29. November 2018

Hausmittel der Natur – Waldapotheke

Bewährte Hausmittel aus Großmutters Schatztruhe. Wer kennt die traditionellen Weisheiten nicht? Der Salbeitee bei Halsschmerzen oder die berüchtigten „Essigbatscherl“, wenn die Herbsterkältung Fieber im Gepäck hatte. Die Natur steckt voller Heilmittel, doch allzu oft geht das Wissen um diese Heilkräfte, ihren natürlichen Ursprung und ihre Anwendung verloren.

Moderne Jagd- und Waldapotheken sind immer mehr im Kommen. Sie nutzen traditionelles Wissen in Kombination mit neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen für einfache und wirkungsvolle Heilmittel.

Salbei ist ein sehr bekanntes Heilkraut

Hausmittel aus der Natur – von Heilkräutern und Wildtieren

Der modernen Jagd geht es um die nachhaltige Nutzung von Wildtieren. Jedes Tier soll, sofern möglich, auch ganzheitlich verwendet werden. Wald- und Jagdapotheken knüpfen hier an und zeigen auf, wie aus pflanzlichen und tierischen Stoffen Heilmittel gewonnen werden.

 

Beispiele für Heilmittel aus der Natur:

  • Murmeltiersalbe:
    Schmerzstillend und gut für trockene und rissige Haut.
    Eine Video und eine Anleitung zum Selbermachen finden Sie am Ende dieses Artikels.
  • Dachsfett:
    Diese Salbe wird gerne bei Rheumaerkrankungen, bzw. Schuppenflechte oder Neurodermitis verwendet. Dachsfett ist bereits seit dem Mittelalter bekannt und kommt auch bei landwirtschaftlich genutzten Haustieren – zum Beispiel bei trockenen, rissigen Kuheutern – zum Einsatz.

Die wohltuenden Salben haben breite Anwendungsmöglichkeiten

Naturstoffe mit schmerzlindernder Wirkung finden wir beispielsweise in der Weidenrinde, Birkenrinde oder in Pappelknospen und Mädesüßblüten.
Apropos – wussten Sie, dass sich vom lateinischen Namen der Mädesüßblüte (Spirea Ulmaria) auch der Name Aspirin ableitet?

In bestimmten pflanzlichen und tierischen Fetten ist Linolensäure zu finden, die sich hervorragend als Entzündungsblocker eignet. Zu finden ist diese Säure vergleichsweise in Leinöl, von dem es wiederum zahlreiche Rezepte zu finden gibt. Tipp: Googeln sie zum Beispiel nach „Leinöl Topfen Aufstrich“.

 

Trend Heilpflanzenkunde

Was noch vor ein paar Jahren nur von wenigen Menschen hochgehalten wurde, liegt heute im Trend: Das Wissen über die Kraft von Heilpflanzen. Immer mehr Heilpflanzenschulen und Vitalakademien bieten Kurse für den richtigen Gebrauch von Heilpflanzen an. Dabei geht es in der Regel um die Verknüpfung der Schulmedizin mit den erwiesenen, traditionellen Heilkräften von natürlichen Inhaltsstoffen. So stehen Ernährung und Kräuterkunde ebenso im Zentrum dieser Ausbildungen, wie Biokosmetik, Sport und Bewegung.

Die Ringelblume ist, wie auch Salbei eine heimische Heilpflanze

Passion Wildtierapotheke

Eine der bekanntesten Wildfettspezialistinnen ist Barbara Hoflacher. Hauptberuflich arbeitet sie auf der Innsbrucker Kinderklinik, aber die alte Wildtierapotheke ist ihre Leidenschaft. Die Heilpraktikerin und Aromakologin forscht dabei regelmäßig in alten Überlieferungen von Hausmitteln und hat so schon teils tausend Jahre alte Nachweise für Naturmittel gefunden.

Obwohl sie seit 25 Jahren überzeugte Vegetarierin ist, isst sie heute das Fleisch jener Tiere die sie als Jägerin selbst erlegt. Wie es dazu kam? Aus Interesse an Wildbiologie hat sie die Jagdprüfung gemacht. Und heute versucht sie im Sinne von Nachhaltigkeit möglichst viel bzw. alles von den erlegten Tieren zu verwerten.

 

Wald „frisch gezapft“

Neben der heilenden Wirkung zahlreicher Gewächse finden immer mehr Pflanzen der heimischen Natur Einzug in die Kulinarik. Ein aktuelles Beispiel ist das Waldbier der Bundesforste. Die besondere Zutat des Gebräus sind Blüten, Blätter, Kletzen und getoastetes (ja wirklich!!) Astholz der Holzbirne.

Waldbier Holzbirne (c) citronenrot / ÖBf

Bereits zum achten Mal in Folge kredenzen die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) gemeinsam mit Braumeister Axel Kiesbye ihren „frisch gezapften Wald im Glas“.

„Ich bin immer wieder erstaunt, was die Wälder für unser Bier so hergeben. Sie bergen unendlich viele kulinarische Schätze, an denen wir oft unwissend vorübergehen“, so Bundesforste-Vorstand Rudolf Freidhager in einer APA Presseaussendung vom Oktober 2018.

 

WEITERLESEN:

Jagdrecht, Weidgerechtigkeit und Nachhaltigkeit

3 Fakten die für Wildbret sprechen

Video – Murmeltiersalbe selber machen

Anleitung – Murmeltiersalbe selber machen

 

Jagd & Natur

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