
Der Schwarzmilan – geselliger Flugkünstler und Aasjäger
Mit seinem eindrucksvollen Flugspiel bei der Balz und seiner Vorliebe für Aas ist der Schwarzmilan ein cleverer Überlebenskünstler.
Warum er beim Nestbau sogar Müll recycelt, erfahrt ihr hier:
SCHWARZMILAN
STECKBRIEF
Name: Schwarzmilan (Milvus migrans)
Männchen: Terzel
Weibchen: Falke
Nestling: Junge Greifvögel, die noch von ihren Eltern im Horst versorgt werden;
Ästling: Jungvogel, der das Nest verlassen hat, aber noch nicht flügge ist.
Tierfamilie: Habichtartige
Größe: 47 – 60 cm
Spannweite: 130 – 155 cm
Gewicht: 650-950 g
Paarungszeit (Balz): März / April
Brutzeit: April – Juli
Brutdauer: ca. 32 Tage
Gelege: 1 Jahresbrut mit 2-3 Eiern
Alter: über 20 Jahre
Wie sieht ein Schwarzmilan aus?
Der Schwarzmilan ist ein typischer Vogel der Auen und etwa so groß wie ein Bussard.
Sein Schwanz ist länger und schwach gegabelt – wenn er ihn beim Fliegen auffächert, sieht er fast wie ein Dreieck aus. Im Vergleich zum Rotmilan ist der Schwanz nicht so tief gespalten. Das Gefieder ist überwiegend graubraun, nur an der Basis der Handschwingen gibt es ein etwas helleres „Fenster“.
Die Flügel werden oft leicht angewinkelt unterhalb des Körpers getragen, und der etwas matte Flügelschlag macht den Schwarzmilan gut erkennbar. Seine Handschwingen zeigen beim Schwarzmilan sechs „Finger“, beim Rotmilan nur fünf – so lassen sich die beiden Arten leicht unterscheiden. Der Schnabel ist gelb mit einem schwarzen Haken an der Spitze. Die Beine sind bei ausgewachsenen Vögeln gelb, die Krallen schwarz.
Junge Schwarzmilane erkennt man an ihrem hellen Bauchgefieder, bei den Erwachsenen ist es dunkel. Die Augenfarbe ändert sich erst mit etwa 7–8 Jahren von hellbraun zu mattgelb. Bei den meisten Greifvögeln sind die Männchen kleiner und leichter als die Weibchen, das gilt auch für den Schwarzmilan.
Was macht den Schwarzmilan besonders:
Wo lebt der Schwarzmilan?
Lebensraum und Vorkommen:
Der Schwarzmilan ist ein weit verbreiteter Brutvogel in Eurasien, nur im hohen Norden sowie in Nordwesteuropa fehlt er. Er brütet außerdem in ganz Afrika mit Ausnahme der Sahara sowie im nördlichen Australien. Im Winter zieht er ins tropische Afrika, kehrt aber etwa Ende März wieder in seine Brutgebiete zurück.
In unseren Breiten ist er ein Zugvogel, der von Ende März bis Ende September in Österreich lebt. Der Schwarzmilan bevorzugt offene und halboffene, wasser- und waldreiche Landschaften in günstigen Klimalagen. Sein heimisches Brutgebiet teilt sich:
- in einen Ostteil, der im Wesentlichen die Auen an March, unterer Thaya und Donau westwärts bis Oberösterreich umfasst,
- und einen Westteil, der sich vom Vorarlberger Walgau bis ins Rheintal erstreckt.
Lebensweise und Sozialverhalten:
Schwarzmilane leben in festen Paaren und oft benutzen sie alte Nester anderer Greifvögel, die sich in hohen, alten Bäumen befinden. Diese Nester liegen manchmal in der Nähe von Graureihern oder anderen Milanen. Die Paare kehren jedes Jahr an denselben Brutplatz zurück und kommen häufig gemeinsam an.
Bei der Balz zeigen Schwarzmilane eindrucksvolle Flugspiele: Sie fliegen zusammen, kreisen in der Luft und attackieren sich zum Schein. Manchmal halten sie sich sogar mit den Füßen fest und wirbeln spiralförmig nach unten.
Schwarzmilane sind insgesamt recht gesellig und können ihre Horste – beinahe kolonieartig – recht nahe beieinander errichten. Außerhalb der Brutzeit sammeln sich Schwarzmilane oft zu großen Gruppen, in denen sie gemeinsam fressen und schlafen – manchmal sind es mehrere Hundert Vögel.
Was frisst ein Schwarzmilan?
Der Schwarzmilan gilt nicht als Feinschmecker. Als ausgeprägter Opportunist ernährt er sich überwiegend von Aas.
Zur Nahrungssuche fliegen Schwarzmilane viel umher und greifen ihre Beute meist im Flug. Nur selten landen sie dafür auf dem Boden. Besonders häufig sammelt der Schwarzmilan tote oder geschwächte Fische ein, die er im eleganten Tiefflug direkt von der Wasseroberfläche aufgreift. Zu seinem Nahrungsspektrum zählen außerdem verletzte oder verendete Vögel und Säugetiere, Straßenopfer sowie auch menschliche Abfälle. Nur ein vergleichsweise kleiner Teil seiner Nahrung besteht aus aktiv erbeuteten Tieren. Oft bedrängt er andere Greife und Großvögel wie Graureiher, bis sie ihre Beute fallenlassen.
Feinde & Bedrohungen
Der Schwarzmilan zählt heute zu den stark gefährdeten Brutvögeln Österreichs.
Hauptursachen für seinen Rückgang sind der fortschreitende Verlust sowie die zunehmende Verschlechterung geeigneter Lebensräume, insbesondere durch die Umwandlung artenreicher Mischwälder in strukturarme Monokulturen. Illegale Greifvogelverfolgung und Störungen durch Freizeitnutzung sind weitere Gefährdungsursachen. Zudem ist der Schwarzmilan störungsanfälliger als andere Greife. Zu seinen natürlichen Feinden zählen vor allem größere Greifvögel wie Uhu, Habicht und Seeadler.
UNSERE
LESE-EMPFEHLUNG
Bildquellen für diesen Beitrag: © Ladislav Fekete | © Josef Chavko | © Pixabay
Autor für diesen Beitrag: V. Toff / Jagdfakten.at
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