Tierpark Altenfelden startet Kooperation mit Österreichischer Wildtierstiftung - Jagdfakten.at informiert

Von Wissen, das weiterwirkt:

Der Tierpark Altenfelden startete eine Kooperation mit der Österreichischen Wildtierstiftung. Was als Begegnung bei einem jagdlichen Abend begann, soll nun dort weitergetragen werden, wo viele Menschen Wildtieren besonders nahekommen: im größten privaten Tierpark Österreichs.

TIERPARK ALTENFELDEN

Manchmal beginnt eine Zusammenarbeit nicht mit einem großen Konzept, sondern mit einem Gespräch: Bei einem jagdlichen Abend im Rahmen einer Veranstaltung in Linz hörte Barbara Laher-Hofer, Leiterin des Tierparks Altenfelden, erstmals ausführlicher von der Österreichischen Wildtierstiftung. Maximilian Mayr Melnhof, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Wildtierstiftung, erzählte von deren Arbeit – und Laher-Hofer war sofort überzeugt: „Ich habe das einfach gut gefunden und mir gedacht, das würde ich gerne unterstützen.“ Aus diesem Gedanken ist nun eine Kooperation entstanden.

Barbara Laher-Hofer, Tierpark Altenfelden startet Kooperation mit Österreichischer Wildtierstiftung - Jagdfakten.at informiert

Für Laher-Hofer geht es dabei nicht nur um finanzielle Unterstützung. Entscheidend ist für sie vor allem Bewusstseinsbildung. Menschen sollen Wildtiere, Jagd, Natur und Lebensräume besser verstehen. Gerade ein Tierpark sei dafür ein guter Ort, sagt sie sinngemäß:

„Hier kommen viele Menschen mit Tieren in Berührung, die in freier Natur oft verborgen bleiben. Und hier lassen sich Themen erklären, die sonst schnell verkürzt oder missverstanden werden.“

Im Tierpark Altenfelden, wo Jahr für Jahr viele naturinteressierte Besucherinnen und Besucher unterwegs sind, wird auf die Arbeit der Österreichischen Wildtierstiftung aufmerksam gemacht.

Im Jagdkulturmuseum sowie an einem stark frequentierten Punkt des Tierparks informieren Schilder über die Stiftung. Und über einen QR-Code kann auch gleich direkt gespendet werden.

Verstehen und verstanden werden

Dieses Anliegen begleitet Barbara Laher-Hofer schon länger. Als der Tierpark Altenfelden 2019 sein 50-jähriges Bestehen feierte, wurde auch das Jagdkulturmuseum „cultum venandi“ eröffnet. Der Grundgedanke dahinter: Jagd nicht eindimensional zu zeigen.

Laher-Hofer wollte ein Angebot schaffen, das auch Menschen erreicht, die keinen unmittelbaren Bezug zur Jagd haben. Sie sollen verstehen, dass Jagd nicht einfach bedeutet, „hinauszugehen und etwas zu schießen“. Für sie gehört weit mehr dazu: Tradition, Verantwortung, Artenschutz, Lebensraumverständnis und die Sorge um Wildtiere.

Genau hier dockt die Kooperation mit der Österreichischen Wildtierstiftung an. Sie ergänzt den Bildungsauftrag des Tierparks um eine weitere Ebene. Wer durch den Tierpark geht, soll Tiere nicht nur anschauen, sondern Zusammenhänge erkennen:

  • Welche Rolle spielen Lebensräume?
  • Warum ist Artenvielfalt wichtig?
  • Was bedeutet Verantwortung gegenüber Wildtieren?
  • Und weshalb braucht es Wissen, um Natur wirklich zu schützen?
Rotwild im Tierpark Altenfelden - Jagdfakten.at informiert
Rotwild im Tierpark Altenfelden, Bild: © EKL
Barbara Laher-Hofer mit Kind und Zebra im Tierpark Altenfelden - Jagdfakten.at informiert
Barbara Laher-Hofer mit Kind und Zebra
Polarfuchs im Tierpark Altenfelden - Jagdfakten.at informiert
Polarfüchse im Tierpark Altenfelden

Vom Hirschpark zum größten privaten Tierpark Österreichs

Der Tierpark Altenfelden hat selbst eine lange Geschichte. Gegründet wurde er 1969 von Dr. Prinz Reuss. Ursprünglich war Altenfelden stark von Hirschen geprägt. „Damals war es eine Hirschsammlung, zeitweise sogar die größte Europas“, erzählt Laher-Hofer.

Später wurde der Tierpark an das Land Oberösterreich verkauft, ehe er wieder privat geführt wurde. Heute leitet Barbara Laher-Hofer den Betrieb in zweiter Generation. Der Park umfasst rund 80 Hektar und beherbergt etwa 1.000 Tiere in rund 190-200 Arten. Damit gilt Altenfelden als größter privater Tierpark Österreichs.

So groß war er allerdings nicht immer. Als ihr Vater 1992 übernahm, war vom früheren Bestand nur wenig übrig. „Als mein Vater angekommen ist, hat es nur noch neun Tiere gegeben“, erzählt sie. Nach und nach wurde der Park wieder aufgebaut, „eine Art nach der anderen ist dazugekommen.“

Dabei setzte die Familie nicht ausschließlich auf heimische Wildtiere, was auch ein wenig am Standort liegt. „Wir liegen weder direkt an der Autobahn noch in unmittelbarer Nähe zur Stadt“, erklärt Laher-Hofer. „Unsere Gegend ist keine klassische Urlaubsdestination, sprich: Man muss extra zu uns fahren. Deshalb braucht es auch zusätzliche Attraktionen.“

Zu den Publikumslieblingen zählen Raubkatzen, Wölfe und seit einiger Zeit auch Polarfüchse. „Wer die sehen möchte, muss nach Altenfelden fahren“, sagt Laher-Hofer. Kinder wiederum begeistern sich oft für Tiere, die flink, frech oder besonders süß wirken.

Ein Tierpark muss Erlebnis bieten – und Wissen vermitteln

 

Heute ist Altenfelden ein weitläufiger Tierpark mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Hirsche spielen nach wie vor eine wichtige Rolle. „Wir haben immer noch viele Hirsche“, sagt Laher-Hofer. Die 80 Hektar große, teils steile Landschaft eignet sich gut für größere Wildarten. Gleichzeitig wurde der Park in den vergangenen Jahren laufend weiterentwickelt: mit neuen Anlagen, einem großen Abenteuerspielplatz, selten gezeigten Tierarten und Bildungsangeboten wie Eulenpfad, Jagdkulturmuseum oder Schmetterlingslehrpfad.

Doch das Erlebnis soll nicht beim Anschauen stehenbleiben. „Ich bin sehr bemüht, Bildung weiterzugeben“, sagt Laher-Hofer. Genau darin sieht sie eine zentrale Aufgabe des Tierparks: Tiere sichtbar machen, aber auch ihre Bedeutung erklären.

Artenschutz, der sichtbar wird

Für Barbara Laher-Hofer ist ein moderner Tierpark nicht nur ein Ort der Freizeitgestaltung. Er kann auch eine wichtige Rolle im Artenschutz spielen. „Ein Tierpark ist nicht nur zum Anschauen da“, sagt sie. „Wir sind auch ein Genpool.“

Was das bedeutet, zeigt sich an konkreten Projekten. Der Tierpark Altenfelden beteiligt sich etwa an einem Habichtskauzprojekt. „Wir züchten die Jungtiere nach und geben sie weiter, damit sie wieder ausgewildert werden können“, erklärt Laher-Hofer.

Solche Beispiele sind ihr wichtig, weil sie zeigen, dass Tierparks auch für freilebende Bestände Bedeutung haben können. Wenn Arten in der Natur unter Druck geraten, können Erhaltungszucht und Wiederansiedlung entscheidend sein. Laher-Hofer nennt das Przewalski-Pferd als großes Beispiel: Ohne zoologische Einrichtungen gäbe es heute wohl keine stabilen Populationen in der Mongolei. Auch der Steinbock sei im Alpenraum einst stark gefährdet gewesen. „Wenn es die Tierparks nicht gegeben hätte, würde es ihn heute gar nicht mehr geben“, sagt sie.

Respekt als wichtigste Botschaft

Besonders wichtig ist Barbara Laher-Hofer die Vermittlung an Kinder. Dabei geht es ihr nicht nur um Wissen, sondern vor allem um Respekt. Viele Kinder hätten heute kaum noch direkten Bezug zu Tieren. „Manche wissen gar nicht, wo die Milch herkommt, die sie trinken, oder das Fleisch, das sie essen – und welche Verantwortung mit Tierhaltung verbunden ist“, so Laher-Hofer.

Ein Ort, an dem Verständnis wachsen kann

Die Kooperation mit der Österreichischen Wildtierstiftung passt deshalb gut nach Altenfelden. Der Tierpark erreicht Familien, Schulklassen, jagdlich Interessierte und Menschen, die einfach einen Tag in der Natur verbringen möchten. Viele kommen wegen der Tiere. Manche gehen mit einem neuen Gedanken wieder nach Hause.

Vielleicht ist genau das der wichtigste Punkt: Bewusstseinsbildung passiert selten mit erhobenem Zeigefinger. Sie entsteht dort, wo Menschen etwas sehen, erleben und verstehen können. Ein Hirsch im Gehege, ein Wolf im Rudel, ein Habichtskauz im Artenschutzprojekt oder ein Schild zur Wildtierstiftung können Fragen auslösen. Und Fragen sind oft der Anfang von Verständnis.

Barbara Laher-Hofer möchte zeigen, dass Wildtiere mehr sind als schöne Fotomotive. Sie sind Teil von Lebensräumen, von Kreisläufen, von Verantwortung. Jagd, Tierpark, Artenschutz und Bildung müssen dabei kein Widerspruch sein. Im besten Fall greifen sie ineinander.

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Bildquellen für diesen Beitrag: © Tierpark Altenfelden | © Ernst Zauser (Steinbock)
Autor für diesen Beitrag: U. Macher / Jagdfakten.at

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