Kurz zusammengefasst: Rehe, Hirsche, Füchse, Feldhasen und Wildschweine schützen sich vor großer Hitze, indem sie Schatten oder Wasser aufsuchen und ihre Aktivität in die kühleren Tageszeiten verlagern. Wildtiere sind bei Hitze auf Ruhe angewiesen, ungestörte Rückzugsorte sind deshalb im Sommer besonders wichtig.

Rotfuchs in der Sommerwiese - Jagdfakten.at informiert, wie Wildtiere durch die Hitze kommen

So kommen Reh, Hirsch, Fuchs & Hase durch den Sommer

An einem heißen Julitag wirkt selbst der Wald, als hätte jemand die Lautstärke heruntergedreht: Die Amsel singt nicht mehr so motiviert wie sonst, Rehe verschwinden im Schatten, Hirsche suchen Wasser, Füchse bleiben im Bau, und Feldhasen drücken sich in ihre Sassen. Hitze ist für Wildtiere nicht nur unangenehm. Sie kostet Kraft, Wasser und Ruhe.

WILDTIERE
bei Hitze

Gerade im Hochsommer brauchen Wildtiere Ruhe. Viele verlegen Futtersuche und Bewegung in jene Tageszeiten, in denen es kühler ist. Werden sie dann durch Spaziergänger, Sportler, freilaufende Hunde oder Schwammerlsucher aufgescheucht, verlieren sie wertvolle Energie.

Rücksicht im Wald: So helfen Menschen Wildtieren bei Hitze
Der wichtigste Beitrag ist deshalb oft ganz einfach: auf den Wegen bleiben, Hunde anleinen, Abstand halten und Wildtiere nicht verfolgen oder fotografieren wollen. Denn für Wildarten wie Rotwild, Rehwild, Fuchs, Feldhase oder auch Schwarzwild ist ein ungestörter Schattenplatz an heißen Tagen kein Platzerl zum Faulenzen. Er ist auch eine Überlebensstrategie.

Wildschwein bei Wasserstelle im Wald - Jagdfakten.at informiert, wie Wildtiere durch den heißen Sommer kommen
Wildschwein bei Wasserstelle im Wald
Rotwild an Wasserstelle - Jagdfakten.at informiert, wie Wildtiere durch heiße Sommertage kommen
Rotwild bei Wasserstelle
Feldhase in der Wiese - Jagdfakten.at informiert, wie Wildtiere durch heiße Sommertage kommen
Feldhase in der Wiese
Wie viel Wasser trinken Rehe? Jagdfakten.at informiert

Rehe bei Hitze: Schatten statt Bewegung

Rehe reagieren auf hohe Temperaturen, indem sie in den Energiesparmodus schalten. Das heißt: Während der größten Hitze verringern sie ihre Bewegungsaktivität und ziehen sich in schattige, kühle Einstände zurück. Gefressen (geäst) wird vor allem früh am Morgen oder spät am Abend, wenn die Luft wieder kühler ist. Dann nehmen Rehe Gräser, Kräuter, Blätter und andere saftige Pflanzen auf. Einen Großteil ihres Flüssigkeitsbedarfs decken sie dabei über die wasserreiche Nahrung (Äsung). Zusätzlich trinken sie, wenn geeignete Wasserstellen vorhanden sind.

Eine Ausnahme gibt es allerdings: die Brunft – da steht die Fortpflanzung über dem Energiesparen. Sie fällt in die Zeit von Mitte Juli bis Mitte August. Dann kann es vorkommen, dass ein Rehbock einer Geiß selbst in der größten Mittagshitze über weite Strecken folgt. Für die Tiere ist das körperlich enorm anstrengend, weil Hitze und Paarungszeit zusammenfallen.

Rotwild an Wasserstelle - Jagdfakten.at informiert, wie Wildtiere durch heiße Sommertage kommen

Rotwild: Abkühlung durch Wasser und Schlamm

Rotwild meidet bei Hitze unnötige Bewegung. Die Tiere ziehen sich in kühlere Waldlagen und schattige Einstände zurück und verweilen, wenn möglich, an Wasserstellen. Sie suchen Bäche, Flüsse oder andere Gewässer zur Abkühlung auf und suhlen sich im Schlamm. Das Wasser hilft, den Körper zu kühlen, während der Schlamm zusätzlich vor lästigen Parasiten wie Bremsen, Mücken oder Zecken schützt.

Während längerer Hitze- und Trockenperioden trocknen jedoch viele natürliche Wasserstellen aus. Wenn Tümpel, Gräben oder kleine Bachläufe verschwinden, muss Rotwild weitere Wege zurücklegen, um Wasser zu finden, und verbraucht dabei zusätzliche Energie. Gleichzeitig sind ungestörte Rückzugsräume besonders wichtig. Wird Rotwild gestört, verlässt es seine kühlen Einstände und verliert wertvolle Energiereserven.

Feldhase in der Wiese - Jagdfakten.at informiert, wie Wildtiere durch heiße Sommertage kommen

Feldhasen bei Sommerhitze: Kühlen über die Ohren

Feldhasen sind an warme, trockene Lebensräume besser angepasst als viele andere Wildtiere. Als ursprüngliche Steppenbewohner kommen sie mit Hitze grundsätzlich gut zurecht. Ihr wichtigstes Kühlungssystem tragen sie am Kopf: die großen, gut durchbluteten Ohren. Über diese sogenannten „Löffel“ können sie überschüssige Körperwärme abgeben.

Trotzdem wird der Alltag auch für Feldhasen bei extremer Trockenheit schwierig. Fehlen frische Kräuter und vertrocknet die Vegetation oder wird sie durch die Ernte entfernt, finden die Tiere nicht nur weniger Nahrung, sondern auch weniger Deckung. Tagsüber ruhen Feldhasen meist in ihrer flachen Bodenmulde, der Sasse, und werden erst in den kühleren Morgen- und Abendstunden aktiv.

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Wildschweine im Sommer: Schlamm als natürliche Klimaanlage

Wildschweine können kaum schwitzen. Deshalb brauchen sie bei Hitze Suhlen, feuchte Mulden oder Schlammlöcher. Wenn sie sich im Schlamm wälzen, entsteht beim Verdunsten angenehme Kühle. Gleichzeitig bildet der Schlamm eine Schutzschicht gegen Parasiten und Sonne.

Fehlen solche feuchten Stellen, leiden Wildschweine stärker unter der Hitze. Besonders Frischlinge und geschwächte Tiere sind dann empfindlich.

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Füchse bei Hitze: Hecheln wie ein Hund

Füchse haben eine andere Strategie: Sie hecheln. Dabei verdunstet Speichel über Zunge und Schleimhäute, wodurch der Körper gekühlt wird. Tagsüber ruhen Füchse bei großer Hitze meist in dichter Deckung oder – insbesondere während der Jungenaufzucht – im Bau. Auf Nahrungssuche gehen sie vor allem in den kühleren Abend- und Nachtstunden. Als Allesfresser sind sie dabei sehr anpassungsfähig: Mäuse, Insekten, Beeren, Fallobst oder Aas stehen auf ihrem Speiseplan.

Welche Wildtiere leiden am meisten unter Hitze? 

Besonders gefährdet sind Jungtiere, alte oder geschwächte Tiere sowie Wildtiere in strukturarmen Landschaften. Wo Hecken, Waldränder, Feuchtstellen und Wasserläufe fehlen, gibt es weniger Schatten, weniger Nahrung und weniger Rückzugsräume. Hitze belastet Wildtiere daher nicht nur durch hohe Temperaturen, sondern auch durch den Verlust geeigneter Lebensräume und natürlicher Wasserstellen.

Schlafen Wildtiere bei Hitze anders?

Wildtiere schlafen bei Hitze nicht unbedingt mehr, aber sie verlegen ihre Ruhe- und Aktivitätsphasen in die kühleren Tageszeiten. Viele werden erst in den frühen Morgen- und späten Abendstunden aktiv. Tagsüber ruhen oder dösen sie im Schatten, im Bau, im Dickicht oder in kühlen Senken. Dabei bleiben sie jedoch stets aufmerksam, um auf mögliche Gefahren schnell reagieren zu können.

Welche Rolle spielen Jäger in Trockenzeiten?

Jägerinnen und Jäger beobachten die Auswirkungen von Hitze und Trockenheit auf Wildtiere direkt im Revier. Deshalb gehört es vielerorts zu ihren Aufgaben, natürliche Wasserstellen zu erhalten oder zusätzliche Wildtränken und Suhlen anzulegen. Ebenso tragen sie durch die Pflege strukturreicher Lebensräume mit Hecken, Waldrändern und Deckungsflächen dazu bei, dass Wildtiere ausreichend Rückzugsräume und Schutz vor Hitze finden. Solche Maßnahmen können insbesondere während längerer Trockenperioden dabei helfen, die Lebensbedingungen heimischer Wildtiere zu verbessern.

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Bildquellen für diesen Beitrag: © Envato | © AdobeStock (Reh)
Autor für diesen Beitrag: U. Macher / Jagdfakten.at

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