläufer bzw. Überläuferkeiler (im 2. Lebensjahr)

Name des heranwachsenden Weibchen:
Frischling (im 1. Lebensjahr), Überläufer bzw. Überläuferbache (im 2. Lebensjahr)

Tierfamilie: Haarwild, Schalenwild, Schweine

 

 

Größe: Kopf-Rumpf-Länge 130 – 170 cm
Schwanzlänge (Pürzel) bis 25 cm

Gewicht: Der Keiler (das Männchen) wird bis zu 170 kg (in Ausnahmen auch deutlich schwerer), die Bache (das Weibchen) bis zu 125 kg
Frischlinge werden bis zu 45 kg und Überläufer bis zu 75 kg schwer.

Paarungszeit: beim Schwarzwild auch Rauschzeit genannt – November bis Februar

Trächtigkeitsdauer: 114 – 118 Tage (Merkformel 333: 3 Monate, 3 Wochen, 3 Tage)

Geburt der Jungen (Frischzeit): März – Juni

Zunehmend wird allerdings eine Veränderung der Frischzeit bemerkt. Nicht selten kann es vorkommen, dass Bachen abweichend von der „normalen“ Frischzeit Junge bekommen. Ein Merksatz aus der Jägersprache lautet daher „Februar, März, April – die Bache frischt, wann sie will“.

Junge: 5-6 (bis zu 10 möglich)

 

Bache mit Frischlingen

 

Aktivitätszeit & Lebensraum:

Schwarzwild ist von Natur aus tagaktiv.

Wildschweine bevorzugen feuchte Mischwälder oder Laubwälder die auch Gewässer mit schlammigen Ufern oder morastige Stellen enthalten. In einem ursprünglichen Biotop sind sie Waldbewohner, in Kulturlandschaften werden häufig Felder und landwirtschaftliche Kulturen aufgesucht.

In Österreich kommt das Schwarzwild in den Flachland- und Augebieten bis in das Mittelgebirge des Voralpenlandes vor. In den Hochlagen der Gebirge kann das Wildschwein mangels ausreichender Nahrung nicht ständig leben.

Ursprünglich war das Schwarzwild nur in Europa, Asien und seit der letzten Eiszeit auch in Nordafrika heimisch. Heute gibt es durch bewusste Ansiedlung auch Populationen in Nord- und Südamerika sowie in Australien.

 

Aussehen/Merkmale:

Charakteristisch für das Wildschwein ist ein großer Kopf, der rund ein Drittel des Körpers ausmacht und der praktisch ohne Hals in einen stämmigen, gedrungenen Körper übergeht.

Trotz seiner kurzen Beine schafft es eine Laufgeschwindigkeit von bis zu 50 Kilometer pro Stunde. Auffallend ist auch die eher stumpfe Schnauze, die in einen für Schweine typischen Rüssel übergeht. Die Ohren und Augen sind eher klein.

Das Fell des Wildschweins ist im Sommer kurz und glatt – im Winter zottig mit langen schwarzen Borsten, wobei die Grundfarbe älterer Wildschweine als schwarz-grau bezeichnet werden kann. Daher auch der Name Schwarzwild.

Kennzeichnend für Wildschweine ist ein langer Haarkamm am Rücken, der in der Jägersprache auch „Saubart“ genannt wird.

Rein äußerlich sind männliche und weibliche Wildschweine, aufgrund der Größe und durch die beim Keiler stark ausgeprägten Eckzähne, zu unterscheiden: die s. g. „Hauer“. Mit geschultem Auge und gutem Fernglas kann eine Unterscheidung auch anhand der primären Geschlechtsteile festgestellt werden.

Frischlinge erkennt man sehr leicht, denn sie haben in den ersten Lebensmonaten ein mittelbraunes Fell mit gelblichen Streifen in Längsrichtung. Nach etwa einem halben Jahr nimmt die Fellfarbe dann allmählich jene der älteren Wildschweine an.

 

 

Die Jungen (Frischlinge) sind in den ersten Lebensmonaten durch ihre Fellfärbung gut getarnt.

 

Allgemeines:

Bei guter Ernährungssituation, zum Beispiel bei Mastjahren von Eiche und Buche, kann sich eine Wildschwein-Population regional im Vergleich zum Frühjahrsbestand sogar verdoppeln.

Daher haben auch die Abschussraten bei Wildschweinen deutlich zugenommen, um so das ökologische Gleichgewicht aufrechtzuerhalten. Die extreme Anpassungsfähigkeit vom Schwarzwild ist vor allem auf den vermehrten Anbau von Mais zurückzuführen.

Schweine gelten generell als Kontakttiere. Das Schwarzwild lebt in Rotten zusammen, wobei eine Rotte außerhalb der Rauschzeit aus einer alten Leitbache, wenigen jüngeren Bachen und Frischlingen sowie Überläufern besteht. Eine solcher Familienverband besteht durchschnittlich aus 6 – 20 Tieren. Keiler werden zu Einzelgängern.

Das Schwarzwild ist ein Allesfresser. Larven, Engerlinge und Regenwürmer dienen ihm genauso als Nahrung wie Eier, Mäuse und Aas, Bucheckern oder Eicheln bzw. Kartoffel, Rüben, Mais oder Getreide. Trotzdem ernähren sie sich überwiegend (bis zu 90 Prozent) von pflanzlicher Nahrung.

Wildschweine verlieren mit der Zeit die Scheu vor Menschen und dringen immer tiefer in besiedelte Gebiete und kultivierte Landschaften vor. Dadurch kommt es nicht selten zu Schäden in Gärten und Grünanlagen, bzw. zu Fraß- und Wühlschäden, die der Land- und Forstwirtschaft enorm zusetzen.

Ihr Verhalten gegenüber Menschen ist über weite Strecken als unbedenklich einzustufen. Dennoch sollten Sie aber vor allem während der Aufzucht der Jungen in den Hauptmonaten März, April, Mai & Juni bei Wanderungen in der Natur Vorsicht walten lassen. Bachen beschützen instiktiv ihren Nachwuchs vor allen potenziellen Feinden, wie Menschen und Hunden. Die spitzen und scharfen Eckzähne können gravierende Verletzungen verursachen. Bei einem Angriff gegen Menschen attackieren Wildschweine zu meist die Innenseiten der Beine und können dabei die Schlagadern verletzen.

Wildschweine haben in Mitteleuropa kaum natürliche Feinde. Luchse, Bären und Wölfe erbeuten zwar regelmäßig Wildschweine, den größten Eingriff in die Populationsdichten stellen allerdings die Jägerinnen und Jäger, sowie eine witterungsbedingte Sterblichkeit dar. Die gefährlichste Zeit für neugeborene Wildschweine sind die ersten drei bis vier Wochen. Kommt es in dieser Zeit zu Kälteeinbrüchen ist die Sterberate relativ hoch, da in den ersten Lebenswochen die natürliche Wärmeregulation der Jungtiere noch nicht ausgeprägt ist. In Österreich überleben im Schnitt rund 75 Prozent der Jungtiere.

Die natürliche Lebenserwartung von Wildschweinen liegt in der freien Natur bei 8 bis 12 Jahren. In Gehegen können Wildschweine bis zu 30 Jahre alt werden.

 

Wildschwein Rauschzeit Lebensraum Sozialverhalten: Jagdfakten Österreich

Das Schwarzwild lebt in Familienverbänden (Rotten) nur die männlichen Keiler sind in der Regel Einzelgänger

 

Beobachtung von Wildschweinen:

Wildschweine sind eigentlich scheue und tagaktive Tiere. Durch das Vordringen des Menschen in ihren Lebensraum werden sie aber zusehend auch in der Nacht aktiver. Gar nicht so selten kreuzen sich mittlerweile die Wege von Menschen und Schwarzwild in der Stadt.

Am ehesten ist das Schwarzwild in den, für den Nordosten Österreichs so typischen Laub- und Mischwäldern anzutreffen und zu beobachten.

Halten Sie sich an die Spielregeln der Natur und bleiben Sie im Wald auf den markierten Wegen. Dann laufen Sie auch nicht Gefahr, sich im Frühjahr den Unmut einer Bache zuzuziehen. In dieser Zeit sollten Sie unbedingt die Nähe zu den Wurfkesseln meiden, wo die Frischlinge liegen.

 

WEITERLESEN:

Vorsicht Wild – richtiges Verhalten bei Begegnungen
Rauschzeit – Wildschwein
Steckbrief – Rotwild
Steckbrief – Rehwild

 

Jagd & Natur

Pappardelle mit Feldhase, Wildrezept, Jagdfakten.at

27. Dezember 2018

Pappardelle mit Feldhase

Wussten Sie, dass Wildbret auch hervorragend zu Nudelgerichten passt? Das Zubereiten von Wildgerichten muss keineswegs mit aufwändigem Vorbereitung und Kochen ...

weiterlesen

Diese Seite kann im Internet Explorer unter Version 9 nicht angezeigt werden. Bitte updaten Sie Ihren Internet Explorer oder laden Sie sich einen alternativen Browser herunter (zB. Firefox, Chrome etc.) Vielen Dank für Ihr Verständnis!