23. Januar 2018

Fuchs: Aktuelles in Wald und Flur

Der Fuchs ist im Winter besonders umtriebig. Warum ist das so? Dieser Artikel beantwortet die Frage und beleuchtet den Fuchs genauer. Hier finden Sie eine kurze Beschreibung zum europäischen Rotfuchs, der auch gerne Meister Reineke genannt wird.

 

Fuchs: eine kurze Beschreibung

Der Rotfuchs zählt zu den bekanntesten Tierarten in Europa. Als häufigster Vertreter der Füchse in Mitteleuropa steht er oft als Synonym für den FUCHS. Der Rotfuchs gehört zu den hundeartigen Tieren und zählt zum Raubwild. Er wird in Zeichentrickfilmen, Comics und in der Werbung als listig, schlau und sehr aufmerksam porträtiert. All diese Charaktereigenschaften haben ihren Ursprung in der Jagd.

Sein Beuteverhalten gilt als schlau – daher wohl auch der Ausspruch „Schlau wie ein Fuchs“. Der Rotfuchs ist nicht wählerisch: Als Meister der Anpassungsfähigkeit nimmt er jede Gelegenheit wahr, um Beute zu machen – in kürzester Zeit und mit kleinstem Energie-Aufwand.

Füchse jagen Mäuse, Insekten, Schnecken, Junghasen, Kaninchen und Vögel (auch Hausgeflügel). Essensreste, Kompost und Aas stehen ebenso auf dem Speiseplan. Nehmen Sie nicht an, der Rotfuchs sei von günstigen Beute-Gelegenheiten abhängig! Im Gegenteil – durch sein ausgeprägtes Gehör und einen sehr guten Geruchssinn ist er selbst ein hervorragender Jäger. Das macht die Jagd auf den Fuchs besonders anspruchsvoll.

Ein ausgewachsener Rotfuchs wird bis zu 90 Zentimeter groß. Sein buschiger Schwanz, auch „Lunte“ genannt, wird bis zu 60 Zentimeter lang. Ein starkes männliches Tier, der „Rüde“, kann bis zu zehn Kilogramm auf die Waage bringen. Normalerweise sind „Rüden“ größer und schwerer als die weiblichen Artgenossen „Fähen“. Füchse werden in der Regel kaum älter als sieben Jahre.

Paarungszeit (Ranzzeit) des Rotfuchses sind die Wintermonate Dezember bis Februar. In dieser Zeit verlassen die Rüden ihr abgestecktes Territorium auf der Suche nach einer Partnerin. Rüden finden Fähen Dank ihrer ausgeprägten Geruchs- und Gehörsinne über Duftstoffe und Laute.

 

Der Rotfuchs hat eine einzigartige Besonderheit:

Je höher die Population ist, desto weniger Welpen werden geboren. Eine Fähe wirft – der Jäger sagt „wölft“ – in der Regel  zwischen drei und sechs Welpen, etwa 50-60 Tage nach der Paarung im Winter.

Der Fuchsbau dient als Rückzugsmöglichkeit bei Schlechtwetter und vor allem zur Aufzucht der Jungen im Frühjahr. Altfüchse haben keinen festen „Wohnsitz“. Sie bewohnen ihre Baue im Jahresverlauf sehr unregelmäßig.

Die Welpen kommen als Nesthocker blind zur Welt. Sie öffnen ihre Augen erst nach rund 2 Wochen. In den Monaten Mai und Juni ziehen die Welpen im Familienverband durch Feld und Flur. Mit August lockert sich dieser Familienverband und die Jungfüchse unternehmen ihre ersten Streifzüge alleine.

Im September lösen sich die Jungen ganz von ihren Eltern. Mit etwa neun bis zehn Monaten sind die Jungfüchse geschlechtsreif und suchen sich ein eigenes Revier. Diese Reviere sind auch oft vom Menschen besiedelt. Der Fuchs ist ein Kulturfolger und scheut nicht davor zurück, in Dörfern und Städten Beute zu machen. Daher stammt auch das bekannte Kinderlied: „Fuchs du hast die Gans gestohlen“.

 

Fuchsjagd bevorzugt im Winter – warum?

Die Jagd in Österreich verfolgt klare Ziele. Die Verantwortung für den Erhalt und die Pflege von zum Teil unwiederbringlichen Werten und Beständen steht im Zentrum.

Ziel ist es, das Wild und dessen Lebensräume in ihrer Vielfalt zu sichern, zu erhalten und maßvoll zu bejagen – im Sinne einer gesunden Wildtier-Population. Vereinfacht gesagt geht es den Jagdverbänden um den Erhalt der Artenvielfalt.

Der Fuchs hat keine natürlichen Feinde. Die Tollwut wurde in unserer Region erfolgreich vom Menschen ausgerottet. Unter diesen Voraussetzungen kann der Fuchs als Raubwild in einer hohen Populationsdichte zu einer Gefahr für sogenannte Niederwildarten werden. Dazu gehören beispielsweise: der Feldhase, das Rebhuhn und auch der Fasan.

Der einzige Regulator für eine Überpopulation der Füchse ist die Bejagung durch den Menschen. Die Jagd schafft ein Gleichgewicht und orientiert sich dabei an klaren Schon- und Jagdzeiten.

Füchse in Österreich werden während der Aufzucht der Jungen nicht bejagt. Der Fokus der Fuchsjagd liegt in der kalten Jahreszeit. Jägerinnen und Jäger ziehen es vor, die Population der Rotfüchse im Winter auf ein verträgliches Maß zu regulieren, obwohl Füchse bis auf wenige Wochen im Jahr ganzjährlich bejagt werden dürfen.

Die Fuchsjagd im Winter hat praktische Gründe: Wie beschrieben, paaren sich Füchse in diesen Monaten. Besonders Rüden legen in dieser Zeit große Entfernungen zurück. Bei ihrer Suche nach einer Fähe sind sie unaufmerksamer als in den übrigen Monaten des Jahres.

Der Jäger möchte jedem erlegten Tier einen Nutzen zuführen – beim Fuchs ist dies traditionell das Fell, das nur in der kalten Jahreszeit, wenn es dicht und buschig ist, bestmöglich weiterverarbeitet werden kann.

 

WEITERLESEN: Jagdbare Wildarten – Steckbrief Fuchs.

Hier finden Sie auch interessante Informationen zum Fuchs und weitere Fragen zur Jagd

Jagd & Natur

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