11. Oktober 2018

Wie ticken Jägerinnen und Jäger?

Jägerinnen und Jäger im Persönlichkeits-Check

Mit Beginn der herbstlichen Jagdsaison und dem Start der neuen Jagdkurse wird oftmals die Motivation der Jägerinnen und Jäger hinterfragt. Eine Studie, unter der Leitung von Professor Dietmar Heubrock, belegt: Jägerinnen und Jäger sind weniger depressiv und haben eine gesteigerte Lebenszufriedenheit.

In vielen Anti-Jagd-Foren sieht man die Jagd als eine Freizeitbeschäftigung von blutrünstigen Psychopathen an. Doch die Studie von Professor Heubrock zeichnet ein anderes Bild – lesen Sie selbst:

Jägerinnen und Jäger übernehmen gerne Verantwortung

Wie ticken Jägerinnen und Jäger – die Ergebnisse

Heubrock stellte fest, dass Jägerinnen und Jäger im Vergleich zur Gesamtbevölkerung psychisch stabiler und zufriedener mit ihrer Lebenssituation sind.

Gleichzeitig waren die befragten Jägerinnen und Jäger im Schnitt weniger depressiv. Zudem waren ihre Ärgerkontrollfähigkeit, ihr Gerechtigkeitsempfinden und ihre Konfliktbewältigungsfähigkeiten besser ausgeprägt.

Warum diese Eigenschaften bei Jägerinnen und Jägern stärker ausgeprägt sind, beantwortet die Studie nicht. Heubrock hat jedoch einen Verdacht: Jägerinnen und Jäger übernehmen gerne Verantwortung und erleben dadurch häufiger Situationen, in denen genau diese Eigenschaften geprüft werden.

Immer mehr Frauen entdecken das Weidwerk

Gerade in Österreich entdecken immer mehr Frauen das Weidwerk für sich. Bereits 20 Prozent derer, die in den letzten 5 Jahren die Jagdausbildung absolviert haben, sind Frauen – Tendenz steigend.

Auch hierfür liefert die Studie bemerkenswerte Ergebnisse: So sind die Hege der Natur, eine entschleunigte Umgebung im Gegensatz zum Alltag und die Gewinnung von gutem Wildbret für Frauen entscheidende Aspekte der Jagd.

Der Weg zum Weidwerk ist reich an Motiven

Das Verständnis für die ökologischen Zusammenhänge als Ganzes ist ein starkes Motiv, die herausfordernde Jagdausbildung zu durchlaufen. Anders als in spezialisierten Naturkursen bekommt man in der Jagdausbildung das ganze Spektrum des natürlichen Kreislaufes vermittelt. Infolge übernimmt der Jäger und die Jägerin aktiv Verantwortung für Wildtiere und Lebensräume.

Gesundes Wildbret als Antrieb

Die Gewinnung eines hochwertigen Naturlebensmittels – dem Wildbret – zählt zu den Hauptmotiven, die Jagd auszuüben. Wussten Sie übrigens, dass Wildbret einen höheren Anteil an wertvollen Eiweiß aufweist als andere Fleischarten? Das haben Untersuchungen des Departments für Ernährungswissenschaften der Universität Wien ergeben.

Köstlich und Nährstoffreich: Wildbret

Die Trophäe, sofern eine ausgeprägt ist, wird als Erinnerungsstück für die gelungene Jagd und die gewonnene Köstlichkeit wohl nie aus der Mode kommen. Sie ist jedoch längst nicht mehr treibende Kraft, eine Jagdkarte zu erwerben.

Das gute Gewissen

Einhergehend mit dem Aspekt der hohen Qualität spielt die Gewissheit der Herkunft des Lebensmittels eine wichtige Rolle. Der gesamte Gewinnungs-Prozess liegt in der eigenen Hand. Von der Beobachtung des Tieres (meist über mehrere Monate und Jahre) bis zum Zeitpunkt der Entnahme aus der Natur, über das hygienische Zerwirken bis hin zum fertigen Gericht mit Familie und Freunden.

Das gute Gewissen – über die Herkunft des Tieres und die eigenen Fähigkeiten zur präzisen und schnellen Entnahme – stellt in einer Zeit des unreflektierten Konsums billigen Fleisches aus Massentierhaltung einen besonderen Reiz dar. Hat doch das Wildschwein, welches unvermittelt von der Jägerin aus der natürlichen Umgebung genommen wird, wohl ein schöneres Leben erfahren, als so manches Hausschwein.

 

Zur Studie:
Die 2006 breitangelegte Studie des Rechtspsychologen an der Universität Bremen untersuchte eine große Gruppe deutscher Jägerinnen und Jäger hinsichtlich ihrer Persönlichkeitseigenschaften und Motive. Die Ergebnisse dieser Befragung wurden mit den Ergebnissen von Nicht-Jägern verglichen. Hintergrund der Befragung war die damalige Novellierung der Waffengesetzgebung in Deutschland.

 

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