16. Oktober 2019

Pilze und Schwammerl in Österreich

Die häufigsten Pilze und Schwammerl in Österreich

Das Schwammerl suchen gehört im Herbst zu einer der beliebtesten Freizeitbeschäftigung vieler Naturliebhaberinnen und Naturliebhaber. Laut „Pilzdatenbank“ der Mykologischen Gesellschaft der Universität Wien gibt es derzeit über 8.000 unterschiedliche Pilzarten. Die deutliche Mehrzahl davon ist für den Menschen ungenießbar bzw. giftig.

Essbare und giftige Pilze und Schwammerl sehen sich oft sehr ähnlich. Da sind Verwechslungen oft vorprogrammiert. Daher der wichtigste Tipp gleich vorweg: Sammeln Sie nur die Pilze und Schwammerl, die Sie wirklich kennen. Und lassen Sie alle anderen Pilze besser stehen!

Lesen Sie in diesem Artikel:

  • Was ist der Unterschied zwischen essbaren, ungenießbaren und giftigen Pilzen?
  • Was ist der gefährlichste Giftpilz?
  • Darf man Giftpilze anfassen?
  • Was tun bei einer Pilzvergiftung?
  • Was sind die häufigsten Pilzarten in Österreich?
  • Was sind die beliebtesten Speisepilze in Österreich?
  • Sind Rasenpilze genießbar?
  • Wann ist die beste Schwammerlzeit?
  • Wem gehören die Schwammerln im Wald?
  • Wo finde ich gut bebilderte Informationen zu den verschiedenen Pilzen?

Eierschwammerl: einer der beliebtesten Speisepilze. Foto: Pixabay

Pilze und Schwammerl: essbar, ungenießbar oder giftig?

1. ESSBAR

Als essbar werden Schwammerln dann bezeichnet, wenn sie genießbar sind – und schmecken. Aber Vorsicht ist auch bei essbaren Pilzen geboten, denn es gibt welche, die roh (vor allem in großen Mengen) nur schwer verdaulich sind – wie z.B.

  • Austernpilze
  • Maronen
  • Eierschwammerl (Pfifferlinge) oder der
  • Kräuterseitling.

Dann gibt es Pilzarten die man definitiv nur gekocht essen sollte, wie zum Beispiel:

  • Parasolpilz
  • Perlpilz
  • Birkenpilz oder
  • Morcheln

Andere Pilze und Schwammerl werden wiederum in Verbindung mit Alkohol giftig. Das ist zum Beispiel der Fall beim

  • Knotentintling (auch Grauer Tintling oder Faltentintling genannt) oder beim
  • großen Stachelschirmling.

2. UNGENIESSBAR

Als ungenießbar bezeichnet man Pilze die für den Menschen nicht giftig, aber auch nicht bekömmlich sind – also nicht schmecken. Bekannteste Beispiele in unseren Regionen sind der

  • Gallenröhrling und der
  • Falsche Pfifferling (Falscher Eierschwamm), der leicht mit dem beliebten Eierschwammerl verwechselt werden kann.

3. GIFTIG

Bei den giftigen Pilzen wird noch einmal zwischen giftig und tödlich unterschieden.

Der Fliegenpilz ist auf Grund seines einprägsamen Erscheinungsbild der wohl bekannteste Giftpilz – aber nicht der gefährlichste.

Welcher ist der gefährlichste Giftpilz?

Wer jetzt auf den Fliegenpilz tippt, der irrt. Er ist zwar der bekannteste Giftpilz, aber nicht der gefährlichste. Der giftigste Pilz in unseren heimischen Wäldern ist der

  • Grüne Knollenblätterpilz.
  • Bereits 6 mg genügen für eine tödliche Dosis.
  • Etwa 90 Prozent aller Pilzvergiftungen mit Todesfolge gehen auf sein Konto.

Achtung: der Knollenblätterpilz sieht dem Wiesenchampignon sehr ähnlich. Daher besteht hier eine extreme Verwechslungsgefahr.

Tipp: Der grüne Knollenblätterpilz kommt hauptsächlich in Laubwäldern vor, der Wiesenchampignon steht auf Wiesen.

 

Die 5 gefährlichsten Giftpilze in Österreich sind:

  • Grüner Knollenblätterpilz (Amanita phalloides)
  • Gifthäubling (Galerina marginata)
  • Kegelhütiger Knollenblätterpilz (Amanita Virosa)
  • Orangefuchsiger Raukopf (Cortinarius Orellanus)
  • Spitzgebuckelter Raukopf (Cortinarius Rubellus)

 

Dürfen Sie Giftpilze anfassen?

Einige Giftpilze darf man anfassen. Wer allerdings z.B. Knollenblätterpilze oder Rauköpfe berührt, sollte sehr vorsichtig sein und die Hände so rasch als möglich waschen.

Die Berührung ist mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht tödlich, doch können auch bei geringeren Mengen dieser Gifte Beschwerden nicht ausgeschlossen werden.

 

Was tun bei einer Pilzvergiftung?

Die entscheidende Frage ist: wann treten die Vergiftungssymptome auf?

Treten Symptome – wie Brechdurchfall oder Kopfschmerzen – in einem Zeitraum von 15 Minuten bis zu vier Stunden nach dem Verzehr auf, so ist die Vergiftung in der Regel weniger gefährlich. Auch wenn die Symptome mehrere Tage anhalten. In diesem Fall heißt es durchtauchen. Ein Besuch beim Arzt ist dennoch empfehlenswert, damit entsprechende medikamentöse Begleitmaßnahmen gesetzt werden können.

Sofort handeln heißt es, wenn die Symptome erst nach vier Stunden oder länger auftreten. Dann sollten sie sofort zum Arzt. In diesem Fall empfiehlt es sich auch das Erbrochene und falls vorhanden auch die Pilzreste mitzunehmen. In jedem Fall sollten Sie die

Notruf-Nummer der Vergiftungsinformationszentrale

am Handy gespeichert haben – für Notrufe von 0:00 bis 24:00 Uhr: +43 1 406 43 43

Beim Waldspaziergang findet man schnell viele verschiedene Pilze. Sammeln Sie nur die, die Sie kennen.

Was sind die häufigsten Pilze und Schwammerl in Österreich?

Laut „Datenbank der Pilze in Österreich“ der Universität in Wien sind das die 20 häufigsten Pilzarten in Österreich.

  1. Perlpilz (Speisepilz)
  2. Rettich-Helmling (giftig)
  3. Schmetterlings-Tramete (ungenießbar)
  4. Eierschwammerl, Pfifferling (Speisepilz)
  5. Grünblättriger-Schwefelkopf (giftig)
  6. Flaschen-Sträubling (Speisepilz)
  7. Rötlicher Lacktrichterling (Speisepilz)
  8. Frauen-Täubling (Speisepilz)
  9. Striegeliger Schichtpilz (ungenießbar)
  10. Rehbrauner Dachpilz (Speisepilz)
  11. Fliegenpilz (giftig)
  12. Rotrandiger Baumschwamm (ungenießbar)
  13. Gemeiner Spaltblättling (ungenießbar)
  14. Herrenpilz, Fichten-Steinpilz (Speisepilz)
  15. Rotfuß-Röhrling (Speisepilz)
  16. Rosablättriger Helmling (ungenießbar)
  17. Striegelige Tramete (ungenießbar)
  18. Klebriger Hörnling (ungenießbar)
  19. Wurzelnder Schleimrübling (Speisepilz)
  20. Parasol (Speisepilz)

Steinpilze sind sehr beliebte Speisepilze

Was sind die beliebtesten Speisepilze und Schwammerl in Österreich?

Welchen Pilz, welches Schwammerl Herr und Frau Österreicher nun wirklich am liebsten verspeisen, ist je nach Ranking etwas unterschiedlich. Folgende acht sind aber in nahezu allen Aufzählungen in den Top-Ten zu finden:

  • Steinpilz
  • Eierschwammerl
  • Parasol
  • Maronenröhrling
  • Stockschwämmchen
  • Riesenbovist
  • Wiesenchampignon
  • Speisemorchel

 

Sind Rasenpilze genießbar?

Die Rasenpilze zählen in der Regel zu den ungenießbaren Pilzarten. Das heißt, sie sind nicht giftig für den Menschen, aber schmecken nicht. Viele sondern sogar unangenehme Gerüche ab.

Wann ist die beste Schwammerlzeit?

Das kommt darauf an, auf welche Pilze man es abgesehen hat. Bereits im Mai beginnt die Zeit der Steinpilze, im Juni folgt der Eierschwammerl, bei feucht-warmen Wetter jeweils bereits in großen Mengen. Ab August finden wir den Bovist und die Champignons.

Die Hauptzeit für alle Schwammerlsucherinnen und -sucher ist jedoch der Herbst. In den Monaten September und Oktober sind zu den zuvor genannten auch noch Maronen, Stockschwämmchen und viele weitere Pilze zu finden.

Wem gehören die Schwammerln im Wald?

Die Schwammerln gehören den Waldbesitzern, in deren Wäldern sie wachsen. Diese können das Suchen zeitlich begrenzen oder gänzlich verbieten oder maximale Mengen vorgeben. Prinzipiell gilt aber: wo das Suchen und Sammeln nicht explizit verboten ist, darf gesucht und gepflückt werden.

Geübte Schwammerlsucher lassen aber immer einen Teil stehen, damit sich die Schwammerl weiter vermehren und nachwachsen können. Das gilt auch für ungenießbare oder giftige Pilze. Auch die sollten Sie stehen lassen. Denn sie sind – wie die Speisepilze auch – ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems.

Wo finden Sie gut bebilderte Informationen zu den verschiedenen Pilzen?

Pilzinformation der Stadt Wien
Pilze-Lexikon von ichkoche.at
Deutscher Pilz-Ratgeber
Deutscher Pilzkalender

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