Siebenschlaefer - ein kurzer Steckbrief, Jagdfakten.at informiert

Eine echte Schlafmütze, 

ein geschickter Kletterkünstler und ein wahrer Überlebenskünstler. Wie kaum ein anderes Tier passt er sein Leben an das Wetter und das vorhandene Nahrungsangebot an. Was ihn sonst noch so besonders macht, erfährst du in diesem Steckbrief.

SIEBENSCHLÄFER
STECKBRIEF

Name: Siebenschläfer (Glis glis)

Ordnung: Nagetiere

Tierfamilie: Bilche

Größe: bis zu 30 cm
Kopf-Rumpf-Länge etwa 11–19 cm,
Schwanzlänge etwa 10–15 cm

Gewicht: 70–200 g

Paarungszeit: beginnt im Juni, etwa vier Wochen nach dem Erwachen aus ihrem Winterschlaf

Tragezeit: ca. 30 Tage

Junge: 4–6 Junge

Alter: bis zu 9 Jahre

Winterschlaf: Oktober–Mai

Wie sieht ein Siebenschläfer aus?

Auf den ersten Blick ähnelt der Siebenschläfer einem kleinen Eichhörnchen. Sein dichtes, weiches Fell ist grau bis graubraun gefärbt, während die Unterseite deutlich heller und meist weißlich ist. Besonders charakteristisch sind seine großen, tiefschwarzen Augen und die kleinen, rundlichen Ohren.

Ein weiteres auffälliges Merkmal ist der dicht behaarte, etwa 10 bis 15 Zentimeter lange Schwanz. Zusätzlich besitzt er bis zu sechs Zentimeter lange Schnurrhaare und empfindliche Tasthügel im Gesicht, am Kinn und an den Unterarmen. Kleine, spitze Krallen ermöglichen einen sicheren Griff an Ästen und Baumstämmen. Die unbehaarten Fußsohlen besitzen zudem weiche, leicht feuchte Polster, die ähnlich wie kleine Saugnäpfe wirken.

Siebenschlaefer - Jagdfakten.at informiert
Siebenschläfer
Eichhörnchen, ein kurzer Steckbrief - Jagdfakten.at informiert
Eichhörnchen
Maus auf Waldboden, Jagdfakten.at informiert
Maus

Was macht Siebenschläfer so besonders?

  • Kletterkünstler: Leicht feuchte Sohlenballen wirken wie kleine Saugnäpfe und geben dem Siebenschläfer sicheren Halt. Dadurch kann er sogar an senkrechten Flächen und kopfüber klettern.

  • Schwanz als Fluchthilfe: Bei Gefahr besitzt der Siebenschläfer einen besonderen Fluchtmechanismus, den sogenannten Schwanzhautverlust. Wird der Siebenschläfer von einem Feind am Schwanz gepackt, kann sich die Schwanzhaut mitsamt dem Fell ablösen. Die freiliegenden Schwanzwirbel brechen später ab oder werden vom Tier abgenagt. Die Wunde verheilt, der Schwanz bleibt jedoch dauerhaft verkürzt.

  • Schlafmaus: Der Siebenschläfer hält gewöhnlich etwa sieben bis acht Monate Winterschlaf. In Jahren, in denen er sich nicht fortpflanzt, kann er unter besonderen Bedingungen sogar bis zu elf Monate im Winterschlaf verbringen. Damit zählt er zu den Rekordhaltern unter den Winterschläfern. Während dieser Zeit zehrt er von seinen Fettreserven und verliert einen erheblichen Teil seines Körpergewichts. Wenn im Frühjahr die Temperaturen steigen und wieder ausreichend Nahrung verfügbar ist, verlässt er schließlich sein Winterquartier.

Wo leben Siebenschläfer?

 

Lebensraum und Vorkommen:
Der Siebenschläfer ist in weiten Teilen Europas verbreitet und lebt vor allem in strukturreichen Laub- und Mischwäldern. Besonders wohl fühlt er sich in alten Buchen- und Eichenwäldern. Dichte Nadelwälder meidet er hingegen. Als nachtaktives Tier verbringt der Siebenschläfer den Tag gut versteckt in Baumhöhlen, Nistkästen, Erdlöchern oder anderen geschützten Unterschlüpfen. Erst nach Einbruch der Dunkelheit verlässt er seinen Unterschlupf, um nach Nahrung zu suchen.

Aber auch in der Nähe des Menschen findet der Siebenschläfer geeignete Lebensräume. Er nutzt Streuobstwiesen, Gärten, Scheunen, Gartenhäuser oder verlassene Dachböden als Schlaf- und Nistplätze. Dort macht er sich mitunter durch nächtliches Poltern sowie durch Quiek-, Pfeif- und Ruflaute bemerkbar. Für den Winterschlaf zieht sich der Siebenschläfer meist in ein frostgeschütztes Quartier im Boden zurück. Dieses kann sich mehrere Dezimeter, mitunter bis etwa einen Meter unter der Erdoberfläche befinden.

Lebensweise und Sozialverhalten:
Siebenschläfer sind überwiegend nachtaktiv und leben außerhalb der Fortpflanzungszeit häufig allein. Mitunter nutzen jedoch auch mehrere Tiere gemeinsam einen Unterschlupf. Sie halten sich überwiegend in Bäumen auf, sind ausgezeichnete Kletterer und können mehrere Meter weit springen.

Lediglich Weibchen leben nach der Geburt für einige Zeit gemeinsam mit ihren Jungen. Zur Paarungszeit machen die Männchen durch auffällige Pfeif- und Ruflaute auf sich aufmerksam. Ob es überhaupt zur Fortpflanzung kommt, hängt stark vom Nahrungsangebot ab. Besonders in Jahren der sogenannten Buchenmast, in denen im Herbst reichlich Bucheckern zur Verfügung stehen, sind die Bedingungen für die Aufzucht der Jungen günstig. Ist dagegen wenig Nahrung zu erwarten, können Siebenschläfer auf Nachwuchs verzichten und ihre Energie stattdessen in Fettreserven für den bevorstehenden Winterschlaf investieren. Auf diese Weise können sie die Fortpflanzung sogar mehrere Jahre aussetzen und auf günstigere Bedingungen warten.

Die Jungtiere kommen blind, taub und nackt zur Welt und sind zunächst vollständig auf ihre Mutter angewiesen. Nach etwa drei Wochen öffnen sie die Augen. Wenig später verlassen sie erstmals das Nest und beginnen, feste Nahrung aufzunehmen. Nach ungefähr sechs bis sieben Wochen sind sie weitgehend selbstständig.

Was frisst ein Siebenschläfer?

Der Siebenschläfer ernährt sich überwiegend pflanzlich.

Im Frühjahr und Sommer frisst er vor allem junge Triebe, Knospen, Blätter, Früchte und Beeren. Gelegentlich ergänzt er seine Nahrung durch Pilze, Insekten und andere kleine Wirbellose. Im Spätsommer und Herbst bevorzugt der Siebenschläfer besonders energiereiche Baumfrüchte und Samen. Zu seinen wichtigsten Nahrungsquellen zählen Bucheckern und Eicheln, aber auch Haselnüsse und Kastanien stehen auf seinem Speiseplan. Durch diese fett- und energiereiche Nahrung legt er sich wichtige Fettreserven für den Winter an. Von diesem „Winterspeck“ zehrt er während seines langen Winterschlafs.

Feinde & Bedrohungen

Zu den natürlichen Feinden des Siebenschläfers zählen vor allem Marderartige wie Baummarder, Mauswiesel und Iltis. Auch Eulen, etwa der Waldkauz, sowie Füchse und Wildkatzen können ihn erbeuten. In der Nähe menschlicher Siedlungen gehören außerdem Hauskatzen zu seinen Fressfeinden.

Neben natürlichen Feinden wird der Siebenschläfer auch durch Veränderungen seines Lebensraums bedroht. Werden alte Laub- und Mischwälder abgeholzt oder alte und höhlenreiche Bäume entfernt, verliert er wichtige Schlaf-, Nist- und Rückzugsplätze.

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Bildquellen für diesen Beitrag: © Pixabay | © Envato
Autor für diesen Beitrag: V. Toff / Jagdfakten.at

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