Allerheiligen - Warum am 1. November die Jagd ruht: Jagdfakten.at informiert

Gräber werden geschmückt, Kerzen entzündet und Erinnerungen geteilt:

Allerheiligen ist für viele Menschen in Österreich ein Tag des Innehaltens. Auch im jagdlichen Brauchtum hat der 1. November einen besonderen Stellenwert. An diesem Tag ruht traditionell die Jagd. Was steckt dahinter?

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Warum am 1. November die Jagd ruht

Der Herbst ist eine intensive Zeit im Jagdjahr. Allerheiligen setzt darin einen Ruhepunkt: Nach jagdlichem Brauchtum wird am 1. November auf die Jagd verzichtet. Diese religiös geprägte Tradition bringt die Achtung vor der Bedeutung des Feiertags zum Ausdruck.

Allerheiligen - Warum am 1. November die Jagd ruht: Jagdfakten.at informiert
1. November: Die katholische Kirche feiert Allerheiligen und damit ihre heiligen Vorbilder im christlichen Glauben.
Hubertushirsch: Jagdfakten.at informiert
3. November: Am Hubertustag feiert die Jägerschaft ihren Schutzpatron und besinnt sich auf ihre Verantwortung gegenüber Wild und Lebensraum.
Jagdhornblaeser Rathaus - Jagdfakten.at informiert
Die Hubertusmesse gilt als jagdlicher Erntedank – Jagdhornbläser gestalten die Gottesdienste musikalisch.

Was bedeutet Allerheiligen?

Am 1. November feiert die katholische Kirche Allerheiligen. Das Fest ist allen Heiligen gewidmet und erinnert an ihr Leben und ihre Bedeutung als Vorbilder im christlichen Glauben.

Viele Menschen verbinden Allerheiligen vor allem mit dem Besuch auf dem Friedhof. Familien kommen zusammen, schmücken die Gräber ihrer Angehörigen mit Blumen und entzünden Kerzen. Das eigentliche kirchliche Totengedenken folgt jedoch am nächsten Tag: Allerseelen am 2. November ist dem Gedenken an die Verstorbenen gewidmet.

Im gelebten Brauchtum sind die beiden Tage eng miteinander verbunden. Dass viele Friedhofsbesuche und Gräbersegnungen bereits an Allerheiligen stattfinden, hat auch einen praktischen Grund: Der 1. November ist in Österreich ein gesetzlicher Feiertag, Allerseelen hingegen nicht.

Warum ruht an Allerheiligen die Jagd?

 

Christliche Feste und religiöse Traditionen haben das jagdliche Brauchtum mitgeprägt. Dazu gehören auch ausgewählte Tage, an denen bewusst auf die Jagd verzichtet wird. Allerheiligen zählt in Österreich zu diesen traditionellen Tagen der Jagdruhe.

Der Verzicht bringt die Achtung vor der religiösen Bedeutung des Feiertags zum Ausdruck. Dabei handelt es sich um einen jagdlichen Brauch: Aus dieser Tradition allein ergibt sich kein allgemeines gesetzliches Jagdverbot. Die Jagdruhe beschreibt vielmehr eine religiös und ethisch begründete Zurückhaltung.

Rücksichtnahme mit historischen Wurzeln
Dass religiöse Feiertage bei der Jagdausübung berücksichtigt wurden, lässt sich auch anhand historischer Vorschriften nachvollziehen. Ein konkretes Beispiel stammt aus Niederösterreich: Ein Erlass der Statthalterei (Gegend Wienerwald) vom 27. Dezember 1852 untersagte Treib- und Kreisjagden an Sonn- und Feiertagen.

Wie eine Untersuchung zur Entwicklung der niederösterreichischen Jagdgesetzgebung dokumentiert, wurde diese Einschränkung mit dem Jagdgesetz von 1901 auf Treibjagden während des vormittäglichen Gottesdienstes begrenzt, sofern dieser dadurch gestört würde. Diese historischen Bestimmungen betrafen bestimmte Jagdformen. Ein allgemeines Verbot sämtlicher Jagdarten im damaligen Österreich lässt sich daraus nicht ableiten.

Zwei Tage später: Die Jägerschaft feiert Hubertus

Nur zwei Tage nach Allerheiligen folgt ein besonderer Festtag der Jägerschaft: Am 3. November ist Hubertustag, der Gedenktag ihres Schutzpatrons. Rund um diesen Termin kommen Jägerinnen und Jäger vielerorts zu Hubertusmessen und gemeinsamen Feiern zusammen.

Jagdhornbläser gestalten die Gottesdienste musikalisch. Je nach örtlichem Brauch wird auch ein erlegter Rothirsch feierlich eingebracht und vor dem Altar oder der Kapelle aufgelegt. Die Hubertusmesse gilt als jagdlicher Erntedank: Sie bietet Gelegenheit, Dankbarkeit auszudrücken und sich die Verantwortung gegenüber Wild und Lebensraum bewusst zu machen.

Welche Geschichten hinter den Jagdheiligen stehen, was Hubertuskapellen bedeuten und welche Gedanken die Hubertuslegende heute anstoßen kann, erfahren Sie in unseren weiterführenden Beiträgen:

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Welche weiteren Tage gelten als jagdfrei?

  • Neben Allerheiligen zählen Karfreitag, Ostersonntag und der Christtag am 25. Dezember zu den traditionellen Tagen der Jagdruhe.

  • Auch Pfingstsonntag, Allerseelen und Neujahr werden in jagdlichen Brauchtumsdarstellungen genannt. Bei diesen Tagen unterscheiden sich jedoch die regionalen Gepflogenheiten – die überlieferten jagdfreien Tage werden also nicht überall gleich gehandhabt.

  • Eine besondere Stellung nimmt der Heilige Abend am 24. Dezember ein: Nach überliefertem Brauch kommt allenfalls eine kleine Jagd am Vormittag infrage. Am Nachmittag soll die Jagd ruhen.

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Bildquellen für diesen Beitrag: © Envato | © Jagdfakten.at
Autorin für diesen Beitrag: M. Landbauer / Jagdfakten.at

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