DER WOLF
ein kurzer Steckbrief

Name: Wolf (Canis lupus), männlich: Wolfsrüde, weiblich: Wölfin, Welpe: Jungwölfe
Tierfamilie: Haarwild, Hundeartige
Größe: Kopf-Rumpf-Länge: 100 – 160 cm, Schulterhöhe: bis zu 80 cm, Schwanzlänge (Rute): 30 – 55 cm;
Gewicht: 30 – 45 Kilogramm

Paarungszeit (Ranz): Ende Jänner bis Anfang März
Trächtigkeitsdauer (Tragzeit): 60 – 65 Tage
Wurfzeit: April, Mai
Welpen: 4 – 6

Wann ist der Wolf aktiv

Wölfe sind von Natur aus scheue Tiere. Einen Kontakt mit Menschen, den sie mit Gefahr verbinden, vermeiden sie in der Regel, indem sie sich zurückziehen, sobald sie Menschen wittern. Daher sind Wölfe in von Menschen genutzten Gebieten in der Regel hauptsächlich in der Dämmerung und zu Nachtzeiten aktiv.

Lebensraum der Wölfe

Ihr natürlicher Lebensraum ist sehr vielfältig und umfasst Graslandschaften ebenso wie Wälder. Aber auch in Feuchtgebieten oder im Gebirge sind Wölfe anzutreffen. Wegen des Menschen und den vielen Siedlungsgebieten und Kulturlandschaften zieht sich der Wolf heute zumeist in Wälder zurück.

Wölfe leben in Rudeln wobei jedes Rudel ein eigenes Territorium hat. Diese Territorien sind in der Regel mehrere tausend Hektar groß. Die Rudelgröße liegt bei rund 4 – 9 Tieren, dem Elternpaar und dessen Nachwuchs. Wölfe, die nach einem geeigneten Territorium suchen, wandern oft viele Kilometer weit. Ein Wolf kann am Tag eine Strecke von über 70 Kilometer zurücklegen.

Wölfe:
Aussehen und Merkmale

Ein männlicher europäischer Wolf wiegt etwa 45 Kilo. Die Wölfin ist rund zehn Kilo leichter. Typisch sind die herabhängende buschige gerade Rute und die aufrechtstehenden, eher kleinen und auch innen dicht behaarten Ohren. Wölfe hören damit extrem gut und können Geräusche auch aus großen Entfernungen wahrnehmen.

Im Gegensatz zum deutschen Schäferhund fällt der Rücken des Wolfes niemals nach hinten ab. Die Fellfarbe kann sehr unterschiedlich sein und reicht von weiß über rötlich bis schwarz. In Europa überwiegen aber grau-beige und schwärzliche Typen.

Neben dem guten Gehör verfügen Wölfe auch über hervorragende Augen, sie können auch in der Nacht ausgezeichnet sehen und haben einen ausgeprägten Geruchssinn. Sie können Rudelmitglieder und fremde Wölfe auf bis zu zwei Kilometer Entfernung riechen.

Was frisst der Wolf?

Jungwölfe werden etwa sechs bis acht Wochen gesäugt. Mit Ende der Säugezeit bekommen die Welpen vorverdautes Fleisch, das die erwachsenen Wölfe aus dem Magen herauswürgen. Wölfe sind Raubtiere, die ihre Beute in der Regel im Rudel erlegen, aber auch Einzeltiere können Tiere in der Größe eines ausgewachsenen weiblichen Rotwildes reißen. Hauptbeute ist Schalenwild, die Bandbreite ist aber groß und erstreckt sich von der Maus bis zum Elch. Auch Weidetiere wie Pferde, Rinder, Schafe und Ziegen fallen ins Beutespektrum der Wölfe. Der Nahrungsbedarf von ausgewachsenen Wölfen liegt bei zwei bis drei Kilo Fleisch pro Tag. Wird ein größeres Tier gerissen, kann der Wolf auch bis zu zehn Kilogramm Fleisch auf einmal zu sich nehmen. Aber auch längere Hungerphasen von mehreren Tagen sind keine Seltenheit.

Fortpflanzung und Bestandsentwicklung

Die Ranzzeit fällt in den Spätwinter. Normalerweise paaren sich innerhalb eines Rudels nur die Leittiere. Die Jungen werden in einer Wurfhöhle etwa 2 Monaten (60 – 65 Tage) gewölft. Wölfe kommen blind und taub auf die Welt. Nach rund 2 Wochen öffnen sie die Augen, nach etwa drei Wochen nehmen sie auch Geräusche wahr. Ab dann verlassen sie auch erstmals die Wurfhöhle. Bei Wölfen kümmern sich alle Rudeltiere um die Aufzucht.

In Österreich wurde der Wolf gegen Mitte des 19. Jahrhunderts vollständig ausgerottet. Im 20. Jahrhundert tauchten aber, mit Ausnahme der 1980er Jahre, in jedem Jahrzehnt Wölfe aus dem Osten in Österreich auf. Auch in den letzten Jahren sind immer wieder Wölfe aus dem Osten, Slowenien, Italien aufgetaucht und leben nun hier. Der Wolfsbestand wird in Österreich zurzeit auf 30-35 Tiere geschätzt.