Afrikanische Schweinepest – wichtige Sicherheitsmaßnahmen!

 

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist weiterhin ein großes Thema für Tierhalter, Jäger, Wanderer und Reisende – und nicht nur, weil sie bis zu 250 Millionen Euro Schaden für Österreichs Wirtschaft verursachen könnte. In diesem Artikel lesen Sie neue Informationen, die wichtigsten Fakten und wichtige, vorbeugende Sicherheitsmaßnahmen zu dieser Tierseuche.

 

Ursprung und Verbreitung:

Die Afrikanische Schweinepest stammt vom Afrikanischen Kontinent, wie bereits der Name vermuten lässt. Das erste Mal wurde diese Krankheit in Kenia im Jahr 1921 beschrieben. Sie ist in Symptomen und Verlauf ähnlich der europäischen Schweinepest (ESP auch KSP genannt), wobei die Erreger dieser anzeigepflichtigen Tierseuchen nicht ident sind. Ein Impfstoff gegen die ESP würde also nicht gegen die ASP helfen.

Wie genau die Seuche nach Europa gelangte, steht nicht fest. Als Ausgangspunkt zum „Überschwappen“ der Seuche nach Europa gilt jedoch Angola in Südwest-Afrika im Jahr 1959. Von dort gelangte das Virus auf die iberische Halbinsel und wurde dort über 30 Jahre lang erfolgreich bekämpft. Seit 2007 wurden in der Region zwischen dem Schwarzen und Kaspischen Meer regelmäßig ASP-Ausbrüche gemeldet. Seither breitet sich die Seuche nach Norden und Nordwesten aus.

Am 27. Juni 2017 meldeten tschechische Veterinärbehörden Fälle von Afrikanischer Schweinepest bei Wildschweinen in der Region Zlin, etwa 80 km von der österreichischen Grenze entfernt. Auch Ungarn ist seit dem 23. April 2018 betroffen. Dort wurde der erste Fall nordöstlich von Budapest gemeldet.

 

Ausbreitung & Übertragung

Die Afrikanische Schweinepest ist nicht auf den Menschen und nicht auf andere Tiere übertragbar!

Die direkte Übertragung findet nur innerhalb der Gattung der Schweine statt. Indirekt wird das Virus jedoch über Essensreste, kontaminierte Kleidung, Zecken oder andere Tiere verbreitet. Ein Tropfen Blut oder andere Körperflüssigkeiten eines erkrankten Tieres in Kleidung oder am Fell eines anderen Tieres kann das Virus viele kilometerweit tragen.

Die mögliche Ausbreitung erfolgt also über den Menschen oder durch Raubtiere, die infizierte Wildschweine reißen oder an den Kadavern fressen. Besonders große Beutegreifer wie Wölfe, die viele Kilometer am Tag zurücklegen und auch körperlich in der Lage sind, Wildschweine zu erbeuten, können einen Sprung des Virus begünstigen. Die Hauptursache stellen jedoch unachtsam entsorgte Speisereste durch den Menschen dar. Besonders Fernfahrer, Pendler, Saisonarbeiter oder Reisende in und aus betroffenen Staaten sind angehalten, Essensreste nur in den vorgesehenen Behältern zu entsorgen. Auch stellt die Einfuhr von Rohwürsten aus diesen Staaten ein Problem dar.

WEITERLESEN: Verlauf und Erscheinungen der Schweinepest

 

Wirtschaftlicher Schaden auf 250 Millionen geschätzt

Jüngsten Berechnungen zur Folge könnte sich der Schaden allein für die österreichische Wirtschaft auf 250 Millionen Euro im Falle eines Ausbruches belaufen.

Ein ähnliches Szenario spielte sich 1997 in den Niederlanden ab. Damals wurde die Europäische Schweinepest (ESP) in Schweinezuchtbetrieben nachgewiesen. Sieben Millionen Hausschweine mussten von Veterinärmedizinern in kürzester Zeit notgeschlachtet werden. Ein Drittel der Niederlande wurden damals zum Sperrgebiet für jedes Hausschwein erklärt. Hunderte Bauern, Viehhändler, Tiertransporteure, Futtermittelhersteller und Veterinäre verloren ihre Lebensgrundlage.

Um dieses Szenario zu vermeiden, werden besondere Vorsichtsmaßnahmen getroffen.

 

Sicherheitsmaßnahmen Afrikanische Schweinepest

Vorsicht ist besser als Nachsicht. Das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz hat in Zusammenarbeit mit der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH (AGES), Vertretern der Landwirtschaft und Vertretern der Jagd Maßnahmen und Informationsunterlagen ausgearbeitet.

SIE HABEN EIN TOTES WILDSCHWEIN GEFUNDEN – das ist zu tun:

Bei Fund eines verendeten Wildschweins:

  • Abstand halten
  • Das Wildschwein nicht angreifen
  • Den Amtstierarzt informieren und genauen Standort mittels GEO-Daten melden
  • Sofern ein Hund dabei ist, diesen nicht in die Nähe des Wildschweines lassen und Kontakt vermeiden

Nach Kontakt mit verendeten Wildschweinen:

  • Gründliche Reinigung und Desinfektion der Ausrüstung
  • Kleidung mit herkömmlichen Waschmittel bei mind. 70 Grad waschen
  • Sofern ein Hund Kontakt hatte, muss er mit Shampoo gewaschen werden

Weitere Maßnahmen:

  • Essensreste „wildschweinsicher“ nur in verschlossenen Behältern entsorgen
  • Vorsicht bei importierten Lebensmittel wie z.B. Rohwürsten
  • Vorsicht bei Reisen in osteuropäische Länder

 

Weiterführende Informationen:

Informationen der AGES
Videoinformation für Jäger
Videoinformation für Schweinehalter
Beitrag Jagd und Natur TV
Informationen über Afrikanische Schweinepest – November 2017
Situation Afrikanische Schweinepest – Oktober 2017
Erstmals gefährlich nahe an österreichischer Grenze – Juli 2017