2. März 2017

Der Bruch und seine Bedeutung

Der Bruch: ein Wort, das in Zusammenhang mit der Jagd und mit dem Jägerhut oft gebraucht wird und wertvolles jagdliches Brauchtum beschreibt. Kurz haben wir auch schon den Standesbruch in unserem Artikel „Der Jäger und seine Kleidung“ erwähnt. Hier erfahren Sie:

Was ist der Bruch, und welche Arten von Brüchen gibt es?

Die wichtigste Unterscheidung ist die nach Bruch am Jägerhut und Bruch nach Schuss.

Der Bruch am Jägerhut
besteht aus Nadelholz (Dreisproß, Kreuztrieb) oder Laubholz (Zweig mit ein paar Blättern). Er sollte nach Möglichkeit von einer bruchgerechten Baumart (Fichte, Tanne, Eiche, Erle, Kiefer, Latsche, Zirbe, Bergwacholder, Almrausch) tatsächlich abgebrochen werden und ungefähr handtellergroß sein.

Es wird unterschieden zwischen Beute- und Schützenbruch und Standesbruch. Der Standesbruch gilt als Zunftzeichen der Jäger und zeigt die Zusammengehörigkeit und Geschlossenheit bei festlichen Anlässen wie Bezirksjägertag, Jägerball, Jägerhochzeit, Hubertusmessen oder im Trauerfall. Der Standesbruch wird ausnahmslos links am Hut getragen.

Beim Bruch nach Schuss
ist vor allem der „letzte Bissen“ zu erwähnen. Dieser wird dem frisch gestreckten oder bei der Nachsuche aufgefundenen Stück längs oder quer in den Äser (Maul des Haarwildes), ins Gebrech (Rüssel des Wildschweins), in den Brocker (Schnabel des Auerhahns) oder Schnabel gesteckt.

Früher diente diese Geste als Versöhnung mit dem getöteten Wild, heute gilt sie als „ewige Äsung“ und drückt die Achtung des Jägers aus. Liegt das erlegte Stück brauchgerecht auf der rechten Körperseite, kann der Jäger außerdem einen „Inbesitznahmebruch“ auf das linke Schulterblatt legen. Dies macht auch dann Sinn, wenn sich der Jäger vor dessen Versorgung für kurze Zeit entfernen muss.

Was sind Beutebruch und Schützenbruch, wie kommt es zum Bruch am Jägerhut?

Der Beutebruch und Schützenbruch wird für jedes Schalenwild sowie andere, eher selten zur Strecke kommende Wildarten wie Murmeltier, Auer- oder Birkhahn, Haselhahn und Schnepf getragen. Mit dem Beute- und Schützenbruch, rechts am Hut getragen, demonstriert der Jäger das eigene erfolgreiche Weidwerken.

Wenn der Jäger allein gejagt hat, darf er sich den Bruch selbst brechen. Waren mehrere Jäger an der Jagd beteiligt, wird der Beute- oder Schützenbruch vom Einladenden oder Jagdleiter mit dem Schweiß des erlegten Tieres benetzt und dem Schützen auf der Klinge des Weidmessers oder auf dem abgenommenen Jägerhut überreicht.

Der Schütze soll bei der Nachsuche auch einen Teil seines Beutebruchs dem Hundeführer bzw. dessen Hund abtreten (Bruch für den Hund, im Halsband). Der Bruch wird höchstens 24 Stunden getragen. Nach geltendem Brauch wird auch nur ein Bruch für die Erlegung mehrerer Stücke getragen.

Bei der Nachsuche sind folgende Brüche dienlich:

Der Anschussbruch wird vom Schützen an der Anschussstelle sichtbar in die Erde gesteckt. Dies sichert eine verlässliche Nachsuche.

Der Fährtenbruch dient zur Markierung der Fluchtrichtung des Wildes im Fall einer Nachsuche.

Nicht zuletzt sei der Warnbruch erwähnt: Er dient zur Verständigung eines anderen Jägers und warnt ihn z. B. im Falle einer schadhaften Leitersprosse. Um die Sicherheit zu gewährleisten sind natürlich auch weitere Warnhinweise anzubringen, um auf Gefahrensituationen hinzuweisen.

 

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