
Ein weiterer Einwanderer in unserer heimischen Tierwelt
Als Neozoon hat sich die Nutria an vielen Gewässern etabliert. Doch wusstest du, dass das Wildbret für den menschlichen Verzehr geeignet ist? Entdecke im Steckbrief viele weitere spannende Fakten über das außergewöhnliche Nagetier.
NUTRIA
STECKBRIEF
Name: Nutria (Myocastor coypus)
Auch Sumpfbiber oder Biberratte genannt – ist aber nicht mit dem Biber verwandt.
Tierfamilie: Biberratten
Größe:
Kopf-Rumpf-Länge: 40-65 cm
Schwanzlänge: 30-45 cm, lang & rund
Gewicht: bis zu 10 kg
Fortpflanzung/Paarungszeit: leben monogam und können sich zu jeder Jahreszeit fortpflanzen, wobei 2-3 Würfe im Jahr möglich sind
Junge: 6-8
Alter: bis etwa 5 Jahre
Wie sieht ein Nutria aus?
Die Nutria ist kleiner als ein Biber, aber deutlich größer als eine Bisamratte.
Ihre Vorderfüße besitzen lange Krallen zum Graben, während die kräftigen Hinterfüße zwischen der ersten und vierten Zehe mit Schwimmhäuten ausgestattet sind, die sie zu einer hervorragenden Schwimmerin machen. Ihr dichtes Fell ist auf der Oberseite rotbraun und auf der Unterseite mit grauer Unterwolle bedeckt.
Auffällig sind die leuchtend orangefarbenen Schneidezähne im Ober- und Unterkiefer, die ihre Farbe durch Eiseneinlagerungen erhalten. Wie bei allen Nagetieren wachsen diese ein Leben lang nach. Charakteristisch sind außerdem die weißen Partien an Maul und Nase, die langen weißen Schnurrhaare sowie die gut sichtbaren, unbehaarten Ohren.
Beim Schwimmen ragen sowohl Kopf als auch Rücken aus dem Wasser. Zwischen den Geschlechtern besteht ein leichter Größenunterschied: Weibchen sind in der Regel kleiner und leichter als Männchen.
Nutria, Biber und Bisamratte lassen sich besonders gut an ihrem Schwanz unterscheiden:
- Bisamratte: dünner, seitlich abgeflachter, fast nackter Schwanz
- Biber: breiter, platter Schwanz, ähnlich einem Paddel
- Nutria: rund, behaarter Schwanz
Auch die Körpergröße liefert einen guten Anhaltspunkt: Der Biber ist mit Abstand die größte Art. Die Nutria erreicht etwa ein Drittel bis die Hälfte seiner Körpermasse und wirkt kräftig gebaut. Die Bisamratte ist dagegen deutlich kleiner und leichter als die Nutria.
Was macht Nutrias so besonders:
Wo leben Nutrias?
Lebensraum und Vorkommen:
Nutrias stammen ursprünglich aus Südamerika und wurden für die Pelztierzucht nach Europa eingeführt. Entkommene und ausgesetzte Tiere bildeten schließlich freilebende Bestände. Sie bevorzugen langsam fließende oder stehende Gewässer mit dichter Ufervegetation, sowie Sümpfe und Feuchtgebiete. In Österreich kommen die Tiere vor allem im Osten des Landes vor.
Lebensweise und Sozialverhalten:
Nutrias leben in Familienverbänden und sind tagaktiv. Sie sind ausgezeichnete Schwimmer und halten sich überwiegend in Gewässernähe auf. Als Unterschlupf und zur Aufzucht ihrer Jungen graben sie mehrere Meter lange, röhrenförmige Erdbauten im Uferbereich oder in Deichböschungen. Die mit Pflanzenmaterial ausgepolsterten Baue besitzen im Gegensatz zu denen des Bibers einen Eingang oberhalb der Wasseroberfläche.
Die Jungen werden vollständig behaart und sehend geboren und gehören zu den Nestflüchtern. Die Geschlechtsreife erreichen Nutrias bereits mit etwa fünf Monaten. Männchen markieren ihr Revier mit Urin an auffälligen Stellen. Während sie sich im Sommer gut behaupten können, bereiten ihnen im Winter Kälte, Nahrungsmangel und zufrierende Gewässer häufig Probleme.
Was frisst ein Nutria?
Nutrias sind beinahe reine Pflanzenfresser. Sie ernähren sich überwiegend von Wasserpflanzen, fressen aber auch Kulturpflanzen wie Rüben oder Kartoffeln, selten von Süßwassermuscheln oder Würmern. Bei der Nahrungssuche halten sie sich meist in Ufernähe auf und können zur Nahrungsaufnahme bis zu fünf Minuten unter Wasser bleiben. Durch ihre intensive Fraßtätigkeit schädigen sie die Unterwasser- und Ufervegetation. Dadurch gehen wertvolle Lebens-, Brut- und Rückzugsräume für Wasservögel, Fische und Amphibien verloren.

Feinde & Bedrohungen
Aufgrund ihrer Größe haben Nutrias in Europa nur wenige natürliche Feinde. Dazu zählen Fuchs, Mink (ebenfalls invasiv), Wildkatze, Dachs, Wolf und Luchs. Jungtiere werden außerdem von Krähen und Graureihern erbeutet. Durch ihre Grabtätigkeit können Ufer, Wassergräben und Schutzdämme stark beschädigt werden. Zudem können die Tiere Krankheitserreger wie Leptospiren, Toxoplasmen und Trichinen übertragen. Nutrias beeinträchtigen die heimische Tier- und Pflanzenwelt. Einerseits stehen sie beispielsweise in Habitatkonkurrenz mit dem Biber, andererseits können sie zum Rückgang gefährdeter Pflanzenarten und zur Ausbreitung giftiger Pflanzen führen.
UNSERE
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Bildquellen für diesen Beitrag: © Pixabay | © Canva by Jagdfakten
Autor für diesen Beitrag: V. Toff / Jagdfakten.at
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