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Der Waschbär – Einwanderer mit Maske:

Ursprünglich beheimatet von Südkanada bis Panama, gehört der Waschbär zur Familie der Kleinbären.

In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde diese Tierart ihres Felles wegen nach Europa gebracht. Während hier einige Tiere aus Pelztierfarmen entkamen, wurden in Teilen der damaligen Sowjetunion gezielte Einbürgerungen durchgeführt. Auch in Deutschland wurden 1934 zwei Paare ausgesetzt. Weitere Tiere entkamen bei Berlin. In all diesen Gebieten vermehrten sich die Waschbären rasch, wanderten weiter und bezogen neue Territorien in ganz Mitteleuropa. In Österreich stammt der erste Nachweis 1974 aus Salzburg. Nachweise in Vorarlberg, Oberösterreich, Niederösterreich und Wien folgten.

WASCHBÄR

Ein kurzer Steckbrief

Wie sieht ein Waschbär aus, wie groß und wie schwer wird er?

Der Kleinbär mit der kontrastreichen Zeichnung, wie etwa der Gesichtsmaske, die der Körpersprache dient, erreicht eine Größe von etwa 70 bis 85 cm, wobei der Anteil des mit dunklen Ringen versehenen Schwanzes etwa 20 bis 25 cm beträgt. Bei einem Gewicht, das im Herbst zwischen 10 und 15 Kilogramm beträgt, hält er mitunter eine Winterruhe, die nicht mit dem Winterschlaf zu verwechseln ist, und zehrt von seinen Fettreserven.

Waschbären verfügen über ein hervorragendes Gedächtnis. Von allen Sinnen ist der Tastsinn der Vorderpfoten extrem gut ausgebildet und ermöglicht eine taktile Nahrungssuche, die ihm auch den Namen eingebracht hat. Er befühlt sozusagen seine Nahrung von allen Seiten, was einem Waschritual gleich kommt. Riechen und hören kann er ebenfalls gut.

Lebensraum von
Waschbären

Als Lebensraum bevorzugt diese Wildart normalerweise gewässerreiche Laubmischwälder, insbesondere Eichen- und Auwälder. Weniger aber Buchenwälder, weil die Tiere hier Schwierigkeiten haben, die glatte Rinde empor zu klettern. Besonders beliebte Ruheplätze in Bäumen sind gut an den Kratzspuren im Stammbereich zu erkennen. Baumhöhlen werden auch zur Winterruhe genutzt.

In Deutschland finden sich immer häufiger Waschbären, die bis in die Häuser der Siedlungen eindringen und somit Probleme verursachen.

Zum Sozialverhalten haben deutsche Untersuchungen einen Widerspruch zu der weitverbreiteten Auffassung, der Waschbär sei ein Einzelgänger, ergeben:  Erwachsene Rüden bildeten mit jeweils einem anderen erwachsenen und offenbar nicht-verwandten Rüden langjährige Koalitionen.

Erwachsene Weibchen, die Fähen, scheinen zur Bildung kleiner weiblicher Verwandtschaftsgruppen (Mutter und zwei Töchter aus zwei Jahren) zu neigen. Im Winter kommt es hingegen zu Zusammenschlüssen von Fähen besonders an Nahrungsflächen und Hauptschlafplätzen, die – so eine Vermutung – im Sozialleben der Waschbären die Bedeutung von Treffpunkten und Informationszentren zukamen.

Was frisst ein Waschbär?

 

Die Nahrung des ausgesprochenen Allesfressers besteht zu einem Drittel aus pflanzlichen Produkten, meist Samen und Früchten. Ein Drittel sind Wirbellose, meist Insekten und Würmer, und ein weiteres Drittel Wirbeltiere, meist Amphibien und Fische, wobei auch Jungvögel und Kleinsäuger aufgenommen werden.

Das Nahrungsspektrum unterliegt großen saisonalen Schwankungen. Im Frühjahr überwiegt tierische Nahrung, manchmal auch Eier, im Sommer und Herbst pflanzliche Nahrung und im Winter bei Schneelage können Waschbären oftmals wochenlang fasten (Winterruhe).

Gekommen um zu bleiben

Obwohl diese sogenannte invasive Tierart nicht nach Oberösterreich „gehört“ und durch Nahrungs- und Lebensraumkonkurrenz heimischen Tierarten zum Problem werden kann, werden wir mit dem Waschbären leben müssen. Trotz scharfer, weidgerechter Bejagung wird man den angepassten Allesfresser wahrscheinlich nicht mehr los.

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Bildquellen für diesen Beitrag: © Unsplash | © Pixabay
Autor für diesen Beitrag: J. Egger / Jagdfakten.at

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