Rabenkrähe, Aaskräe - ein kurzer Steckbrief: Jagdfakten.at informiert

Anpassungsfähiger Kulturfolger in zwei Kleidern

Wusstest du, dass die Aaskrähe bei uns in zwei Unterarten vorkommt – als Rabenkrähe und Nebelkrähe?
Mehr dazu erfährst du in diesem Steckbrief.

AASKRÄHE
STECKBRIEF

Name: Aaskrähe (Corvus corone)
männlich: Männchen
weiblich: Weibchen
Junge: Jungvogel

Tierfamilie: Rabenvögel

Größe: 44-51 cm

Flügelspannweite: 84-104 cm

Gewicht: 410-675 g

Paarungszeit (Balz): März-April

Brutdauer: ca. 19 Tage

Gelege: 4-6 Eier

Wie sieht eine Aaskrähe aus?

Die Aaskrähe ist ein mittelgroßer Rabenvogel, gehört zu den Singvögel und kommt in weiten Teilen Eurasiens vor. Männchen und Weibchen unterscheiden sich optisch nicht (= kein Sexualdimorphismus).

In Mitteleuropa treten zwei Unterarten auf:

  • Rabenkrähe: vollständig schwarz mit leicht glänzendem Gefieder, befiederter Schnabelwurzel und geraden Stoß. Wird oft mit dem Kolkraben verwechselt, der Kolkrabe ist aber deutlich größer, hat einen kräftigeren Schnabel und einen keilförmigen Stoß.
  • Nebelkrähe: grau-schwarzes Gefieder. Kopf, Flügel und Stoß sind schwarz.

Es kommen auch häufig Mischformen (Hybride) zwischen den Beiden Unterarten vor, die unterschiedlich starke Grauanteile zeigen. Rabenvögel sind Allesfresser und zeichnen sich generell aus durch:

  • Große Anpassungsfähigkeit
  • Hoch organisiertes Sozialleben und Intelligenz
  • Hohes Alter (viel Zeit, um zu lernen und Wissen weiterzugeben)
  • Kräftige Beine
Rabenkraehe - Jagdfakten.at informiert
Rabenkrähe
Nebelkraehe - Jagdfakten.at informiert
Nebelkrähe
Kolkrabe sitzt auf Ast, Jagdfakten.at informiert
Kolkrabe

Was macht Aaskrähen so besonders:

  • Hohe Intelligenz: Sie sind äußerst klug. Sie können Probleme lösen, verstehen Regeln und können sogar komplexe, verschachtelte Muster erkennen.

  • Sechster Sinn: Aaskrähen erkennen früh kranke oder schwache Tiere und werden daher auch als „schwarze Gesundheitspolizei“ bezeichnet.

  • Beobachter & Warner: Rabenvögel erkennen Menschen über Jahre hinweg wieder und warnen Artgenossen vor möglichen Gefahren.

Wo leben Aaskrähen?

 

Lebensraum und Vorkommen:
Die Aaskrähe ist ein anpassungsfähiger Kulturfolger und lebt in fast allen Landschaften, besonders im Kulturland sowie in Städten mit Bäumen und Parks. Sie meidet dichte, geschlossene Wälder und baumlose Gebiete und ist im Flachland häufiger anzutreffen als im Gebirge. In Österreich ist die Rabenkrähe weit verbreitet, während die Nebelkrähe vor allem im Osten und Südosten vorkommt. Wichtig für die Ansiedlung sind Bäume oder Gebüsche als Nistplätze.

Lebensweise und Sozialverhalten:
Aaskrähen führen ein hoch organisiertes Sozialleben und leben meist monogam in Dauerehe mit engem Paarzusammenhalt. Brutpaare verteidigen ihr Revier energisch gegen Schwärme aus Nichtbrütern und Jungvögeln („Junggesellentrupps“), während Nichtbrüter in Gruppen umherziehen. Die Vögel sind tagaktiv und übernachten in Gemeinschaftsschlafplätzen. Reviere werden durch körperliche Stärke erworben und meist dauerhaft gehalten.

Die Geschlechtsreife tritt im 2. Lebensjahr ein. Während das Weibchen brütet, wird es vom Männchen versorgt. Das Nest wird innerhalb von 4–7 Tagen aus Ästen, Moos, Gras, Tierhaaren und Federn gebaut, meist hoch in Bäumen. Diese Nester werden später auch von anderen Vogelarten wie Falken und Eulen genutzt.

Was frisst eine Aaskrähe?

Die Aaskrähe ist ein Allesfresser mit sehr vielseitiger, je nach Ort und Jahreszeit variierender Nahrung. Sie frisst unter anderem Insekten, Würmer, Kleinsäuger, Jungvögel, Eier, Aas sowie Früchte, Samen und Abfälle. Die Nahrungssuche erfolgt im Flug, am Boden oder von Bäumen aus. Die Nahrung wird mit dem Schnabel, teilweise auch mit den Füßen aufgenommen.

Feinde & Bedrohungen

Besonders gefürchtet ist der Habicht, der als bedeutendster Feind der Aaskrähe gilt. Während der Brutzeit verteidigen Aaskrähen ihr Nest lautstark und oft gemeinsam gegen angreifende Greifvögel. Selbst größere Arten wie der Mäusebussard werden attackiert und vertrieben. Gefahr droht auch durch Nesträuber wie den Marder.

UNSERE
LESE-EMPFEHLUNG

Federwild in Österreich

Kolkrabe – Steckbrief

Literaturhinweis: Liao, S., Brecht, K. F., & Nieder, A. (2022). Recursive sequence generation in crows. Science Advances, 8(42), eabq3356.

Bildquellen für diesen Beitrag: © Pixabay | © Canva by Jagdfakten
Autor für diesen Beitrag: V. Toff / Jagdfakten.at

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