Saatkrähe - ein kurzer Steckbrief: Jagdfakten.at informiert

Ein kluger und geselliger Vogel

Die Saatkrähe zählt zu den intelligentesten heimischen Vogelarten. Sie lebt in großen Kolonien, zeigt ein ausgeprägtes Sozialverhalten und ist vor allem in Ostösterreich anzutreffen. Je nach Lichteinfall schillert das schwarze Gefieder der Saatkrähe metallisch blau, violett oder grünlich. Auffällig ist auch ihr unbefiederter Schnabel, an dem man sie sofort erkennt. Mehr dazu im Steckbrief:

SAATKRÄHE
STECKBRIEF

Name: Saatkrähe (Corvus frugilegus)
männlich: Männchen
weiblich: Weibchen
Junge: Jungvogel

Tierfamilie: Rabenvögel

Größe: 41-49 cm

Flügelspannweite: 81-99 cm

Gewicht: 460-520 g

Paarungszeit (Balz): März-April

Brutdauer: ca. 18 Tage

Gelege: 2-6 Eier

Wie sieht eine Saatkrähe aus?

Die Saatkrähe besitzt ein vollständig schwarzes Gefieder, das je nach Lichteinfall metallisch grün, violett oder bläulich schimmern kann. Ihr Schnabel ist lang und spitz. Das wichtigste Erkennungsmerkmal ist der unbefiederte, weißgraue Schnabelansatz: Dort wachsen keine Federn, die helle Haut ist deutlich sichtbar. Daran lässt sich die Saatkrähe gut von der Rabenkrähe unterscheiden.

Im Gegensatz zur Saatkrähe besitzt die Rabenkrähe einen dunklen, vollständig befiederten Schnabelansatz.

Saatkraehe am Fels bei Wasserrand - Jagdfakten.at informiert
Saatkrähe
Saatkraehe auf Steinen bei Wasser - Jagdfakten.at informiert
Saatkrähe

Was macht Saatkrähen so besonders:

  • Hohe Intelligenz: Saatkrähen sind sehr intelligent. Sie können Probleme lösen und Regeln verstehen. Außerdem erkennen sie auch schwierige Muster. Zum Beispiel öffnen sie Nüsse, indem sie sie aus großer Höhe auf den Boden fallen lassen. Manchmal benutzen sie auch Steine als Werkzeuge, um die Nüsse zu knacken.

Wo leben Saatkrähen?

 

Lebensraum und Vorkommen:
Die Saatkrähe brütet von Westeuropa bis nach Ostasien, kommt aber in Südeuropa nicht vor. Hier in Österreich gibt es Brutkolonien vor allem im Nordburgenland, in Niederösterreich, in Wien und in der Oststeiermark. Saatkrähen sind größtenteils Zugvögel. Im Winter kommen zusätzlich große Schwärme nach Ostösterreich. Bevorzugt werden halboffene Lebensräume wie Parks, Flusstäler, Auen und landwirtschaftlich geprägte Kulturlandschaften. Dort lebt und brütet die Saatkrähe in Kolonien, meist an Waldrändern oder in Baumgruppen. Auch in Städten, zum Beispiel in Wien, ist sie zu finden. Am häufigsten lebt sie im Flach- und Hügelland, während sie die Alpen eher meidet.

Lebensweise und Sozialverhalten:
Saatkrähen sind sehr gesellige Vögel und leben meist in großen Gruppen. Junge Saatkrähen lernen ihren Partner oft innerhalb des Schwarms kennen. Die Paare bleiben ein Leben lang zusammen und zeigen eine enge Bindung: Sie kraulen sich gegenseitig, putzen ihr Gefieder und füttern einander. Auch beim Brüten sind sie nicht allein, sondern bilden große Kolonien mit oft vielen Dutzend bis über 100 Paaren.

Die Nester bauen sie hoch oben in Bäumen. Dabei bringt das Männchen das Material, während das Weibchen das Nest baut. Das Weibchen brütet die Eier, und das Männchen versorgt es in dieser Zeit mit Futter. Nach dem Schlüpfen kümmern sich beide Eltern um die Jungen. Die Nester werden manchmal auch von anderen Vögeln wie Turmfalken oder Waldohreulen genutzt.

Was frisst eine Saatkrähe?

Die Saatkrähe frisst im Vergleich zur Rabenkrähe etwas mehr pflanzliche Nahrung, vor allem Samen, Keimlinge und pflanzliche Abfälle. Einen großen Teil ihrer Nahrung machen aber auch Tiere aus, zum Beispiel Regenwürmer, Insektenlarven, Käfer, Raupen, Heuschrecken und Schnecken. Manchmal frisst sie auch kleine Tiere wie Wühlmäuse. Außerdem nimmt sie Obst, Feldfrüchte, Abfälle und Aas zu sich. Besonders gerne sucht sie in frischen Maulwurfshaufen nach Würmern und Larven. Ihre Nahrung findet sie meist am Boden, indem sie mit ihrem spitzen Schnabel tief in die Erde stochert. Manchmal klaut sie auch anderen Vögeln das Futter.

Feinde & Bedrohungen

Natürliche Feinde der Saatkrähen sind vor allem kleinere Raubtiere wie Marder, die ihre Nester plündern. Greifvögel können vor allem für die Küken gefährlich sein und Möwen versuchen manchmal, ihnen das Futter streitig zu machen.

UNSERE
LESE-EMPFEHLUNG

Bildquellen für diesen Beitrag: © Pixabay | © freepik
Autor für diesen Beitrag: V. Toff / Jagdfakten.at

DIESEN
BEITRAG TEILEN