2. August 2018

Rehbrunft: Vorsicht verliebte Rehe in Feld, Wald und auf der Straße!

Achtung Paarungszeit! Die Rehbrunft oder s. g. Blattzeit des Rehwildes befindet sich zurzeit auf ihrem Höhepunkt. Nicht nur wir Menschen machen manchmal verrückte Sachen, wenn wir verliebt sind. Auch unsere Wildtiere sind während der Paarungszeit etwas „verhaltensauffällig“.

Also Vorsicht! Es kommt zu vermehrten Wildwechsel auf der Straße!

Erfahren Sie in diesem Artikel welche Besonderheiten die Rehbrunft kennzeichnen:

Die Rehbrunft oder Blattzeit, wie die Paarungszeit des Rehwildes von Jägern genannt wird:
Findet von Mitte Juli bis Mitte August statt.

Die weibliche Rehgeiß ist in dieser Zeitspanne etwa drei bis vier Tage lang paarungsbereit bzw. brunftig – wie der Jäger sagt. Nach 40 Wochen Trächtigkeit setzt die Rehgeiß in der Regel 1-2 Kitze im Mai des nächsten Jahres.

Die Blattzeit des Rehwildes hat viele Eigenheiten. Drei Besonderheiten möchten wir hier hervorheben:

1. Besonderheit: Das Treiben

Der brunftige Rehbock sucht die Nähe der weiblichen Rehgeiß, die jedoch bei der ersten Annäherung sofort flüchten – oft kilometerweit und sehr rasant. Hier entsteht eine regelrechte Hetzjagd, die nur von kurzen Atempausen unterbrochen wird. Gerade für die Böcke ist diese Zeit sehr intensiv, da es hier auch immer wieder zu Territorialkämpfen zwischen den männlichen Tieren kommt.

Autofahrer sollten dies bedenken, wenn sie Rehe in Straßennähe sehen.
Die Unfallgefahr ist hier stark erhöht. Beachten Sie, dass bei einem Aufprall mit einem Reh mit einem durchschnittlichen Gewicht von 20 bis 25 Kilogramm und einer Geschwindigkeit von 100 km/h, Kräfte von rund einer halben Tonne wirken.

 

Der Rehbock muss in der Brunft sehr viel Geduld und Ausdauer beweisen

 

2. Besonderheit: Die Hexenringe

Hexenringe kennen auch Schwammerlsucher. Dabei handelt es sich um ein nahezu kreisrundes Wuchsbild mancher Pilzarten.

In der Jagd bzw. beim Rehwild bedeuten Hexenringe jedoch etwas ganz anderes. Hexenringe entstehen, wenn das Treiben der brunftigen Rehe den Höhepunkt erreicht. Die Rehgeiß verlangsamt die Flucht vor dem von ihr ausgewählten Bock und flüchtet nicht mehr geradlinig, sondern kreisförmig. Dabei blickt die Rehgeiß öfters nach hinten, bis der Rehbock ihr wieder folgt.

Bei diesem Ritual des Nachlaufens entstehen Muster im Gras. Aus der Vogelperspektive sind meist zwei aufeinanderliegenden Kreise bzw. eine Acht erkennbar. Im frischen Gras bzw. in Kornfeldern sind diese Muster, die der Jäger „Hexenringe“ nennt, noch lange nach der Paarung zu erkennen.

Der eigentliche Paarungsakt heißt in der Weidmannssprache „Beschlagen“ (der Rehbock beschlägt die Rehgeiß). Dieses Ritual kann mehrere Male wiederholt werden und soll eine erfolgreiche Befruchtung garantieren.

3. Besonderheit: Die Eiruhe

In der Eiruhe pausiert die Entwicklung der befruchteten Eizelle. Gäbe es die Eiruhe nicht, würden die jungen Kitze im kalten Winter zur Welt kommen. Die Natur hat hier vorgesorgt und das befruchtete Ei ruht 18 Wochen lang.

Die Kitze werden somit erst im Mai geboren, wenn bereits genug Grünpflanzen Platz für Deckung und Nahrung bieten.

 

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