28. August 2019

Afrikanische Schweinepest: Fragen und Antworten

Die Afrikanische Schweinepest tritt seit 2017 in den Nachbarländern Österreichs auf. Grund genug dass wir uns in der jagdfakten.at Redaktion wieder einmal mit dieser Seuche beschäftigt haben, um Ihnen ein umfassendes Update zu geben. In diesem Beitrag finden Sie Antworten auf:

Die häufigsten Fragen zur Afrikanischen Schweinepest

  • Was ist die Afrikanische Schweinepest?
  • Woher kommt die Afrikanische Schweinepest: Ursprung und Verbreitung?
  • Wie wird die Schweinepest übertragen?
  • Woran erkennt man die Schweinepest?
  • Kann man die Schweinepest behandeln?
  • Wie hoch wäre der Schaden, sollte die ASP in Österreich ausbrechen?
  • Update – der Status Quo

 

Was ist die Afrikanische Schweinepest?

Die Schweinepest ist eine in vielen Ländern verbreitete und hoch ansteckende, akut oder chronisch verlaufende Virusseuche bei Hausschweinen und Wildschweinen. Sie fordert insbesondere bei akuter Verlaufsform eine hohe Todesrate.

Die Schweinepest ist eine anzeigepflichtige Tierseuche:
Jägerinnen, Jäger und Landwirte müssen jeden Schweinepest-Fall sofort melden.

Andere Tierarten oder der Mensch sind von der Afrikanischen Schweinepest NICHT gefährdet.

Weiterlesen: Details zu Erreger, Inkubationszeit und Verlauf

 

Woher kommt die Afrikanische Schweinepest?

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) stammt – wie der Name vermuten lässt – vom Afrikanischen Kontinent. Das erste Mal wurde diese Krankheit 1921 in Kenia beschrieben.

Sie ist in Symptomen und Verlauf der europäischen Schweinepest (ESP auch KSP genannt) ähnlich, wobei die Erreger dieser anzeigepflichtigen Tierseuchen nicht ident sind.

Wie genau die Seuche 1959 nach Europa gelangte, steht nicht fest. Als Ausgangspunkt zum „Überschwappen“ gilt jedoch Angola in Südwest-Afrika. Von dort gelangte das Virus auf die iberische Halbinsel und wurde da über 30 Jahre erfolgreich bekämpft.

Seit 2007 wurden in der Region zwischen dem Schwarzen und Kaspischen Meer regelmäßig ASP-Ausbrüche gemeldet. Seither breitet sich die Seuche nach Norden und Nordwesten aus.

 

Wie wird die Schweinepest übertragen?

Die direkte Übertragung findet nur innerhalb der Gattung der Schweine statt. Infizierte Tiere sind bereits einen Tag nach der Ansteckung infektiös.

Indirekt wird das Virus über Essensreste, kontaminierte Kleidung, Zecken oder andere Tiere verbreitet. Ein Tropfen Blut, oder andere Körperflüssigkeiten eines erkrankten Tieres auf der Kleidung eines Menschen oder am Fell eines anderen Tieres, reichen aus, um das Virus viele kilometerweit zu verbreiten.

Weiterlesen: Ausbreitung, Übertragung und Sicherheitsmaßnahmen

 

Was tun, wenn Sie mit einem verendeten Schwein in Kontakt gekommen sind:

  • Reinign und desinfizieren Sie Ihre Jagd-Ausrüstung gründlich.
  • Waschen Sie Ihre Kleidung bei mindestens 70 Grad. Ein herkömmliches Waschmittel reicht.
  • Sofern Sie Ihren Hund dabeigehabt haben, waschen Sie ihn ebenfalls – mit einem Hunde-Shampoo.

 

Woran erkennen Sie Afrikanische Schweinepest?

Am toten Tier sind vor allem punktförmige, stecknadelkopfgroße Blutungen typisch: sie treten bevorzugt am Kehlkopf, an der Harnblase, an den Nieren und am Herz mehr oder weniger stark auf.

 

Wie kann die Afrikanische Schweinepest behandelt werden?

Es gibt derzeit keinen Impfstoff gegen die ASP. Die Seuche kann bisher nur durch eine absolute Eindämmung der betroffenen Gebiete kontrolliert werden. Deshalb kommen rigorose Maßnahmen zur Anwendung, die im Anlassfall von den Behörden verhängt werden.

 

Wie hoch wäre der wirtschaftliche Schaden im Fall eines Ausbruchs?

Jüngsten Berechnungen zur Folge könnte sich der Schaden, nur für die österreichische Wirtschaft, auf 250 Millionen Euro belaufen – im Falle eines Ausbruchs.

Ein vergleichbares Szenario spielte sich 1997 in den Niederlanden ab. Damals wurde die Europäische Schweinepest (ESP) in Schweinezuchtbetrieben nachgewiesen. Sieben Millionen Hausschweine mussten von Veterinärmedizinern in kürzester Zeit notgeschlachtet werden. Ein Drittel des Landes mussten damals zum Sperrgebiet für jedes Hausschwein erklärt werden. Hunderte Bauern, Viehhändler, Tiertransporteure, Futtermittelhersteller und Veterinäre verloren ihre Lebensgrundlage.

 

Wie hoch ist das Risiko für Österreichs Hausschweine?

Laut aktueller Tierseuchensituation in Österreich und in Europa seitens der AGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH) des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz – besteht aktuell noch keine unmittelbare Gefahr für Österreichs Hausschweine.

 

Wie hoch ist die Gefahr einer Einschleppung?

Da die Afrikanische Schweinepest in zahlreiche Staaten im Osten Europas aktuell verbreitet ist, wird die Gefahr einer Einschleppung als sehr hoch eingeschätzt.

Der aktuelle Bericht zum ersten Halbjahr 2019 bestätigt Fälle der Afrikanischen Schweinepest beim Hausschwein in vier Staaten Europa, nicht aber in unmittelbarer Nähe zur österreichischen Grenze.

Trotzdem gilt es die Situation zu beobachten, da sich die Seuche wieder ausbreitet. So gab es im April 2019 in zwei europäischen Ländern (Rumänien, Ukraine) bestätigte Fälle, im Juni waren es bereits vier europäische Länder, in denen Fälle der Afrikanischen Schweinepest beim Hausschwein gemeldet und bestätigt wurden. Zusätzlich zu Rumänien und der Ukraine waren auch Tiere in Polen und Litauen am Ende des zweiten Quartals 2019 von der Seuche betroffen.

Vor allem in Rumänien ist die Anzahl der erkrankten Tiere von 9 im April auf 76 im Juni deutlich angestiegen. In den anderen drei Ländern bewegen sich die gemeldeten Zahlen im einstelligen Bereich.

Die folgende Grafik aus dem ADNS-Quartalsbericht (Q2-2019) zeigt die Anzahl der erkrankten Hausschweine und die von der Afrikanischen Schweinegrippe betroffenen Regionen in Europa:

 

 

Seit der Veröffentlichung des Berichts haben zwei weitere Staaten Fälle der Afrikanischen Schweinepest gemeldet: Ende Juli 2019 verzeichnete die Slowakei ihren ersten Fall bei Hausschweinen im Osten des Landes, an der Grenze zu Ungarn. Mit 14. August bestätigte Serbien erstmalig mehrere Ausbrüche von ASP in Kleinhaltungen in der Nähe Belgrads.

 

Wie hoch ist das Risiko für Österreichs Wildschweine?

Auch bei Wildschweinen ist Österreich zurzeit nicht von der Afrikanischen Schweinepest betroffen. Es gibt jedoch gemeldete Fälle in benachbarten Ländern:

Insgesamt zehn europäische Länder haben im zweiten Quartal 2019 zumindest einen Fall bei Wildschweinen gemeldet – darunter Italien (Sardinien), Bulgarien und Estland. Deutlich höhere Fallzahlen haben Belgien, Lettland und Rumänien, aber vor allem Polen und Ungarn gemeldet. Allerdings ist die Anzahl der Meldungen in fast allen Staaten zwischen April und Juni 2019 gesunken.

Die folgende Grafik aus dem ADNS-Quartalsbericht (Q2-2019) zeigt die Anzahl der erkrankten Wildschweine und die von der Afrikanischen Schweinegrippe betroffenen Regionen in Europa:

 

 

Hier finden Sie weiterführende Informationen – zum aktuellen Stand und den getroffenen Maßnahmen:

AGES (österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH)

Verbrauchergesundheit

Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit

 

Auf jagdfakten.at weiterlesen:

Eckdaten zur Afrikanischen Schweinepest

Sicherheitsmaßnahmen Afrikanische Schweinepest

 

Jagd & Natur

Wildbret, Verzehr von Wildbret, Jagdfakten Österreich

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