
Trickreicher Wespenspezialist
Der Wespenbussard ist ein besonderer Greifvogel. Er verfügt über erstaunliche Fähigkeiten, um an seine Lieblingsnahrung zu gelangen. Welche besonderen Tricks ihn zu einem echten Wespenspezialisten machen und viele weitere spannende Fakten erfährst du hier:
WESPENBUSSARD
STECKBRIEF
Name: Wespenbussard (Pernis apivorus)
Männchen: Terzel
Weibchen: Weibchen
Junge: Junge
Junges im Horst: Nestling
Noch nicht flügger Jungvogel außerhalb des Nests: Ästling
Tierfamilie: Habichtartige
Größe: ca. 50-60 cm
Flügelspannweite: ca. 135-160 cm
Gewicht: 500-1.000 g
Paarungszeit (Balz): Mai
Brutdauer: 30-35 Tage
Eier: 2-3
Wie sieht ein Wespenbussard aus?
Oft wird der Wespenbussard mit dem Mäusebussard verwechselt. Er weist jedoch eine größere, schlankere Statur sowie längere Flügel auf. Ein wichtiges Erkennungsmerkmal ist der lange Schwanz mit drei markanten Querbändern: beim Mäusebussard ist er fein gebändert, im Alter mit einer breiten Endbinde.
Ein besonderes Merkmal des Wespenbussards ist sein im Vergleich zur Körpergröße etwas kleiner, taubenähnlicher Kopf. Im Gegensatz zu den meisten Greifvögeln verfügt der Wespenbussard über keinen ausgeprägten Überaugenknochen, da seine Augen nicht vor großen Beutetieren geschützt werden müssen. Dadurch erscheint er weniger streng.
Alt- und Jungvögel lassen sich gut unterscheiden:
- Erwachsene Wespenbussarde haben eine dunkelgraue Wachshaut und gelb bis orangefarbene Augen.
- Jungvögel besitzen dagegen eine gelbe Wachshaut und eine dunkle Iris.
Die Beine sind bei allen Wespenbussarden gelb, die Krallen schwarz und der kleine, schlanke Schnabel ist schwarzgrau. Das Männchen erkennt man an seinem hellgrauen bis blaugrauen Kopf, Weibchen und Jungvögel sind dagegen überwiegend schokoladenbraun gefärbt. Weibchen sind größer als Männchen.
Was macht diesen Greifvogel so besonders:
Wo lebt der Wespenbussard?
Lebensraum und Vorkommen:
Der Lebensraum des Wespenbussards erstreckt sich über ganz Mitteleuropa. Seine natürlichen Lebensräume sind vor allem hügelige Laub- und Mischwälder, die Lichtungen und Waldränder aufweisen. In Österreich ist er weit verbreitet, fehlt jedoch in den Hochlagen oberhalb der Waldgrenze. Der Wespenbussard ist ein Zugvogel. Von April bis September hält er sich in Europa auf und zieht dann weiter in die tropischen Regionen Afrikas, wo er den Winter verbringt.
Lebensweise und Sozialverhalten:
Der Wespenbussard ist ein tagaktiver Greifvogel und tötet seine Beute durch kräftigen Druck der Krallen und Zehen (Grifftöter). Er brütet hoch oben auf Bäumen und baut seinen Horst gemeinsam mit seinem Partner oder nutzt bestehende Horste anderer Greifvögel oder Krähennester als Grundlage. Der Horst wird regelmäßig mit frischen grünen Zweigen ausgelegt. Beide Altvögel beteiligen sich an der Brut und Jungenaufzucht. Sie wärmen und füttern die Küken, bis diese nach etwa 44 Tagen flügge werden. Die Jungen sind Nesthocker und bleiben bis zum Flüggewerden im Horst. Geschlechtsreif werden Wespenbussarde frühestens im Alter von drei Jahren.
Anders als viele andere Greifvögel in Europa, wie etwa der Habicht, setzen junge Wespenbussarde ihren Kot nicht über den Horstrand ab, sondern platzieren ihn auf dem Nestrand. Unterhalb des Brutbaums fehlen daher häufig die für Greifvogelhorste typischen weißen Kotspuren.
Ernährung
Der Wespenbussard ist ein echter Nahrungsspezialist und hat sich auf Larven und Puppen von Wespen spezialisiert. Daneben frisst er auch Larven von Wildbienen und Hummeln sowie andere Insekten. Gelegentlich ergänzen kleine Frösche, Eidechsen, Mäuse oder Beeren seinen Speiseplan.
Feinde & Bedrohungen
Auch der Wespenbussard hat Feinde. Seine Eier und Jungvögel sind besonders beliebt bei großen Greifvögeln wie Habicht oder Uhu. Auch der Kolkrabe ist ein gefährlicher Nesträuber: Er plündert Nester und frisst Eier oder frisch geschlüpfte Küken.
Der Wespenbussard ist geschützt und darf nicht bejagt werden.
UNSERE
LESE-EMPFEHLUNG
Bildquellen für diesen Beitrag: © Envato Dennis Jacobsen & tan4ikk
Autor für diesen Beitrag: V. Toff / Jagdfakten.at
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