
Ein hoch spezialisierter Aasfresser
Der Gänsegeier, auch Weißkopfgeier genannt, frisst für sein Leben gern Aas. Sein Aussehen ist perfekt daran angepasst – aber warum?
Im Steckbrief erfährst du es und noch viele weitere spannende Fakten:
GÄNSEGEIER
STECKBRIEF
Name: Gänsegeier (Gyps fulvus)
männlich: Terzel
weiblich: Weibchen
Junge: Junge
Tierfamilie: Habichtartige
Größe: 95-110 cm
Flügelspannweite: 240-280 cm
Gewicht: bis zu 11 Kilo
Paarungszeit: Ende November
Brutdauer: 48-54 Tage
Gelege: 1 Ei
Wie sieht ein Gänsegeier aus?
Der Gänsegeier ist ein sehr großer Greifvogel mit sandfarbenem Gefieder sowie dunklen Schwung- und Stoßfedern.
- Typisch sind seine langen, breiten Flügel und der kurze Schwanz.
- Auffällig sind der lange, schlanke Hals – daher der Name „Gänsegeier“ – sowie der helle, nur spärlich befiederte Kopf mit bläulichem Halsansatz.
- Seine weiße Halskrause schützt ihn beim Ausnehmen von Kadavern.
Sein Körperbau ist perfekt an das Fressen von Aas angepasst: Mit seinem gering befiederten Kopf und dem langen Hals kann der Gänsegeier tief in Kadaver gelangen, ohne sein Gefieder stark zu verschmutzen. Schnabel (horngelb), Augen (hellbraun) sowie Beine und Füße (blaugrau) runden sein Erscheinungsbild ab. Er ähnelt dem Weißrückengeier, ist jedoch größer und heller gefärbt. Männchen und Weibchen sind äußerlich kaum zu unterscheiden – sie sind gleich groß und schwer.
Was macht diesen Greifvogel besonders:
Wo leben Gänsegeier?
Lebensraum und Vorkommen:
Der Gänsegeier lebt vor allem in bergigen, offenen und trockenen Landschaften wie Felsgebieten, Schluchten, Steppen und Hochplateaus. Er kommt meist in Höhen bis etwa 3.000 m vor und nutzt als Segelflieger die Thermik, um große Strecken im Suchflug nach Nahrung zurückzulegen.
Sein Hauptverbreitungsgebiet reicht vom Mittelmeerraum über Teile Afrikas und der Arabischen Halbinsel bis nach Asien (u. a. Mongolei, Pakistan und Indien). In Europa ist er vor allem auf der Iberischen Halbinsel, in Südfrankreich und auf dem Balkan verbreitet. In Österreich ist der Gänsegeier ein Sommergast, besonders in den Hohen Tauern, wo er regelmäßig auf der Suche nach Fallwild zu beobachten ist. Gebrütet wird meist in lockeren Kolonien an steilen Felsklippen. Gelegentlich brüten Tiere aus der frei fliegenden Salzburger Zoopopulation am Untersberg in Salzburg. Altvögel bleiben oft in ihrem Gebiet, während jüngere Tiere weite Strecken zurücklegen und mehrere hundert Kilometer umherstreifen können.
Lebensweise und Sozialverhalten:
Gänsegeier sind sehr gesellige Vögel und leben in großen Kolonien. Während erwachsene Tiere meist standorttreu sind, ziehen jüngere Vögel im Herbst teilweise nach Afrika. Sie brüten in felsigen Gebirgsregionen und bauen ihre Nester auf Vorsprüngen sowie in Höhlen oder Nischen steiler Felswände. Die Nester bestehen aus Zweigen und werden mit Gras ausgepolstert.
Gänsegeier führen eine lebenslange Paarbindung, wobei das Männchen das Weibchen mit einem auffälligen Balztanz umwirbt. In der Regel wird ein einzelnes Ei gelegt, das von beiden Elternteilen bebrütet wird. Die jungen Gänsegeier sind Nesthocker und werden auch nach dem Ausfliegen noch eine Zeit lang von den Eltern versorgt. Ihr endgültiges Gefieder entwickeln sie erst nach vier bis fünf Jahren, und geschlechtsreif werden sie im Alter von etwa vier bis sechs Jahren.
Ernährung
Gänsegeier sind hoch spezialisierte Aasfresser und ernähren sich fast ausschließlich von Kadavern, vor allem von großen Huftieren wie Hirschen, Gämsen, Schafen oder Kühen, die z. B. in den Bergen abgestürzt sind. Bevorzugt fressen sie weiche Teile wie Muskelfleisch und Innereien. Sie jagen nicht selbst, sondern sind darauf angewiesen, tote Tiere zu finden. Dabei suchen sie große Gebiete systematisch ab und orientieren sich auch an anderen Aasfressern, um Nahrung schnell zu entdecken. Dank ihres besonders starken Magensafts, der viel Salzsäure und das Enzym Pepsin enthält, können Gänsegeier selbst Knochen und zähe Gewebereste verdauen.
Feinde & Bedrohungen
Ausgewachsene Gänsegeier haben aufgrund ihrer Größe, Lebensweise und ihrer Rolle als Aasfresser kaum natürliche Feinde.
Die Art ist streng geschützt und darf nicht bejagt werden!
UNSERE
LESE-EMPFEHLUNG
Bildquellen für diesen Beitrag: © Pixabay
Autor für diesen Beitrag: V. Toff / Jagdfakten.at
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