Der Kiebitz ist Österreichs Vogel des Jahres 2026

Mit seinem markanten Federschopf, seinen spektakulären Flugmanövern und als einer der ersten Frühlingsboten ist er unverwechselbar.
Erfahre im Steckbrief mehr über diesen faszinierenden Vogel:

KIEBITZ
STECKBRIEF

Name: Kiebitz (Vanellus vanellus)

Tierfamilie: Regenpfeifer (Charadriidae)

Größe: ca. 30 cm

Flügelspannweite: 70-87 cm

Gewicht: 130-330 g

Paarungszeit (Balz): März-April

Brutzeit: März-Juni

Brutdauer: 26-29 Tage

Gelege: 4 Eier

Alter: 10-20 Jahre

Wie sieht eine Kiebitz aus?

Der Kiebitz ist etwa so groß wie eine Taube, besitzt lange Beine und für einen Watvogel einen eher kurzen Schnabel. Charakteristisch sind sein auffälliger Federschopf („Federholle“) am Hinterkopf, der beim Männchen länger ist als beim Weibchen, und das kontrastreiche schwarz-weiße Gefieder.

Die Oberseite schimmert metallisch grün, während Bauch und Kopfseiten weiß sind. Die schwarze Brust und das dunkel gefärbte Gesicht mit den auffälligen dunklen Augen verleihen dem Kiebitz sein unverwechselbares Erscheinungsbild.

Kiebitz

Was macht Kiebitze so besonders:

  • Spektakulärer Balzflug: Kiebitze sind wahre Flugakrobaten. Während der Balz und zur Revierverteidigung steigen die Männchen nach einem bodennahen Flug steil auf, stürzen sich anschließend kopfüber in die Tiefe und fangen den Sturz kurz über dem Boden wieder ab. Bei diesen waghalsigen Flugfiguren präsentieren sie abwechselnd ihre weiße Unterseite und die schwarz-metallisch grün schimmernde Oberseite, wodurch sie schon von Weitem gut zu erkennen sind.

  • Vom Ruf zum Namensgeber: Seinen Namen verdankt der Kiebitz seinem charakteristischen Ruf „ki-witt“, der besonders während der Balz und bei der Revierverteidigung häufig zu hören ist. Dieser unverwechselbare Laut gab dem Vogel seinen deutschen Namen.

  • Schnepfenkünder: In der Jägersprache wird der Kiebitz auch als „Schnepfenkünder“ bezeichnet. Da er bereits sehr früh aus seinen Winterquartieren zurückkehrt, galt sein Erscheinen traditionell als Zeichen dafür, dass auch die Waldschnepfen bald aus dem Süden eintreffen.

Wo lebt der Kiebitz?

 

Lebensraum und Vorkommen:
Der Kiebitz ist in den gemäßigten und wärmeren Klimazonen Eurasiens verbreitet und in Österreich ein regelmäßiger Brutvogel. Er bevorzugt offene, flache und baumarme Landschaften mit niedriger Vegetation wie Feuchtwiesen, nasse Weiden, Äcker, Heideflächen oder Flugplätze. Die kurze Vegetation ermöglicht es ihm, herannahende Gefahren frühzeitig zu erkennen. Als Bodenbrüter ist der Kiebitz auf weitläufige, offene Flächen angewiesen, da hohe Vegetation oder Gehölze seinen Überblick einschränken und Fressfeinden Deckung bieten können. Den Winter verbringt der Kiebitz überwiegend in West- und Südeuropa.

Lebensweise und Sozialverhalten:
Während der Brutzeit leben Kiebitze in monogamen Saisonehen und brüten häufig in lockeren Kolonien. In geeigneten Lebensräumen befinden sich die Nester mehrerer Brutpaare oft in räumlicher Nähe zueinander, wodurch sich die Altvögel bei der Abwehr von Fressfeinden gegenseitig unterstützen können. Das Nest besteht aus einer flachen, mit wenigen Halmen ausgelegten Mulde am Boden und wird bevorzugt auf offenen, niedrig bewachsenen Flächen wie Magerrasen oder Streuwiesen angelegt.

Die olivbraunen, schwarz gesprenkelten Eier sind hervorragend getarnt. Die Küken sind Nestflüchter und verlassen das Nest bereits kurz nach dem Schlupf. Schon in den ersten Lebenstagen folgen sie den Altvögeln auf der Nahrungssuche und legen dabei Strecken von bis zu einem Kilometer zurück. Außerhalb der Brutzeit schließen sich Kiebitze häufig zu größeren Trupps zusammen.

Was frisst ein Kiebitz?

Zur Nahrungssuche benötigt der Kiebitz feuchte Böden. Er ernährt sich vorwiegend von Insekten, Larven, Regenwürmern und anderen kleinen Bodentieren. Pflanzliche Nahrung spielt hingegen kaum eine Rolle. Mit kurzen Klopf- und Stocherbewegungen des Schnabels sowie dank seines ausgezeichneten Sehvermögens spürt er seine Beute im feuchten Boden auf.

Feinde & Bedrohungen

Kiebitze sind verschiedenen Fressfeinden ausgesetzt. Dazu zählen Füchse, Marder, Greifvögel und freilaufende Hunde, die Eier und Jungvögel gefährden können. Zur Verteidigung ihres Nachwuchses greifen die Altvögel die Räuber mit waghalsigen Sturzflügen an. Dabei unterstützen sich benachbarte Brutpaare häufig gegenseitig, indem sie gemeinsam Angreifer attackieren und vertreiben.

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Bildquellen für diesen Beitrag: © Pixabay | © Canva by Jagdfakten
Autor für diesen Beitrag: V. Toff / Jagdfakten.at

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