Blaesshuhn im Nest im Wasser - Jagdfakten.at informiert

Das Blässhuhn – der anpassungsfähige Wasservogel

Seinen Namen verdankt das Blässhuhn der markanten „Blesse“ – dem weißen Stirnfleck.
Obwohl es als „Huhn“ bezeichnet wird, gehört es zu den Rallen. Warum es mit dem Kopf nickt, und weitere spannende Fakten erfährst du im Steckbrief:

BLÄSSHUHN
STECKBRIEF

Name: Blässhuhn (Fulica atra)
männlich: Hahn
weiblich: Henne
Jungtier:  Küken

Tierfamilie: Rallen

Größe: 35–40 cm

Gewicht: 600–800 g

Paarungszeit (Balz): Februar – Juni

Brutdauer: ca. 24 Tage

Gelege: 5-10 Eier

Alter: bis 15 Jahre

Wie sieht ein Blässhuhn aus?

Das Blässhuhn ist etwas kleiner als ein Haushuhn und überwiegend schwarz bis schwarzgrau gefärbt.

Männchen und Weibchen sehen äußerlich gleich aus, das Blässhuhn zeigt also keinen Geschlechtsdimorphismus. Unverwechselbar sind der weiße bis weißlich-rosa Schnabel und das weiße Hornschild („Blässe“) auf der Stirn, das bei Männchen meist größer ist als bei Weibchen. Die Augen sind leuchtend rot.

Blässhühner sind ausgezeichnete Schwimmer. Sie besitzen kräftige, grünliche Beine und breite Zehen mit eingekerbten Schwimmlappen, die wie Paddel wirken und eine schnelle Fortbewegung im Wasser ermöglichen. Die Küken schlüpfen schwarz mit rot-bläulichem Kopf und gelblichem Halskragen. Im Jugendkleid sind Vorderhals und Brust grauweiß, der Rest des Gefieders schwärzlich. Das Stirnschild entwickelt sich erst beim adulten Vogel.

Blaesshuhn mit typischen Schwimmlappen - Jagdfakten.at informiert
Blässhuhn mit gut sichtbaren Schwimmlappen
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Blässhuhn mit Küken
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Blässhühner mit Stockente

Wo leben Blässhühner?

 

Lebensraum und Vorkommen:
In Österreich sind Blässhühner häufige Stand- und Strichvogel und zählen zu den verbreitetsten Wasservögeln.

Das Blesshuhn kommt in allen Bundesländern vor, mit Schwerpunkten in gewässerreichen Regionen wie dem Waldviertel, dem Neusiedler See, dem Salzkammergut, dem Klagenfurter Becken, der Südoststeiermark und dem Rheintal. Blässhühner besiedeln stehende sowie langsam fließende Gewässer wie Teiche, Seen und Flussabschnitte mit flachen Ufern. Entscheidend sind ein guter Bestand an Wasserpflanzen und ein Schilfgürtel, der als Brut- und Versteckmöglichkeit dient. Dank seiner hohen Anpassungsfähigkeit ist das Blässhuhn jedoch auch an scheinbar ungeeigneten Gewässern anzutreffen.

Lebensweise und Sozialverhalten:
Blässhühner leben meist saisonal in Paaren. Beide Geschlechter bebrüten die Eier abwechselnd, während der jeweils nicht brütende Partner nachts ein separates Schlafnest aufsucht. Sie brüten oft in der Nähe von Haubentauchern oder Enten, ansonsten sind sie territorial. Nicht brütende Vögel schließen sich im Sommer zu größeren Trupps zusammen; im Winter können Hunderte bis Tausende gemeinsam anzutreffen sein.

Die Küken sind Nestflüchter und verlassen kurz nach dem Schlupf das Nest. Ältere Jungvögel werden überwiegend vom Männchen betreut, da das Weibchen häufig eine zweite Brut beginnt. Bei Störungen laufen Blässhühner flügelschlagend über das Wasser. Im Sommer mausern sie ihr Gefieder und sind vorübergehend flugunfähig.

Trotz ihrer Geselligkeit verhalten sie sich gegenüber Artgenossen und anderen Wasservögeln in Nestnähe sehr streitlustig. Das bis zu 20 cm hohe Nest aus Pflanzenmaterial schwimmt meist auf dem Wasser. Typisch ist außerdem das „Kopfnicken“, dass beim Schwimmen ausgeführt wird, jeweils wenn das Bein beim Rückstoß ganz nach hinten ausgestreckt ist (Quelle: Springer Nature).

Was frisst ein Blässhuhn?

Der Vogel ist ein Allesfresser, ernährt sich jedoch überwiegend pflanzlich. Zu seiner Nahrung zählen Schilf, Algen, Sprossen, Früchte sowie Wurzeln von Wasser- und Uferpflanzen. Ergänzend frisst es auch Insekten, Schnecken und Muscheln. Die Nahrung wird schwimmend oder tauchend gesucht. Gelegentlich unternimmt es Ausflüge ans Land, um auf Rasenflächen oder Böschungen Gräser aufzupicken.

Feinde & Bedrohungen

Natürliche Feinde sind Falken, Möwen und Uhu; besonders im Winter zählen sie zur bevorzugten Beute des Seeadlers. Während der Brutzeit verteidigen die Eltern ihren Nachwuchs gegen deutlich größere und stärkere Schwäne. Gemeinsam versuchen die Vögel, Angreifer durch lautes Rufen, heftiges Flügelschlagen und aufspritzendes Wasser zu vertreiben. Bei akuter Gefahr tauchen sie schließlich ab und entkommen so ihren Feinden.

UNSERE
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Wissenschaftliche Quelle: Sigmund, L. Mechanik und anatomische Grundlagen der Fortbewegung bei Wasserralle (Rallus aquaticus L.), Teichhuhn (Gallinula chloropus L.) und Bläßhuhn (Fulica atra L.). J Ornithol 100, 3–24 (1959).

Bildquellen für diesen Beitrag: © Pixabay
Autor für diesen Beitrag: V. Toff / Jagdfakten.at

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