Alpendohle - ein kurzer Steckbrief: Jagdfakten.at informiert

„Wetterfrosch der Alpen“

So ist die Alpendohle vielen Bergwanderern bekannt. Die zur Familie der Rabenvögel gehörende Vogelart fällt durch ihren gelben Schnabel – und ihre Vorliebe für Pommes & Co. auf Berghütten auf. Woher kommt ihr Beiname? Vor Wetterumschwüngen und Schneefällen werden Alpendohlen häufig in tieferen Lagen gesichtet. Mehr über den faszinierenden Bewohner des Hochgebirges im Steckbrief:

ALPENDOHLE
STECKBRIEF

Name: Alpendohle (Pyrrhocorax graculus)
männlich: Männchen
weiblich: Weibchen
Junge: Jungvogel

Tierfamilie: Rabenvögel

Größe: ca. 35-40 cm

Gewicht: ca. 200–250 g

Flügelspannweite: ca. 75-85 cm

Brutzeit: April–Juli

Brutdauer: 17–22 Tage

Eier / Gelege: 3-5 Eier

Alter: bis zu 20 Jahre

Wie sieht eine Alpendohle aus?

Die Alpendohle ist deutlich kleiner als eine Krähe, besitzt ein schwarzes Gefieder und ihr zitronengelber Schnabel sowie die kräftigen orange-roten Beine gelten als unverwechselbare Merkmale der Art. Männchen und Weibchen unterscheiden sich nicht (= kein Sexualdimorphismus).

Oft wird die Alpendohle mit der Alpenkrähe verwechselt, da beide Arten denselben Lebensraum teilen. Die Alpenkrähe ist in Österreich jedoch nur eine Ausnahmeerscheinung. Im Unterschied zur Alpendohle besitzt die Alpenkrähe einen längeren, roten Schnabel, deutlich längere Beine sowie einen kürzeren Schwanz.

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Orange-rote Beine einer Alpendohle
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Alpenkrähe

Welche Eigenschaften zeichnen Rabenvögel aus:

  • Rabenvögel (neben der Alpendohle zählen dazu zB. auch Kolkrabe, Elster, Eichelhäher) gehören zu den Singvögeln

  • Sie erreichen ein hohes Alter und können dadurch viele Erfahrungen sammeln und Wissen weitergeben

  • Hoch entwickeltes Sozialverhalten und bemerkenswerte Intelligenz

  • Sie sind Allesfresser, haben kräftige Beine und verfügen über eine große Anpassungsfähigkeit

Wo lebt die Alpendohle?

 

Lebensraum und Vorkommen:
Die Alpendohle brütet in den Hochgebirgen Eurasiens – von Spanien bis nach Ostasien. In Österreich ist sie ein verbreiteter Brutvogel der alpinen Regionen, nach Osten hin nimmt ihre Bestandsdichte jedoch ab. Sie kommt mit Ausnahme von Wien und dem Burgenland in fast allen Landesteilen vor.

Ihr bevorzugter Lebensraum sind steile Felswände, Felsspalten und alpine Rasenflächen oberhalb der Baumgrenze. Die Alpendohle kann in Höhen von über 4.000 Metern leben und zählt damit zu den höchstlebenden Vogelarten Europas. Im Gegensatz zu vielen anderen Vogelarten verlässt sie das Hochgebirge auch im Winter nicht. Selbst bei Schnee und eisigen Temperaturen bleibt sie in den alpinen Regionen und sucht nur gelegentlich tiefere Täler auf.

Lebensweise und Sozialverhalten:
Alpendohle leben sehr gesellig und sind häufig in größeren Trupps anzutreffen. Sie besitzen eine bemerkenswerte Zutraulichkeit und halten sich oft in der Nähe von Menschen auf. Innerhalb der Gruppen herrscht eine strenge Rangordnung: Ranghöhere Tiere dürfen sich im Zentrum des Trupps aufhalten. Um Konflikte zu vermeiden, verfügen Alpendohlen über zahlreiche Imponier-, Droh- und Demutsgesten. Kämpfe kommen nur selten vor, können dann jedoch heftig ausgetragen werden.

Alpendohlen leben meist in monogamer Dauerehe und beginnen etwa im dritten Lebensjahr zu brüten. Die Balz findet oft in Gruppen statt, wobei die Männchen den Weibchen Futtergeschenke überreichen. Genistet wird vor allem in Spalten, Nischen und kleinen Höhlen steiler Felswände, teilweise aber auch an menschlichen Bauwerken wie Seilbahnstationen. Die Nestmulde wird sorgfältig mit feinem Pflanzenmaterial ausgepolstert.

Ab Mai beginnt das Weibchen mit der Eiablage. Typisch für Alpendohlen sind ihre waghalsigen Flugmanöver. Sie erreichen Fluggeschwindigkeiten von etwa 70 bis 80 km/h, im Sturzflug sogar bis zu 200 km/h.

Warum ist die Alpendohle auch als „Wetterfrosch der Alpen bekannt“?
Weil ihr Auftreten in den Tälern im Winter in vielen Alpenregionen als Vorzeichen für frühe Schneefälle gilt.

Was frisst eine Alpendohle?

Das Tier ist ein Allesfresser und passt seine Nahrung flexibel an das jeweilige Nahrungsangebot an. Es frisst unter anderem Schnecken, Würmer, Larven, Beeren sowie Aas. Zudem profitiert es von der touristischen Nutzung der Alpenregionen, da auf Almhütten und beliebten Ausflugsplätzen häufig Speisereste zurückbleiben, die zusätzlich als Nahrung dienen.

Feinde & Bedrohungen

Zu den natürlichen Feinden der Alpendohlen gehören Greifvögel wie der Habicht und der Steinadler sowie Raubtiere wie der Marder und der Rotfuchs.

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Bildquellen für diesen Beitrag: © Pixabay
Autor für diesen Beitrag: V. Toff / Jagdfakten.at

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