Für ein gutes Messer lohnt es sich durchaus, ein wenig tiefer in die Tasche zu greifen.
Was in der Küche als Gesetz gilt, tut es in der Jagd noch viel mehr. Vom Suchen und Finden des passenden Jagdmessers.

JAGDMESSER

Es geht mitunter heiß her, wenn man einen Messerschmied in seiner Werkstatt besucht. An die 1.100 Grad müssen die Kohlen im Ofen haben, dann haben sie ihre „Betriebstemperatur“ erreicht – und es muss schnell gehen. Nur wenige Minuten bleiben, um das heiße Eisen zu schmieden. Durchaus entscheidende Minuten.

Martin Huber, 26, ist Messerschmied in Garsten bei Steyr und war gerade einmal drei Jahre alt, als er das erste Mal zu Werke ging. Im väterlichen Betrieb, einer Schlosserei, klopfte er eine kleine Schale und hatte dabei dermaßen viel Spaß, dass er die Werkstatt gar nicht mehr verlassen wollte. „Ich bin dort aufgewachsen“, sagt Huber.

„Und ich habe mir schon bald gedacht, dass es eigentlich cool wäre, das beruflich zu machen.“ Also lernte der Oberösterreicher Kunstschmied, das Messerschmieden rückte erst später in den Vordergrund „und war eigentlich ein Vogel von mir“, den er erst vier Jahre lang hobbymäßig verfolgte und seit sechs Jahren hauptberuflich. Was für andere das Mobiltelefon ist, ist für ihn das Messer. „Es gibt keinen Tag, an dem ich ohne aus dem Haus gehe.“

Klingen aus Kohlenstoffstahl und Damast

 

Huber fertigt Küchenmesser, Outdoormesser und Jagdmesser, allesamt in hundertprozentiger Handarbeit und perfekt abgestimmt auf die jeweiligen Anforderungen. Was die Jagd betrifft, schauen die wie folgt aus: „Ein Jagdmesser“, erklärt Huber, „muss die richtige Mischung aus Elastizität und Härte haben.“ Mit dem robusten Kohlenstoffstahl 80CrV2 oder C100 – auch als 1095 oder Papierstahl geläufig – sei man auf der sicheren Seite.

Auch beliebt, aber teurer seien Messer mit Damast-Klinge. Die haben angesichts der vielen übereinander geschichteten Stählen den Vorteil, sehr langlebig zu sein und auch trotz vielfachen Nachschleifens nur wenig an Schnittfläche zu verlieren, der Preis ist freilich aber dementsprechend. Bei Martin Huber kosten sie ab 480 Euro (50 Lagen Damast, Klingenlänge 115 cm) aufwärts.

„Wichtig ist, die Klinge immer, so gut es geht, trocken zu halten. Vor allem, wenn sie nicht rostfrei ist. Immer gut reinigen, mit Öl pflegen und – je nach Verwendung – etwa einmal im Jahr nachschärfen lassen.“

JAGD-GRAVUREN: Techniken & Motive

Für das Jagdmesser:
feststehende Klinge bevorzugt

Am Ende des Tages, weiß Martin Huber, der auch viele internationale JagdkundInnen in seiner Kartei hat, ist die Wahl des Messers aber mehr Geschmacks- denn Geldfrage. Von Klappmessern, wie sie da und dort noch immer gerne eingesetzt werden, hält er wenig, weshalb er sie gar nicht erst im Angebot hat.

„Messer mit feststehenden Klingen sind leichter zu reinigen und auch viel stabiler“, erklärt der Fachmann. „Ein Knicker mit einer Klingenlänge von 10 bis 12 Zentimetern ist gerade zum Aufbrechen optimal.“

Welcher Griff sich dazugesellt, ist dann wieder Geschmackssache. Manche bevorzugen hochwertige aus edlem Holz, andere wieder solche mit grelleren Farben, damit das Messer weniger leicht verloren geht.

Messer als Luxusgut

Es ist die Qual der Wahl, die man heute hat. Früher war das anders, auch wenn schon immer gejagt wurde. „Die Wikinger“, so Huber, der sich viel und gerne mit der Historie beschäftigt, „haben einfach zur Axt gegriffen, weil sie die ja sowieso hatten. Und im Mittelalter war Stahl ein Luxusgut, weil der Aufwand, ein Messer oder gar ein Schwert herauszubekommen, immens war.“ Bis die ersten Hochöfen in Betrieb genommen wurden, was die Stahlproduktion naturgemäß enorm vereinfachte, wurden die Messer auch über Generationen vererbt. Ein Trend, der – so man in ein wertvolles Jagmesser investieren will – auch heute noch Sinn macht.

Jagdfakten.at bedankt sich für das Gespräch bei Martin Huber, messerschmied-huber.at.

Messerschmied Martin Huber, Jagdfakten.at informiert

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Bildquellen für diesen Beitrag: Martin Huber, (c)Raphael Gabauer (Portrait Martin Huber), (c)Moritz Baumgartner (Titelbild Messerschmiede)
Autor für diesen Beitrag: Jagdfakten.at/U. Macher

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