
Weder Hund noch Waschbär:
Der Marderhund – auch Enok genannt – ist eine invasive gebietsfremde Art.
Mehr Informationen findet ihr hier in diesem Steckbrief:
MARDERHUND
STECKBRIEF
Name: Marderhund
(Nyctereutes procyonoides)
Männlich: Rüde
Weiblich: Fähe
Junge: Jungmarderhund
Tierfamilie: Hundeartige
Größe: 50-75 cm
Gewicht: bis etwa 10 kg
Paarungszeit (Ranzzeit): Februar-April
Wurfzeit: April – Juli
Welpen: 6-8
Alter: bis ca. 8 Jahre
Wie sieht ein Marderhund aus?
Der Marderhund ähnelt in Gestalt, Gesichtszeichnung und Haarkleid dem ebenfalls gebietsfremden invasiven Waschbären. Worin sich die beiden unterscheiden, zeigt die folgende Tabelle:
| Merkmal | Marderhund | Waschbär |
|---|---|---|
| Körpergröße | 50–75 cm | 50–70 cm |
| Rutenlänge | 15–25 cm | 25–35 cm |
| Gewicht | 5–10 kg | 5–10 kg |
| Zehen | 4 Zehen | 5 Zehen |
| Fell | gräulich bis rötlich-braun, dicht | graubraun |
| Gesichtsmaske | unterbrochen | durchgehend |
| Schwanz | nicht geringelt | geringelt |
| Fortbewegung | Hundeartig und klettert nicht | sehr guter Kletterer |
| Besonderheiten | Backenbart, runde Ohren, buschiges Fell | kontrastreiche Zeichnung, wie eine Gesichtsmaske |

Marderhund auf Waldboden
Was macht den Marderhund besonders:
Wo kommt der Marderhund vor?
Lebensraum und Vorkommen:
Der Marderhund stammt ursprünglich aus Asien (z. B. Ostsibirien, China und Japan). Ab 1928 wurde er im europäischen Teil Russlands zur Pelzgewinnung ausgesetzt und breitete sich von dort nach Europa aus. Heute kommt er in vielen Teilen Europas vor – auch in Österreich ist er verbreitet. Die Nachweise beziehen sich vor allem auf den Nordosten Österreichs, aber auch Salzburg und Steiermark.
Marderhunde bevorzugen wasserreiche Niederungen mit dichtem Unterholz. Sie sind dämmerungs- und nachtaktiv und leben sehr versteckt. Trotz meist kleiner Reviere können sie auf der Suche nach Nahrung weite Strecken zurücklegen.
Lebensweise und Sozialverhalten:
Marderhunde leben meist paarweise und bleiben ihrem Partner oft ein Leben lang treu. Gemeinsam ziehen sie ihren Nachwuchs auf, der bereits nach etwa zehn Monaten geschlechtsreif wird. Zur Aufzucht der Jungen und während der Winterruhe nutzen sie bevorzugt verlassene Baue von Füchsen oder Dachsen. Bewohnte Baue erkennt man häufig an Haaren am Eingang. Außerhalb legen Marderhunde sogenannte Latrinen an – feste Kotplätze, die der Reviermarkierung und Kommunikation dienen. Bei Gefahr stellen sie sich oft tot, um Feinde zu täuschen.
Was fressen Marderhunde?
Marderhunde sind Allesfresser und ernähren sich sehr vielseitig. Sie fressen sowohl pflanzliche Nahrung wie Früchte, Wurzeln und Gräser als auch tierische Kost wie Insekten, Würmer, Amphibien, Vögel, Eier und kleine Säugetiere. Auch Aas gehört zu ihrer Nahrung. Statt aktiv zu jagen, durchstreifen sie ihr Revier eher als Sammler auf der Suche nach Nahrung.
Feinde & Bedrohungen
In seiner Heimat hat der Marderhund natürliche Feinde wie Luchs, Wolf, Braunbär und Uhu. Bei uns ist vor allem der Straßenverkehr eine große Gefahr. Als invasive Art kann er heimische Tiere gefährden, da er unter anderem Amphibien, Insekten und kleine Wirbeltiere frisst. Auch in der Landwirtschaft kann er Schäden verursachen. Zudem spielt er eine Rolle als Krankheitsüberträger: Der Marderhund kann Träger des Tollwutvirus sein und den für den Menschen gefährlichen Fuchsbandwurm verbreiten. Da der Marderhund nicht heimisch ist, gilt er nicht als gefährdet.
UNSERE
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Bildquellen für diesen Beitrag: © Pixabay
Autor für diesen Beitrag: V. Toff / Jagdfakten.at
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