Kaiseradler - ein kurzer Steckbrief: Jagdfakten.at informiert

Majestätischer Steppenbewohner:

Der Kaiseradler ist eine majestätische Erscheinung.
Nach über 200 Jahren Abwesenheit kehrte er vor rund 26 Jahren nach Österreich zurück. Mehr spannende Fakten erfahrt ihr hier im Steckbrief:

KAISERADLER
STECKBRIEF

Name: Kaiseradler (Aquila heliaca)
männlich: Terzel
weiblich: Weibchen
Junge: Junge
Nestling: Junges im Horst
Ästling: Junges außerhalb des Horstes, aber noch nicht flügge

Tierfamilie: Habichtartige

Größe: 72-84 cm

Flügelspannweite: 1,85 bis 2,2 m

Gewicht: 2,5 – 4,5 kg

Paarungszeit (Balz): Februar – März

Brutzeit: März – Juli

Brutdauer: 42-45 Tage

Gelege: 2-3 Eier

Alter: bis 20 Jahre

Wie sieht ein Kaiseradler aus?

Junge Kaiseradler:
Rücken, Flügel und Brust zeigen helle Längsstrichelungen, während Schwanz und Schwungfedern überwiegend dunkel sind.

Mittelalte Kaiseradler:
Rücken wird dunkelbraun; ab ca. 6 Jahren entstehen an den Schultern weiße Flecken.

Alte Kaiseradler:
Gefieder ist fast einfarbig schwarzbraun, mit weißen Schulterflecken und hell- bis goldbraunem Kopf. Nacken und Hinterkopf sind goldfarben. Der Schnabel ist an der Basis grau und zur Spitze schwarz.

Flugbild: Die Flügel wirken lang und relativ schmal, der Schwanz endet gerade, und die Zehen sind gelb. Beim Segelflug hält der Kaiseradler die Flügel waagrecht, was seine länglich-brettartige Silhouette ausmacht.

Größe und Geschlechtsdimorphismus: Der Kaiseradler ist fast so groß wie ein Steinadler, wirkt jedoch etwas gedrungener. Männchen sind etwa 20 % kleiner und leichter als Weibchen.

Kaiseradler - ein kurzer Steckbrief: Jagdfakten.at informiert
Kaiseradler in der Wiese © Ladislav Fekete
Seeadler und Kaiseradler im Flug - Jagdfakten.at informiert
Seeadler und Kaiseradler in der Luft © Jozef Chavko
Alter Kaiseradler auf Baumstumpf: Jagdfakten.at informiert
Alter Kaiseradler © Ladislav Fekete

Was macht den Kaiseradler besonders:

  • Rangordnung: Kaiseradler haben Manieren, denn das Weibchen hat beim Verzehr der Beute stets Vorrang.

  • Adleraugen: Dank besonders dichter Netzhaut erkennen Adler Beutetiere aus mehreren Kilometern Entfernung. Sie sehen Farben besser als Menschen, können UV-Licht wahrnehmen und haben ein größeres Auflösungsvermögen als das menschliche. Zum Schutz verfügen die Augen über Lider und eine durchsichtige Nickhaut, die bei Bedarf das Auge schützt.

  • Flugstrecken: Der Kaiseradler kann zum Teil enorme Strecken zurücklegen und fliegt dabei oft über 300 Kilometer pro Tag.

Wo lebt der Kaiseradler?

 

Lebensraum und Vorkommen:
Der Kaiseradler kommt von Westsibirien bis ins östliche Mitteleuropa vor. Österreich liegt an der westlichen Grenze seines Verbreitungsgebiets, wo er in Ostösterreich in den letzten Jahren erfolgreich gebrütet hat. Die Hauptvorkommen konzentrieren sich auf das pannonische Tiefland, insbesondere Weinviertel, Marchfeld, Donau-Auen in Niederösterreich sowie das nördliche Burgenland.

Während der Kaiseradler vor allem die östlichen Tieflagen besiedelt, erstreckt sich der Steinadler über den gesamten Alpenraum. Bei uns ist der Kaiseradler ein Teilzieher. Als Steppenbewohner bevorzugt er offene, weitläufige und landwirtschaftlich genutzte Flächen mit geringer Gehölzdichte. Besonders wichtig sind störungsarme, beutereiche Offenlandschaften.

Abbildungen unten: Kaiseradlerhorst © Jozef Chavko und Kaiseradlerbrutpaar © Ladislav Fekete

Lebensweise und Sozialverhalten:
Der Kaiseradler lebt in Dauerehe in einem festen Revier.

Innerhalb dieses Territoriums legt das Paar mehrere Horste an, die über die Jahre ausgebaut und vergrößert werden. Für die Brut wählt es hohe Bäume mit freiem Anflug, auf denen die Nester einen Durchmesser von mindestens einem Meter erreichen und durch wiederholte Nutzung beachtliches Gewicht erlangen. Die Jungen sind Nesthocker und werden von beiden Eltern gemeinsam aufgezogen. Mitte Juli verlassen sie das Nest, verbleiben jedoch bis zur nächsten Brutzeit im elterlichen Revier, bevor sie eigene Territorien suchen.

Als Grifftöter erbeutet der Kaiseradler seine Nahrung mit kräftigem Druck von Krallen und Zehen. Er jagt sowohl im Ansitzflug von niedrigen Warten wie Ästen als auch im Stoßflug aus dem Kreisflug. Während der Brutzeit zeigt er territoriales Verhalten, wobei Horste nahe beieinander liegen können, wenn sich die Reviere in unterschiedliche Richtungen erstrecken.

Was frisst ein Kaiseradler?

Der Kaiseradler ernährt sich hauptsächlich von Zieseln, Hamstern, Mäusen und Hasen. Außerdem frisst er kleine Singvögel bis hin zu Fasanen, Enten, Rebhühnern und Krähen. Auch Aas und gelegentlich Frösche gehören zu seiner Nahrung. Rehkitze werden nur selten selbst erbeutet, meist nimmt der Adler diese als Aas auf.

Feinde & Bedrohungen

Der Kaiseradler hat kaum natürliche Feinde. Sein Bestand wird vor allem durch Konkurrenz, Nahrungsangebot und die Größe der Reviere reguliert.

Zu den größten Gefährdungen zählen Lebensraumverlust, Stromschläge an Freileitungen, Kollisionen und illegale Verfolgung oder Vergiftung.

Die Art ist streng geschützt und darf nicht bejagt werden!

UNSERE
LESE-EMPFEHLUNG

Bildquellen für diesen Beitrag: © Jozef Chavko | © Ladislav Fekete
Autor für diesen Beitrag: V. Toff / Jagdfakten.at

DIESEN
BEITRAG TEILEN