Der Vorstehhund

 

Der Österreichische Jagdgebrauchshunde-Verband teilt Jagdhunde in sechs Gebrauchsgruppen ein: Apportierhunde, Bracken und Laufhunde, Erdhunde, Schweißhund, Stöberhunde und Vorstehhund. In diesem Artikel erfahren Sie mehr über den Vorstehhund.

 

„Vorstehhund“: Woher kommt der Name?

Unter „Vorstehen“ versteht man in der Jägersprache ein spezielles Verhalten des Jagdhundes: der Hund zeigt dem Jäger an, dass er mit seinem Geruchssinn ein Wildtier gefunden hat. Dabei bleibt der Hund ruhig stehen, sieht in die Richtung des entdeckten Wildes und hebt dabei den Vorderlauf (Vorderfuß) abgewinkelt an.

 

Die Arbeit des Vorstehhundes …

… hängt von der Qualität seiner Nase ab. Und die ist in der Regel sehr hoch. Vorstehhunde haben einen sehr ausgeprägten Geruchssinn und suchen das Revier mit ihrer Nase ab. Dabei „screent“ der Hund das Umfeld nach Niederwild (z.B. Hase, Fasan, Rebhuhn).

Hat er etwas entdeckt, zeigt er das seinem Jäger durch vorstehen an. Mehr macht er nicht. Der Jäger muss das Wild dann entdecken und selbstständig „hoch machen“ um es bejagen zu können. Dabei verharrt der Vorstehhund ruhig bei der Jägerin bzw. dem Jäger.

Möglich ist, dass der Hund ein Wildtier so früh erkennt, dass es der Jäger noch nicht sehen kann. In diesem Fall steht er zwar auch vor, bewegt sich aber schließlich mit langsamen, vorsichtigen Bewegungen weiter, um danach erneut vorzustehen. In diesem Fall sprechen Jäger von „Nachziehen“.

Ein guter Vorstehhund wird immer versuchen, gegen den Wind zu suchen um selbst nicht – oder so spät wie möglich – entdeckt zu werden.

 

Welche Hunderassen zählen zu den Vorstehhunden?

Die Gruppe der in Österreich zur Jagdhundeprüfung zugelassenen Vorstehhunde ist relativ groß. Sie umfasst 25 unterschiedliche Hunderassen und ist damit nach den Bracken und Laufhunde die zweitgrößte Gruppe. Zur Jagdhundeprüfung in Österreich zugelassene Vorstehhunde sind:

Bracco Italiano, Cesky Fousek, Deutsch-Drahthaar, Deutsch-Kurzhaar, Deutsch-Langhaar, Deutsch-Stichelhaar, English Pointer, English Setter, Epagneul Bleu De Picardie, Epagnol Breton, Epagneul Francais, Epagneul Picard, Gsmmel Dansk Hoensehund, Gordon Setter, Griffon, Großer Münsterländer, Irish Red and White Setter, Irish Red Setter, Kleiner Münsterländer, Magyar Vizslar Drahthaar, Magyar Vizslar Kurzhaar, Pudelpointer, Spinone Italiano, Weimaraner Kurzhaar, Weimaraner Langhaar.

 

Wo kommt der Vorstehhund zum Einsatz?

Der Vorstehhund ist bei der Jagd sehr universell einsetzbar. Seine Stärke liegt jedoch bei der Jagd auf Niederwildarten. Hier wiederum ist er bei der Jagd am freien Feld genauso ein verlässlicher Partner wie bei der Jagd im Wald oder in Schilfgürteln. Auch das Apportieren beherrschen Vorstehhunde in der Regel perfekt.

 

WEITERLESEN: Warum braucht der Jäger oder die Jägerin einen Jagdhund?