Stieglitz: Singvögel - wer singt zuerst in der Früh? Jagdfakten.at informiert

Noch bevor die Sonne aufgeht, erklingen die ersten Vogelstimmen.

Hast du dich schon einmal gefragt, welcher Singvogel den Morgenchor eröffnet? Nach und nach stimmen immer mehr Singvögel ein, bis die Natur von einem beeindruckenden Konzert erfüllt ist. Dabei sind in der Morgendämmerung natürlich auch andere Vogelarten zu hören – etwa der markante Ruf des Fasanenhahns. In diesem Beitrag widmen wir uns jedoch den heimischen Singvögeln und der Frage, wann sie in den Morgenchor einstimmen.

SINGVÖGEL

Wer singt zuerst in der Früh?

Für Singvögel erfüllt der Gesang gleich mehrere wichtige Funktionen: Sie markieren und verteidigen damit ihr Revier, werben um einen Partner und kommunizieren mit Artgenossen. Jede Vogelart hat dabei ihren eigenen charakteristischen Gesang. In unseren Breiten ist bei vielen Singvogelarten vor allem das Männchen zu hören. Auch bei der Partnerwahl spielt der Gesang eine wichtige Rolle: Je nach Vogelart können etwa Vielfalt, Qualität und Ausdauer des Gesangs Hinweise auf die Vitalität und Kondition eines Männchens geben.

Besonders eindrucksvoll ist der Morgenchor im Frühjahr und Frühsommer, wenn viele Vögel ihre Reviere besetzen, um Partner werben und brüten.

Schon lange vor Sonnenaufgang beginnen die ersten Frühaufsteher zu singen. In der morgendlichen Ruhe tragen ihre Stimmen besonders weit. Doch nicht alle Arten starten gleichzeitig: Jede hat ihren festen Platz im Morgenkonzert. Ein wichtiger Taktgeber dafür ist die zunehmende Helligkeit der Morgendämmerung. Mit den länger werdenden Tagen und der früher einsetzenden Morgendämmerung beginnt der Morgenchor im Frühjahr auch zu einer immer früheren Uhrzeit.

Die angegebenen Monate beziehen sich auf die jeweilige Hauptgesangszeit.

1. Singvögel: Frühe Sänger

Diese Singvögel gehören zu den ersten Sängern des Tages. Noch bevor die Sonne aufgeht, starten sie ihr Konzert und läuten den Morgen ein:

Gartenrotschwanz - Jagdfakten.at informiert
Gartenrotschwanz

Gartenrotschwanz 

Singt ca. 80 Minuten vor Sonnenaufgang.
Er gehört zu den ersten Singvögeln des Morgens. Sein Lied beginnt mit einem kurzen „hüit“, gefolgt von einem tieferen „tick-tick-tick“.

Zu hören: April bis Juli

Hausrotschwanz - Jagdfakten.at informiert
Hausrotschwanz

Hausrotschwanz 

Singt ca. 70 Minuten vor Sonnenaufgang.
Sein Gesang besteht aus klappernden, pfeifenden und knirschenden Lauten sowie einem scharfen „fist“.

Zu hören: März bis Juli 

Rauchschwalbe - Jagdfakten.at informiert
Rauchschwalbe

Rauchschwalbe 

Singt ca. 60 Minuten vor Sonnenaufgang.
Als eine der ersten Vogelstimmen vor Sonnenaufgang lässt die Rauchschwalbe ihre lebhaft-zwitschernden „witt witt“-Rufe hören.

Zu hören: April bis Juli

Singdrossel - Jagdfakten.at informiert
Singdrossel

Singdrossel 

Singt ca. 55 Minuten vor Sonnenaufgang.
Sie wiederholt ihre Melodien meist zwei- bis viermal hintereinander und ist dadurch leicht zu erkennen.

Zu hören: Februar bis Juli

Rotkehlchen - Jagdfakten.at informiert
Rotkehlchen

Rotkehlchen 

Singt ca. 50 Minuten vor Sonnenaufgang.
Sein klarer, melodischer Gesang besteht aus feinen, perlenden und flötenden Tönen.

Zu hören: Februar bis Juli

Amsel - Jagdfakten.at informiert
Amsel

Amsel 

Singt ca. 45 Minuten vor Sonnenaufgang.
Ihr melodischer, flötender Gesang mit kurzen Pausen zwischen den einzelnen Strophen ist besonders leicht zu erkennen.

Zu hören: Februar bis Juli

Zaunkönig - Jagdfakten.at informiert
Zaunkönig

Zaunkönig 

Singt ca. 40 Minuten vor Sonnenaufgang.
Klein, aber oho! Mit nur etwa 9-10,5 cm Körperlänge singt der Zaunkönig besonders laut und kräftig. Er kommt auf bis zu 90 Dezibel und kann beinahe 500 m weit zu hören sein.

Zu hören: Februar bis Juli

Zilpzalp: Singvögel - wer singt zuerst in der Früh? Jagdfakten.at informiert
Zilpzalp

Zilpzalp 

Singt ca. 35 Minuten vor Sonnenaufgang.
Sein unverwechselbarer, namensgebender Gesang klingt wie „Zilp-zalp, zilp-zalp“.

Zu hören: März bis Juli

Was ist das Besondere an Singvögeln?

  • Gesang will gelernt sein: Singvögel beherrschen ihren Gesang nicht einfach von Geburt an. Junge Vögel hören den Gesängen ihrer Artgenossen zu, prägen sie sich ein und üben später selbst, bis sie den für ihre Art typischen Gesang beherrschen.

  • Leistungsfähige Atmung: Vögel besitzen neben der Lunge ein System aus Luftsäcken. Beim Singen müssen Atmung und Lauterzeugung besonders genau zusammenspielen. Viele Singvögel holen zwischen einzelnen Gesangselementen in Sekundenbruchteilen Luft und können dadurch lange und komplexe Gesangsfolgen hervorbringen.

  • Besonderer Stimmkopf: Der Stimmkopf der Vögel heißt Syrinx und unterscheidet sich deutlich von unserem Kehlkopf. Bei Singvögeln ist er besonders komplex aufgebaut und ermöglicht eine große Vielfalt an Tönen und Melodien. Seine beiden Seiten können teilweise unabhängig voneinander gesteuert werden – manche Singvögel können dadurch sogar zwei unterschiedliche Töne gleichzeitig erzeugen. Wie laut und intensiv ein Vogel singt, hängt unter anderem davon ab, wie stark die Luft durch die Syrinx gepresst wird – und nicht von seiner Körpergröße.

  • Ausgezeichnetes Gehör: Für das Erlernen und Wiedererkennen von Gesängen spielt der Hörsinn eine wichtige Rolle. Singvögel können artspezifische Gesänge unterscheiden und nutzen das Gehör auch, um ihren eigenen Gesang zu erlernen und zu kontrollieren.

2. Singvögel: Später im Morgenchor

Diese Vögel stimmen erst kurz vor Sonnenaufgang in den Morgenchor ein:

Kohlmeise - Jagdfakten.at informiert
Kohlmeise

Kohlmeise 

Singt ca. 30 Minuten vor Sonnenaufgang.
Ihr abwechslungsreicher Gesang umfasst verschiedene Strophen und Motive. Besonders bekannt ist das „zi-zi-bäh“; manche Varianten werden auch mit „didü-didü“ oder dem Merkspruch „Frühling, Frühling“ beschrieben.

Zu hören: Jänner bis Juni

Fitis - Jagdfakten.at informiert
Fitis

Fitis 

Singt ca. 20 Minuten vor Sonnenaufgang.
Sein weicher, abfallender Gesang besteht aus hellen, abfallenden Tönen und klingt fast wie eine kleine Melodie.

Zu hören: April bis Juni

Stieglitz: Singvögel - wer singt zuerst in der Früh? Jagdfakten.at informiert
Stieglitz

Stieglitz  

Singt ca. 20 Minuten vor Sonnenaufgang.
Sein Gesang ist ein lebhaftes, schnelles Zwitschern mit Trillern und Schnörkeln. Charakteristisch sind seine hellen Rufe wie „stiglit“ oder „didelit“, denen er auch seinen Namen verdankt.

Zu hören: Februar bis Juni

Grünfink - Jagdfakten.at informiert
Grünfink

Grünfink 

Singt ca. 15 Minuten vor Sonnenaufgang.
Sein Gesang besteht aus trillernden, zwitschernden und langgezogenen, summenden Lauten.

Zu hören: Jänner bis Juli

Star: Singvögel - wer singt zuerst in der Früh? Jagdfakten.at informiert
Star

Star

Singt ca. 15 Minuten vor Sonnenaufgang.
Ein echtes Stimmtalent: Der Star kann andere Vogelstimmen und sogar Geräusche aus seiner Umgebung nachahmen und in seinen eigenen Gesang einbauen.

Zu hören: Jänner bis September

Buchfink - Jagdfakten.at informiert
Buchfink

Buchfink

Singt ca. 10 Minuten vor Sonnenaufgang.
Als einer der letzten Sänger vor Sonnenaufgang stimmt der Buchfink seinen kräftigen, abwechslungsreichen Gesang an. Typisch ist der sogenannte „Finkenschlag“, mit dem die Strophe häufig endet.

Zu hören: Februar bis Juli

UNSERE
LESE-EMPFEHLUNG

Bildquellen für diesen Beitrag: © Envato
Autor für diesen Beitrag: V. Toff / Jagdfakten.at

DIESEN
BEITRAG TEILEN