Die Grillsaison ist eröffnet

Wilde Grillsaison

Für Viele gehört es zum Sommer wie Strand und Meer, wie das Eis vom Eissalon,
wie das Wandern auf Österreichs Bergen oder das Eintauchen in einen heimischen See: Das Grillen.

Und kaum ist sie eröffnet, beginnen auch schon die Diskussionen um die Art des Grillers, die Zubereitung, das Grillgut, die Beilagen und Saucen, etc. Der Redakteur dieser Zeilen vertritt die Auffassung: Richtig ist was schmeckt, das ist wie beim Wein. Und dennoch ist es spannend, ein wenig Hintergrund- oder Zusatzwissen zu haben, um an der Diskussion der Grillmeister teilnehmen zu können.

Jagdfakten.at hat 7 Grill-Tipps für Sie zusammengestellt:

1. Was sind die Vor- und Nachteile beim Holzkohlegrill?
2. Was sind die Vor- und Nachteile beim Gasgrill?
3. Was sind die Vor- und Nachteile beim Elektrogrill?
4. Was bedeutet direktes bzw. indirektes Grillen?
5. Welche Lebensmittel eignen sich für den Griller?
6. Kann man Wildfleisch grillen?
7. Einfache Tipps für ein gelungenes Grillerlebnis.

1. Grillen mit Holzkohle –
Der Klassiker

Für Generationen von Freizeitgrillmeistern ist der Holzkohlegrill der einzig wahre Griller. Das Entzünden und Züchten der Holzkohle gehört zum meist diskutierten Thema „in der Branche“. Viele schwören dabei auf den Anzündkamin. Den gibt es bei jedem Baumarkt – von der Eigenmarke bis hin zu Markenartikeln. Holzkohle rein in den Kamin, darunter einen Grillanzünder (zB.: selbstbrennender Würfel) hinlegen, 15-20 Minuten warten und fertig. Auf die klassische Art durch Windzufuhr kann es schon mal 30 Minuten und mehr dauern bis man die gewünschte und notwendige Temperatur hat.

Bitte beschleunigen Sie den Vorgang nicht indem Sie Brennspiritus oder ähnliches verwenden. Erstens kann es dadurch zu gefährlichen Situationen kommen und zweitens halten sich die chemischen Aromen des Spiritus in der Kohle und geben diese letztendlich an das Grillgut ab.

Warum schwören so viele auf den Holzkohlegrill?

Mit einem Holzkohlegrill erhält das Grillgut einen unverwechselbaren rauchigen Geschmack. Zudem wird das Grillen mit einem Holzkohlegrill immer noch mit Ritualen verbunden, oder anders ausgedrückt: es entsteht eine ganz eigene Art der Romantik: Die Holzkohlegrill- & Feuerromantik.

Welche Nachteile hat ein Holzkohlegrill?

  • Durch das offene Feuer herrscht Brandgefahr.  Auf Kleinkinder aufpassen!
  • Man braucht Zeit, viel Zeit: Vom Anzünden bis zum Entsorgen der verglühten Asche.
  • Durch die Rauchentwicklung nicht für den Balkon oder dicht bewohntes Gebiet geeignet.
  • Die ist Temperatur schwerer regulierbar

Welche Vorteile hat ein Holzkohlegrill?

  • Ein unvergleichlicher Geschmack
  • Flexibel einsetzbar, man braucht weder Stromanschluss noch Gasflaschen
  • Verstellbarer Grillrost
Grillen mit Holzkohle

2. Grillen mit Gas –
Der Newcomer

Lange hat es gedauert bis der Gasgriller seine heutige Bedeutung bekommen hat. Doch in vielen Gärten ist er nicht mehr wegzudenken. Mehr noch, oft gewinnt man den Eindruck ihre Plätze sind das Zentrum der privaten Grünoasen, um die herum der Garten designt wird. Gasgriller sind in der Regel aufwendiger gestaltet als viele Holzkohlegriller. Mit ihren Edelstahldeckeln, breiten Ablageflächen und Rädern machen sie das Grillen zu einem Erlebnis der besonderen Art.

Beim Gasgriller ist das offene Feuer zwar auf die – zumeist geschützte – Gasflamme reduziert, Vorsicht ist dennoch geboten. Ein unsachgemäßer Anschluss des Schlauchs an der Gasfalsche, ein poröser Schlauch, ein geschlossener Deckel bei noch ausströmendem Gas – das alles und noch mehr sind Gefahren beim Grillen mit Gas.

Warum schwören so viele auf den Gasgrill?

Mit einem Gasgrill ist das Zubereiten des Grillguts ebenso zu handhaben wie das Kochen mit Gas in der Küche. Das Grillen mit Gas ist durch das einfache Hoch- und Niederdrehen der Gasflamme berechenbarer und somit für viele leichter. Ein weiteres Argument vieler Anhänger von Gasgrillern ist das Thema Gesundheit, denn Rußpartikeln oder dunkle, angebrannte Stellen am Grillgut, wie sie beim Grillen mit Holzkohle leicht passieren, sind erwiesenermaßen ungesund.

Welche Nachteile hat ein Gasgrill?

  • Er ist in teurer in der Anschaffung. Was sich auf lange Sicht und starke Nutzung ausgleichen kann, da das Gas billiger als die Holzkohle ist.
  • Anschaffung und Lagerung der Gasflaschen. Man geht nicht einfach in den Supermarkt oder zur Tankstelle und kauft eine Gasflasche. Außerdem gibt es klare Vorschriften zur Lagerung von Gasflaschen.
  • Eingeschränkte Mobilität. Gasgriller sind schwerer und daher für einen Ausflug ins Grüne oder die Mitnahme auf Reisen eher ungeeignet.

Welche Vorteile hat ein Gasgrill?

  • Kurze Vorlaufzeit – ein großes Plus im Vergleich zum Holzkohlegrill
  • Gut regulierbare Temperatur
  • Gesünderes Grillen – kein Entzünden von heruntertropfendem Fett in die Glut wobei krebserregende Stoffe entstehen können
  • Das Grillen ist einfacher – viele Gasgriller haben einen Deckel was das indirekte Grillen erleichtert
Grillen mit Gas

3. Grillen mit Strom –
Der Spontane für Balkonien

Man kann diskutieren was man will – bei einem Thema hat der Elektrogrill die Nase ganz klar vorne: Beim Grillen in den vier Wänden, was ihn zum perfekten Ganzjahresgrill macht. Zudem ist er für all jene denen die Show und die zuvor bereits angesprochene Grillromantik nicht so wichtig sind mehr als nur eine Alternative. Eine einfache Grillplatte reicht und man kann loslegen.

Aufpassen muss man aber auch beim Elektrogrill: Zum Unterschied zum Holzkohle- oder Gasgrill aber nicht auf das offene Feuer oder das ausströmende Gas, sondern auf die Beschichtung der Grillplatte. Spülmittel und Schwamm statt Stahlbürste heißt bei dieser Art des Grillens die Devise. Je nach Bauart des E-Grillers (mit oder ohne Deckel) lassen sie dieselben Lebensmittel in derselben Qualität wie beim Holzkohle- und Gasgrill zubereiten. Den rauchigen Geschmack der Holzkohle schaffen Sie aber nicht, aber das schafft auch der Gasgrill nicht.

Warum schwören so viele auf den Elektrogrill?

Aufstellen, anstecken und los geht es. Besondere Vorkenntnisse oder zusätzliche Notwendigkeiten wie Kohle oder Gas braucht es nicht. Das Grillen ist durch das einfache Regulieren der Temperatur berechenbar. Beim Thema Gesundheit gilt das Gleiche wie beim Gasgrill.

Welche Nachteile hat ein Elektrogrill?

  • Braucht Stromanschluss – Grillen in der freien Natur ist daher kaum möglich
  • Meist kleinere Auflageflächen als bei Holzkohle. oder Gasgrillern
  • Weniger Grillromantik als bei Holzkohle. oder Gasgrillern

Welche Vorteile hat ein Gasgrill?

  • Grillen bei schlechtem Wetter oder Indoor möglich
  • Kurze Vorlaufzeit – ein großes Plus zum Holzkohlegrill
  • Kostengünstig – elektrische Grillplatten gibt es ab 30 Euro
  • Sicherer – kein offenes Feuer
Wildfleisch grillen

4. Was bedeutet direktes bzw.
indirektes Grillen?

Was ist nun der Unterschied? Ganz einfach gesagt: Der Deckel.

  • Wer direkt grillt legt sein Grillgut auf einen Rost direkt über die Glut oder direkt auf die Grillplatte. Die Hitze kommt ausschließlich von unten.
  • Wer indirekt grillt macht den Deckel zu, die warme Luft zirkuliert und das Grillgut wird von allen Seiten gleichmäßig erhitzt. Auch bei Holzkohlegrillern ist das möglich (Kugelgriller). Die Glut ist dann nicht direkt unter den Speisen, sondern seitlich, weswegen auch kein Fett in die Glut tropfen kann.

Welche Speisen eignen sich für direktes oder indirektes grillen?

Das direkte Grillen eignet sich sehr gut für Steaks, Burger, Fisch; Grillkäse oder Gemüse. Das Indirekte Grillen eignet sich für ganze Hendel, größere Fleischstücke oder Braten, bzw. Ripperl.

5. Welche Lebensmittel eignen
sich für den Griller?

Für sehr Viele sind immer noch vorrangig das Steak, bzw. die Wurst die bevorzugten Lebensmittel für den Grill. Dabei eignen sich diverse Gemüse- und Fischarten mindestens genauso für den Rost oder die Grillplatte. Bei Fleisch gilt eine Faustregel: je fettärmer ein Fleisch ist, desto weniger ist es für den Grill geeignet. Daher ist zum Beispiel Kalbfleisch selten am Grill zu finden.

Das gilt im Übrigen auch für den Fisch. Anfänger greifen daher gerne zu Lachs oder Forelle. Geübteren Grillmeisterinnen und -meister gelingen dann auch andere Fischarten ohne trocken zu werden. Die Klassiker beim Gemüse sind Zucchini, Paprika, Mais, Zwiebel, aber auch Kartoffel (auch Folienkartoffel für die Glut) Artischocken, Melanzani oder Pilze.

Die Überraschung für viele am Grill ist Obst. Aber auch das eignet sich. Die gegrillte Banane kennen manche vielleicht aus der Karibik oder vom Chinesen ums Eck. Mindestens ebenso gut schmecken aber zum Beispiel gegrillte Pfirsiche, Ananas oder auch Trauben, Wassermelonen oder Beeren.

6. Kann man
Wildfleisch grillen?

Wildfleisch weist einen vergleichsweise geringen, aber hochwertigen Fettanteil auf und zeichnet sich durch spärliches Vorkommen von Bindegewebe sowie feinfaserige Muskelstruktur aus. Zudem ist es cholesterinarm. Besonders zum Grillen geeignet sind:

  • Wildbratwürste,
  • Hirschsteaks,
  • Wildschweinbraten oder
  • Rehmedaillons.

Wer frisches Wildfleisch haben will, kann dies direkt vom Jäger beziehen. Auch manche Fleischhauer bieten saisonal Wildfleisch an – nachfragen lohnt sich! Zudem haben die Landesjagdverbände viele Informationen rund um das Thema Wildfleisch – auch hier lohnt sich ein Blick auf deren Webseiten, z.B.:

Wer nach Grillrezepten für Wild sucht, wird auch bei uns auf jagdfakten.at fündig: Geben Sie in der Suchfunktion das Stichwort „Grillen“ ein und Sie werden verschiedene Rezepte finden.

Wildfleisch grillen, Jagdfakten.at

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7. Einfache Tipps für ein
gelungenes Grillerlebnis

1. Mariniertes Fleisch nicht direkt auf den Rost legen.
Tropfendes Fett kann krebserregende Stoffe erzeugen. Legen Sie ihr mariniertes Fleisch daher in Schalen aus Aluminium auf den Grill oder grillen Sie es indirekt. So verhindern Sie Giftstoffe.

2. Fleisch lieber etwas dicker bemessen –
so wird das Fleisch außen knusprig und bleibt innen saftig. Scheiben von zwei bis drei Zentimetern sind ideal. Dünnere Fleischscheiben werden leicht trocken.

3. Fertiges Fleisch zum Warmhalten in Alufolie legen –
wer es zum Warmhalten am Grill auf die Seite legt wird sich vermutlich über ein trockenes oder zähes Fleisch ärgern.

4. Kein Fleisch aus dem Kühlschrank –
mit Zimmertemperatur wird es gleichmäßiger gegart.

5. Fisch im Grillbräter grillen –
so kann er nicht so leicht zerfallen oder am Rost picken bleiben.

6. Grillgut selbst marinieren – so kann ihnen kein altes Fleisch untergejubelt werden.
Zusatztipp: mit säurehaltigen Zutaten wie Fruchtsäften, Wein oder Essig in der Marinade wird das Fleisch zarter.

7. Kräuter in der Glut –
sorgen zusätzlich für ein besonderes Aroma. Besonders beliebt sind Rosmarin oder Thymian.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen ein paar neue Tipps geben und haben Ihnen vor allem Gusto auf eine Grillerei gemacht!

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Autor:

Walter Gröblinger

Walter Gröblinger ist seit 2018 ständiger Redakteur für jagdfakten.at und hat als Nicht-Jäger, Naturfreund und Familienvater einen anderen Blickwinkel auf das Thema Jagd.

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Bildquellen für diesen Beitrag: Pixabay

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2020-07-10T14:11:18+02:00