
Alte Bauernregeln und Weisheiten rund um unsere Wildtiere
Heutzutage genügt ein Blick auf das Smartphone, um zu erfahren, wie das Wetter in den nächsten Tagen wird. Früher waren die Menschen dagegen viel stärker auf ihre eigenen Beobachtungen der Natur angewiesen.
BAUERNREGELN
für Wild und Wetter
Bauern, Jäger und Menschen, die täglich in der Natur unterwegs waren, beobachteten Natur und Wildtiere ganz genau. Fellwechsel, Vogelzug, Brunft oder auffällige Verhaltensweisen wurden als Hinweise auf kommende Wetterveränderungen, einen frühen Winter, ein nasses Frühjahr oder den Wechsel der Jahreszeiten gedeutet. Aus diesen Beobachtungen entstanden über Generationen zahlreiche Bauernregeln und Wetterweisheiten.
Wissenschaftlich lassen sich viele davon nicht belegen. Dennoch sind sie ein interessantes Stück überliefertes Naturwissen und zeigen, wie aufmerksam die Menschen früher Wild, Wetter und Jahreszeiten beobachteten:
„Trägt der Hase lang sein Sommerkleid, ist der Winter auch noch weit.“
Der Fellwechsel des Feldhasen wurde früher aufmerksam beobachtet. Behielt er sein Sommerfell besonders lange, deutete man dies als Zeichen dafür, dass auch der Winter noch auf sich warten lässt.
„Hat der Hase ein dichtes Fell, kümmere dich ums Brennholz schnell.“
Ein besonders dichtes Fell wurde demnach als Vorzeichen eines kalten Winters verstanden.
„Wenn der Fuchs zu Maria Lichtmess seinen Schatten sieht, viel Regen im Frühjahr er nach sich zieht.“
Sonniges Wetter zu Maria Lichtmess am 2. Februar wurde nach dieser Bauernregel als Vorzeichen eines regenreichen Frühjahrs gedeutet.
„Lässt der November die Füchse bellen, wird der Winter viel Schnee bestellen.“
Häufiges Bellen der Füchse im November wurde als Zeichen für einen schneereichen Winter angesehen.
„Sonnt sich der Dachs in der Lichtmesswoche, bleibt er vier Wochen noch in seinem Loch.“
Sonniges Wetter um Lichtmess (2. Februar) wurde traditionell als Hinweis auf eine weitere winterliche Phase verstanden.
„Wenn die Februarsonne den Dachs nicht weckt, schläft er im April noch fest.“
Auch hier wird das Verhalten des Dachses mit der Länge des Winters verbunden. Tatsächlich hält der Dachs Winterruhe und kann seinen Bau bei milder Witterung auch im Winter zur Nahrungssuche verlassen.
„Wenn der Grünspecht im Februar schreit, ist das Frühjahr nicht mehr weit.“
Die zunehmende Rufaktivität des Grünspechts gegen Ende des Winters hängt mit seinem Jahresrhythmus und der beginnenden Fortpflanzungszeit zusammen. Für frühere Naturbeobachter konnte sein Ruf deshalb zu einem hörbaren Zeichen dafür werden, dass sich der Frühling näherte.
„Siebenschläfer Regen – sieben Wochen Regen.“ „Ist der Siebenschläfer nass, regnet´s ohne Unterlass.“
Die Bauernregeln beziehen sich auf den Siebenschläfertag am 27. Juni: Regen an diesem Tag soll weitere nasse Wochen ankündigen. Mit dem gleichnamigen Wildtier hat die Regel jedoch nichts zu tun. Der Name stammt von der Legende der „Sieben Schläfer von Ephesus“.
„Wenn die Schwalben niedrig fliegen, werden wir bald Regen kriegen.“
Diese bekannte Wetterweisheit hat einen nachvollziehbaren Hintergrund. Schwalben jagen Fluginsekten. Bei feuchter Witterung und verändertem Luftdruck halten sich viele dieser Insekten näher am Boden auf. Die Schwalben folgen ihrer Nahrung und fliegen deshalb ebenfalls tiefer.
„Bleiben die Schwalben lange, sei vor dem Winter nicht bange.“
Ziehen die Schwalben im Herbst erst spät ab, wurde daraus auf einen späten Wintereinbruch geschlossen.
„Ziehen die wilden Gänse bald, kommt der Winter schnell und kalt.“
Wenn große Schwärme von Wildgänsen und Wildenten im Herbst ihre Brutgebiete verließen und in Richtung ihrer Winterquartiere zogen, galt dies als deutliches Zeichen für die nahende kalte Jahreszeit. Hier steckt eine reale Naturbeobachtung dahinter: Zugvögel reagieren unter anderem auf Jahreszeit, Tageslänge, Nahrungsangebot und Witterungsbedingungen.
Keine Wetterpropheten, aber feine Beobachter
UNSERE
LESE-EMPFEHLUNG
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Bildquellen für diesen Beitrag: © Envato | © Pixabay
Autor für diesen Beitrag: V. Toff / Jagdfakten.at
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