
Der Rotmilan – ein echter Nahrungsopportunist
Der rostbraune Rotmilan ist eine ganz besondere Vogelart, denn er ist nur auf dem europäischen Kontinent zu finden.
Und warum man ihn auch „Gabelweihe“ nennt, erfahrt ihr hier:
ROTMILAN
STECKBRIEF
Name: Rotmilan oder „Gabelweihe“ (Milvus milvus)
Männchen: Terzel
Weibchen: Weib
Nestling: sind noch junge Greifvögel, die noch von ihren Eltern im Horst versorgt werden
Ästling: Jungvogel, der das Nest verlassen hat, aber noch nicht flügge ist.
Tierfamilie: Habichtartige
Größe: ca. 65 cm
Flügelspannweite 155 bis 170 cm
Gewicht: 1-1,2 kg
Paarungszeit (Balz): Februar/März
Brutdauer: 30 Tage
Eier: meist 3 Eier
Alter: bis zu 25 Jahre
Wie sieht ein Rotmilan aus?
Der Rotmilan wird oft mit dem Schwarzmilan verwechselt, ist aber größer, langflügeliger und kontrastreicher.
Sein langer, tief gegabelter Schwanz ist unverkennbar – daher kommt auch sein volkstümlicher Name „Gabelweihe“. Trotz des Namens ist er nicht mit den Weihen verwandt, die am Boden in der offenen Landschaft brüten. Das Gefieder des Rotmilans ist auf Rücken, Brust und Stoßoberseite rostbraun, während Kopf, Nacken und Kehle weißlich bis hellgrau gefärbt sind. Männchen und Weibchen sehen gleich aus, und auch die Jungvögel ähneln den Erwachsenen stark.
Ein auffälliges Merkmal des Rotmilans sind die sogenannten „Finger“ – das sind die äußersten Schwungfedern, die spitz zulaufen und sich nicht ganz überlappen. Beim Rotmilan sind es meist fünf, beim Schwarzmilan sechs, wobei durch die Mauser einzelne Federn fehlen können. Deutlicher lässt sich der Unterschied an der Musterung der Handschwingen erkennen: Beim Rotmilan ist die Basis reinweiß und die Spitze schwarz, beim Schwarzmilan verläuft die Farbe eher verschwommen von Grau zu Dunkel.
Was macht den Rotmilan besonders:
Wo lebt der Rotmilan?
Lebensraum und Vorkommen:
Der Rotmilan ist nicht so weit verbreitet wie der Schwarzmilan. Sein Hauptvorkommen ist in Europa – in Österreich gibt es besonders in Vorarlberg und Ostösterreich Brutpaare, wo sich die Bestände langsam ausbreiten. Er lebt vor allem in Niederungen, wo Wälder und offene Kulturlandschaften wechseln. Gewässer in der Nähe sind vorteilhaft, aber nicht zwingend erforderlich. Zum Jagen nutzt er Wiesen, Felder und Weiden. Der Rotmilan ist ein Zugvogel: Ab September zieht er in wärmere Regionen, meist nach Südeuropa oder Nordafrika, um den Winter zu verbringen und kehrt im Frühjahr zum Brüten zurück.
Lebensweise und Sozialverhalten:
Rotmilane leben überwiegend monogam und bildet meist langjährige Paarbindungen. Trotz getrennt verlaufender Überwinterung kehren die Paare zuverlässig in ihre Brutreviere zurück. Die Brut erfolgt in Horsten auf hohen Bäumen, bevorzugt an Waldrändern oder in strukturreichen Kulturlandschaften. Häufige Horstwechsel sind typisch; mehrere Nester werden abwechselnd genutzt. Während der Brutzeit versorgt das Männchen Weibchen und Jungvögel fast vollständig mit Nahrung. Ihr typischer Ruf ist ein hohes, schrilles „Wiiiieeh“. Als Kulturfolger ist die Art auf extensive Landnutzung und offene, strukturreiche Landschaften angewiesen.
Was frisst ein Rotmilan?
Der Rotmilan ist ein echter Allesfresser und nicht wählerisch. Er frisst vor allem Aas, Abfälle und Kleinsäuger wie Mäuse und Maulwürfe. Außerdem jagt er Vögel und manchmal auch größere Beute bis zur Größe eines Junghasen. Auch Fische, Insekten, Käfer und Regenwürmer stehen auf seinem Speiseplan. Häufig nutzt er tote Tiere als Nahrung, zum Beispiel an Straßen, auf Feldern, bei Schlachthöfen oder Mülldeponien. Oft fliegt er hinter dem Mähwerk her, um die getöteten Tiere zu fressen oder sie den Krähen abzujagen.
Feinde & Bedrohungen
Zu seinen natürlichen Feinden zählen der Uhu, der Habicht, der Baummarder und der Waschbär. Außerdem wird der Rotmilan durch die veränderte und intensivere Landwirtschaft bedroht, da er dadurch weniger Nahrung findet. Zusätzlich ist er gefährdet, wenn er vergiftete Beutetiere frisst oder gezielt durch Vergiftung und Abschuss verfolgt wird. Auch Windkraftanlagen und Stromleitungen stellen eine große Gefahr dar und können tödliche Unfälle verursachen.
UNSERE
LESE-EMPFEHLUNG
Bildquellen für diesen Beitrag: © Jozef Chavko | © Manfred Hesch | © Ladislav Fekete
Autor für diesen Beitrag: V. Toff / Jagdfakten.at
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