Für viele gehört VÖGEL FÜTTERN zum Winter wie Weihnachten und der Fasching. Vogelfutter ist für unsere bunten Vielflieger im Winter wichtig. Und für junge Vogelliebhaber ist das Futterhäuschen am eigenen Balkon oder im Garten oft die erste Beobachtungsmöglichkeit für die heimische Vogelwelt. Für Menschen, die nicht mehr so mobil sind, sind sie eine schöne Gelegenheit für einen Kontakt zur Natur.

RICHTIG VÖGEL FÜTTERN

  • Was sollte man beim Einrichten einer Vogel-Futterstelle beachten?
  • Wo platziert man ein Vogelhaus am besten?
  • In welchem Zeitraum sollte Vogelfutter ausgelegt werden?
  • Welche Arten von Vogelfutter gibt es?
  • Welche Vögel fressen welches Futter?
  • Was Sie nicht füttern sollten!

Was sollte man beim Einrichten einer Vogel-Futterstelle beachten?

Ganz gleich ob Sie fertige Vogelfutterspender kaufen oder selbst eine Futterstelle für Vögel herstellen – folgende drei Hinweise sollten Sie dabei unbedingt beachten:

  1. Die Futterstelle braucht einen geeigneten „Ansitz“ für unsere gefiederten Freunde.
  2. Das Vogelfutter braucht einen geeigneten Schutz vor Nässe und Schnee, damit es nicht verdirbt.
  3. Stellen Sie sicher, dass der Kot der Vögel und das Futter nicht in Berührung kommen. Damit minimieren Sie die Gefahr der Ausbreitung von Krankheitserregern.
  4. Das Futterhäuschen sollte in Reichweite geeigneter Deckung zum Schutz vor Beutegreifern wie Greifvögeln und Hauskatzen stehen.

Sollten Sie nicht zu den passionierten Bastlerinnen und Bastlern gehören, dann bietet der Fachhandel jede Menge an Futterhäuschen und Futtersilos.

Wo platziert man ein Vogelhaus am besten?

Der natürliche Lebensraum vieler Tierarten gerät aufgrund unserer stark bewirtschafteten Kulturlandschaften immer mehr unter Bedrängnis. So auch viele Hecken die nicht nur Schutz für Wildtiere wie Hase, Ente oder Fasan, sondern auch für unsere heimischen Vogelarten bieten. Es empfiehlt sich daher die Futterstellen in einem sinnvollen Abstand zu Bäumen oder Büschen zu platzieren, die den Vögeln Schutz bieten. Schutz vor Menschen, aber auch Schutz vor Greifvögeln oder Katzen.

Wer Piepmatz & Co bei der Vogelfütterung beobachten möchte, sollte den Futterspender an einer übersichtlichen Stelle platzieren.

Ein nicht zu unterschätzendes Gefahrenpotenzial – gerade im urbanen Raum – stellen Glasscheiben dar. Wenn Sie also einen teilverglasten Balkon oder generell große Glasflächen haben, bekleben Sie diese zum Schutz der Vögel.

In welchem Zeitraum sollten Vögel gefüttert werden?

Die Fütterung im Winter rettet vielen Vögeln das Leben. Vor allem unerwartete, späte Wintereinbrüche oder lang andauernde Kälteperioden sind eine Gefahr. Daher sind Futterstellen in unseren Breiten im Zeitraum von Oktober/November bis März/April sinnvoll.

Einer der führenden Ornithologen Deutschlands, Prof. Dr. Peter Berthold, hat sich mit dem Thema der Vogelfütterung näher befasst. Nach jahrzehntelanger Forschung stellte Prof. Berthold fest, dass Futterhäuschen eine sehr wichtige Hilfe für das Überleben der heimischen Vögel – auch außerhalb der Winterzeit – darstellen. Begründet wird dieses Ergebnis unter anderem durch den Rückgang der Insektenpopulation in den vergangenen Jahrzehnten um rund 75 Prozent.

Die Forschungen haben ebenfalls ergeben, dass in der Aufzuchtzeit der Jungvögel, die Futterhäuschen nur in Notzeiten aufgesucht werden. Der Instinkt der Altvögel ihren Jungen natürliches Futter zu verfüttern ist stark ausgeprägt. Das Argument, dass von Futterhäuschen eine hohe Ansteckungsgefahr ausgeht konnte nicht bestätigt werden. Grund ist hohe Körpertemperatur der Vögel, die bei 43 bis 44 Grad Celsius liegt. Dadurch haben ansteckende Keime nur ein geringes Etablierungspotential.

Welches Vogelfutter soll verwendet werden?

Nicht jedes Vogelfutter ist für alle Vögel geeignet. Prinzipiell können unsere Vogelarten in drei Hauptgruppen eingeteilt werden:

  • Körnerfresser
  • Weichfutterfresser
  • Allesfresser

Wenn Sie nicht wissen, welche Vogelarten bei Ihnen auf Besuch kommen, dann bieten sich Sonnenblumenkerne als „Allround-Futter“ an. Ein Tipp dazu: versuchen Sie bereits geschälte Kerne zu bekommen, das reduziert deutlich den Mist in der Umgebung Ihrer Futterstelle und sie können von den meisten Vogelarten gefressen werden. Allerdings sind die Kerne ohne Schale nicht lange haltbar.

WELCHE VÖGEL FRESSEN WELCHES FUTTER?

Die bekanntesten Körnerfresser sind Finken und Sperlinge. Vor allem der Haussperling ist ein oft gesehener Gast im städtischen Gebiet.

Als Futter schätzt der Haussperling Sonnenblumenkerne, Nüsse aber auch Hirse und Getreide. Ein regelmäßiger Besucher von Futterstellen ist auch der Buchfink. Er liebt große Samen aber auch Getreide, Nüsse und Haferflocken.

Die bekanntesten Weichfutterfresser sind Rotkehlchen, Amseln, Drosseln und der Zaunkönig.

Diese Vögel brauchen in den Futterstellen Beeren, Früchte und Fettfutter wie fettgetränkte Haferflocken oder Insektenfutter, wie zum Beispiel Mehlwürmer. Das Rotkehlchen liebt auch gehackte Nüsse und ist von den drei genannten Vogelarten am häufigsten auch in dicht besiedelten Wohngegenden zu beobachten.

Die bekanntesten Allesfresser sind Meisen und Spechte. Allesfresser ernähren sich sowohl von Insekten als auch von diversen Samen. Die regelmäßigste Besucherin von Futterhäuschen unter den Meisen ist die Kohlmeise. Bei den Spechten ist der Buntspecht am ehesten bei Futterstellen anzutreffen.

Das bevorzugte Futter dieser Allesfresser sind fettreiche Samen, Nüsse, Insektenfutter und die auch in Supermärten zu erwerbenden Meisenknödel.

NICHT JEDES FUTTER IST GUT!

Was Sie nicht füttern sollten sind Semmeln und Brot!

Semmeln und Brot quellen nicht nur im Magen auf, sie sind auch sehr leicht verderblich. Das gilt übrigens nicht nur für das Füttern der hier genannten Vogelarten, sondern auch für die Tauben im Park oder Wasservögel wie Schwäne und Enten.

Ebenfalls nicht zur Fütterung geeignet sind Fleisch oder gewürzte Speisereste.

Achten Sie auf die Futterzusammenstellung. Häufig kommen im Vogelfutter Samen von Pflanzen vor, die in Österreich nicht heimisch sind und zu invasiven Arten zählen – z.B. Ambrosia: Diese Pflanze löst selbst bei Nicht-Allergikern schwere Reizungen aus. Angefangen von Kratzen im Hals, Jucken in den Augen, Husten und sogar zu Asthma zählen zu den Wirkungen der Pflanze. Die aus Nordamerika eingeschleppte Pflanze gilt als Neophyt und eine Ausbreitung sollte auf jeden Fall vermieden werden.

Erhaltung des Lebensraumes ist der beste Schutz

So wie Jägerinnen und Jäger Hecken anlegen, können Garteninhaber ihren Garten naturnah gestalten und so unseren heimischen Vogelarten wertvolle Lebensräume schaffen. Sträucher und Bäume wie Holunder, Schlehe und Weißdorn, Himbeere, Traubenkirche, Schneeball, Kornelkirsche, Eberesche, Heckenrose, Roter Hartriegel, Liguster, Pfaffenhütchen und auch Faulbäume bieten den Vögeln über das Jahr verteilt wichtige Deckungsmöglichkeiten und Nahrungsquellen.

Aber auch Pflanzen wie Sonnenblumen, Mohnblumen, Beifuß, Ringelblumen und Eselsdisteln oder Nachtkerzen verschönern nicht nur den Garten, sondern versorgen Körnerfresser, wie Finken und Sperlinge mit Nahrung.

Das anfallende Laub dieser Bäume, Sträucher und Blumen hat ebenfalls viele positive Effekte auf die Biodiversität im eigenen kleinen Gartenbiotop. Sofern das Herbstlaub liegen bleiben darf, können Vögel auch im Winter von den Insekten im Laub profitieren. Komposthaufen sind ebenfalls gute Möglichkeiten der heimischen Artenvielfalt unter die Arme zu greifen, da diese auch im Winter lange nicht zufrieren und Vögel darin viele Kleintiere, Käfer und Regenwürmer finden können.