15. Juni 2018

Lebensräume der Wildtiere: 5 Fakten zu Hecken

Lebensräume der Wildtiere: Hecken

Gerade die natürlichen Lebensräume von Hase, Ente, Fasan und Rebhuhn sind in stark bewirtschafteten Kulturlandschaften, wie in Österreich, unter Bedrängnis. Jägerinnen und Jäger gemeinsam mit Grundeigentümer und Landwirten sowie Initiativen von Naturschutzorganisationen stellen sich seit Jahrzehnten gegen diesen Trend.

 

LEBENSRÄUME HECKEN – lesen Sie in diesem Beitrag

  • Welche Maßnahmen zur Erhaltung der Lebensräume gesetzt werden
  • Welche Vorteile eine „Hecke“ für Wildtiere und die Biodiversität hat
  • Was Sie zum Schutz von Hecken als wertvolle Lebensräume beitragen können

 

1. Hecken: Wort-Herkunft und Struktur

Was gemeinhin als Hecke bezeichnet wird, ist ein hochsensibles Biotop für eine Vielzahl von Wildtieren und Insekten. Das Wort „Hecke“ stammt übrigens aus dem althochdeutschen Wort „Hegga“ und bedeutet so viel wie „hegen, einhegen und behüten“.

Die wertvollen Lebensräume Hecken setzen sich aus vielen kleinen Strauchgewächsen und Büschen zusammen, wie zum Beispiel:

  • Schwarzdorn
  • Holunder
  • Hagebutten
  • gelb-blühenden Ginster
  • Haselnuss
  • Hainbuche
  • und weitere kleine bzw. mittelhohe Pflanzen und Sträucher

Der äußere Rand einer Hecke wird Saumzone genannt, darauf folgt die Mantelzone und dann die Kernzone. Dort stehen naturgemäß die größeren Sträucher oder sogar einzelne Bäume.

 

2. Lebensräume Hecken als Versteck, Schutz, Rückzugsgebiet

Besonders Hasen, Rebhühner, Fasane nutzen diese Biotope. In der Nähe von Gewässern leben darin auch Enten. Hecken dienen als Schutz vor Raubtieren, Menschen, Schlechtwetter und zum Versteck der Jungtiere.

Nicht nur jagdbare Wildarten profitieren von diesen Überlebensinseln inmitten intensiv genutzter Landschaft, auch für heimische Singvögel, Igel und Insekten sind sie Lebensraum und Rückzugsgebiet. Jägerinnen und Jäger bekommen bereits in der Jagdausbildung den Stellenwert und die Wichtigkeit sowie das Wissen zum gezielten Anlegen dieser Biotope vermittelt.

Neben Lebensraum und Rückzugsmöglichkeiten bieten diese Biotope auch wertvolle Nahrungsgrundlagen. Wildkräuter, kleine Sträucher und andere Pflanzen sind Nahrung für Hase, Reh und andere Wildtiere. Die Blüten der Blumen in der Saumzone locken Bienen und andere Insekten an, die wiederum Lebensgrundlage für zahlreiche Vogelarten darstellen.

 

3. Windschutz für Äcker

Hecken, die Ackerflächen umrahmen, sind (je nach Größe des Feldes) ein guter Schutz vor Windschäden an den Pflanzen. Sie wirken hier wie eine Pufferzone zwischen Sturm und Nutzpflanzen. Dadurch wird auch das Abtragen von fruchtbarem Humus durch Wind und Sturm reduziert.

 

4. Wasserspeicher

Sträucher und die umliegenden Stauden in der Saumzone von Hecken speichern Wasser. Diese Funktion kommt sowohl in Hitzeperioden als auch bei starkem Regenfall anderen Pflanzen zu Gute: Bei extremer Wärme speichert die Hecke Wasser für umliegende Gewächse und bei extremen Regenfall verhindern die Sträucher und Stauden eine „Überschwemmung“ der anderen Pflanzen.

 

5. Lärmschutz, Landschaftspflege und Erholungsgebiet

Wie idyllisch sind die Landschaften mit zahlreichen Buntstreifen, kleinen Strauchinseln und Bächen. Ein Bild wie aus dem Auenland von J.R.R. Tolkiens Mittelerde. Aber kennen wir diese Bilder nicht schon bereits aus unserer Kindheit? Sind wir lieber in der soeben beschriebenen Landschaft spaziert oder lieber an meilenweiten Mais- oder Getreidefeldern vorbei?

Hecken haben neben der „Verschönerung“ der Landschaft jedoch eine weitere Funktion: Lärm- und Sichtschutz. Straßenlärm wird gedämpft und eine gepflegte Hainbuchenhecke schützt vor Blicken neugieriger Nachbarn.

 

Information ist das A und O

Eine ökologisch wertvolle Hecke steckt voller Leben, Farben und Formen.

Die österreichischen Jägerinnen und Jäger fördern den heimischen Artenreichtum und erhalten unsere Flora und Fauna. In mühevoller Arbeit werden sukzessive diese facettenreichen Lebensräume gepflegt und neu gepflanzt.

Unternehmen und Naturschutzorganisationen haben den Wert dieser Arbeit für unsere Natur ebenfalls erkannt:

 

Was Sie tun können:

Das Wissen um die Bemühungen der österreichischen Jägerinnen und Jäger ist der erste Schritt. Helfen Sie mit und schützen Sie Hecken in Ihrer Funktion als wertvolle Lebensräume z.B. in dem Sie keinen Müll in das „Wohnzimmer unserer Wildtiere“ werfen und respektvollen Abstand halten.

 

 

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