19. Oktober 2018

Jagdbare Wildarten – Rotwild:

Das Rotwild und insbesondere der Rothirsch ist, mit Ausnahme des bei uns kaum auftretenden Elchs, der größte Paarhufer und das größte Wildtier in Österreich.

Steckbrief zum Hirsch, der Hirschkuh und dem Hirschkalb

Name allgemein: Rotwild (Cervus elaphus)
Name männlich: Hirsch, Name weiblich: Kahlwild, Tier oder auch Hirschkuh

Name des heranwachsenden Männchen: Hirschkalb (im 1. Lebensjahr), Spießer (im 2. Lebensjahr)
Name des heranwachsenden Weibchen: Wildkalb (im 1. Lebensjahr), Schmaltier (im 2. Lebensjahr)

Tierfamilie: Schalenwild, Wiederkäuer, Hirschartige, Haarwild

Größe: Kopf-Rumpf-Länge 180 – 210 cm
Die maximale Schulterhöhe beim Männchen beträgt 150 cm, beim Weibchen 120 cm.

Gewicht: Das Männchen wird bis zu 250 kg schwer, das Weibchen bis zu 100 kg.

Brunftzeit: Ende August bis Anfang Oktober

Trächtigkeitsdauer: 32 Wochen

Setzzeit (Wurfzeit): Mai bis Juni

Junge: 1 (selten 2)

Die Jungtiere haben in den ersten Monaten die charakteristischen weißen Flecken. Die Flecken verschwinden spätestens mit dem ersten Haarwechsel vor dem Winter

Aktivitätszeit:

Rotwild ist sowohl tag- als auch nachtaktiv.

Lebensraum:

Das Rotwild ist in ganz Europa heimisch. Der ursprüngliche Lebensraum sind eher lichte Wälder. Im Alpenraum und anderen Gebirgsgegenden ist das Rotwild während der wärmeren Jahreszeit auch in alpinen Lagen anzutreffen. Sie leben nicht territorial, Wanderungen von bis zu 100 km sind keine Seltenheit.

Rotwild – Aussehen/Merkmale:

Der Farbton des Haarkleides – Fell oder „Decke“, wie der Jäger sagt – variiert im Laufe eines Jahres. In den Sommermonaten ist es rotbraun, in den Wintermonaten trägt das Rotwild ein braungraues Winterfell. Das Winterfell ist dichter und zerzauster. Das Haarkleid der jungen Kälber ist rotbraun mit weißen Flecken, die im Laufe des ersten Jahres verschwinden.

Ein weibliches Tier (Hirschkuh / Kahlwild)

 

Männchen und Weibchen wachsen unterschiedlich schnell. Während das weibliche Tier schon mit rund zwei Jahren ausgewachsen ist, wächst der männliche Hirsch noch bis zum fünften Lebensjahr und erreicht seinen physischen Höhepunkt mit rund neun Jahren. Ein junger Hirsch hat einen nach hinten verjüngtem Rumpf, der im Laufe der Jahre “kantiger“ wird.

Sehr alte Hirsche, die bereits den Höhepunkt ihrer physischen Entwicklung überschritten haben, bauen an Körper- und Geweihmasse wieder ab – der Jäger spricht von „zurücksetzen“. Der Körperbau und die Verhaltensstruktur entsprechen dem eines Fluchttieres.

Im Unterschied zu Hornträgern (z.B.: Gams, Mufflon oder Steinwild) wird das Geweih des hirschartigen Schalenwilds einmal pro Jahr abgeworfen. Es besteht aus reinem Knochengewebe und erreicht eine durchschnittliche Länge von rund 100 Zentimeter je Stange.

Der Rothirsch ist das größte heimische Wildtier in Österreich

Das Geweihgewicht eines ausgewachsenen Hirsches liegt zwischen 5 bis 6 Kilogramm. In Ausnahmefällen kann das Geweih aber auch 10 oder 12 Kilogramm erreichen. Anders als bei Hornträgern tragen die weiblichen Tiere keine Stirnwaffen.

Charakteristisch für den Hirsch ist sein Röhren, der typische, kehlige Klang des männlichen Paarungsrufes in der Brunft. In der Regel gibt er mehrere Brunftrufe hintereinander ab. Diese sind zum einen Teil des Paarungsverhalten, zum anderen Teil eines Kampf- und Imponiergehabes beim Anblick oder Kampf mit anderen Hirschen.

Rotwild besitzt ein gutes Seh-, Riech- und Hörvermögen.

Rotwild – Allgemeines:

Das soziale Gefüge des Rotwildes ist das Rudel. Es gibt Kahlwildrudel und Hirschrudel. Kahlwildrudel bestehen aus Muttertieren und Einjährigen bzw. Kälbern. Hirschrudel bestehen nur aus männlichen Tieren. Männliche Jungtiere trennen sich in der Regel als Spießer, im Laufe des zweiten Lebensjahrs vom Kahlwildrudel und schließen sich einem Hirschrudel an.

Während der Brunft tragen Hirsche Revier- und Rangordnungskämpfe aus. Dabei stoßen sie immer wieder mit den Geweihen aneinander und versuchen den Rivalen wegzuschieben. Dabei kann es auch zu schweren Verletzungen kommen. Der Ausgang dieser Kämpfe entscheidet, welcher Hirsch sich mit den Weibchen paaren darf. Der Sieger wird Platzhirsch genannt, weil er das Revier und den Paarungsplatz dominiert.

Die Brunft findet von Ende August bis Anfang Oktober statt.

Das Rotwild ist ein reiner Pflanzenfresser. Die Hauptnahrung sind Gräser und Kräuter. Im Winter ernährt sich Rotwild auch von Flechten, Trieben von Laub- und Nadelhölzern, Zwergsträuchern oder Baumrinden. Es „schält“ geradezu die Rinde von den Bäumen – man spricht hierbei von „Schälschäden“. Dieses Verhalten schädigt den Wald stark, was wiederum den Waldbesitzer ärgert.

Rotwild würde in den Wintermonaten eher in tiefere Lagen ziehen und dort nach Nahrung suchen, allerdings sind diese Regionen meist vom Menschen besiedelt. Der Jäger sorgt hierbei für den notwendigen Ausgleich durch artgerechte Nahrung in den Wintermonaten.

Die Nahrungsaufnahme wird in der Jägersprache äsen genannt. Die Hauptzeiten für die Nahrungsaufnahme sind frühmorgens bzw. abends. Hirsche sind Wiederkäuer.

Beobachtung von Hirschen:

Der Hirsch ist ein scheues Tier, er versucht dem Menschen auszuweichen. Er ist vorwiegend in Waldbiotopen zu finden und bevorzugt Regionen mit strukturierten Wäldern und großen Lichtungen. Während der Brunft von Ende August bis Anfang Oktober können Hirsche gut beobachtet werden.

 

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