Marderhund: Jagdfakten.at informiert

Weder Hund noch Waschbär:

Der Marderhund – auch Enok genannt – ist eine invasive gebietsfremde Art.
Mehr Informationen findet ihr hier in diesem Steckbrief:

MARDERHUND
STECKBRIEF

Name: Marderhund
(Nyctereutes procyonoides)
Männlich: Rüde
Weiblich: Fähe
Junge: Jungmarderhund

Tierfamilie: Hundeartige

Größe: 50-75 cm

Gewicht: bis etwa 10 kg

Paarungszeit (Ranzzeit): Februar-April

Wurfzeit: April – Juli

Welpen: 6-8

Alter: bis ca. 8 Jahre

Wie sieht ein Marderhund aus?

Der Marderhund ähnelt in Gestalt, Gesichtszeichnung und Haarkleid dem ebenfalls gebietsfremden invasiven Waschbären. Worin sich die beiden unterscheiden, zeigt die folgende Tabelle:

Merkmal Marderhund Waschbär
Körpergröße 50–75 cm 50–70 cm
Rutenlänge 15–25 cm 25–35 cm
Gewicht 5–10 kg 5–10 kg
Zehen 4 Zehen 5 Zehen
Fell gräulich bis rötlich-braun, dicht graubraun
Gesichtsmaske unterbrochen durchgehend
Schwanz nicht geringelt geringelt
Fortbewegung Hundeartig und klettert nicht sehr guter Kletterer
Besonderheiten Backenbart, runde Ohren, buschiges Fell kontrastreiche Zeichnung, wie eine Gesichtsmaske
Marderhund - invasive Art in Österreich: Jagdfakten.at informiert
Marderhund auf Waldboden
Waschbär auf Baumstamm: Jagdfakten.at informiert
Waschbär auf Baumstamm
Marderhund: Jagdfakten.at informiert
Marderhund

Was macht den Marderhund besonders:

  • Winterruhe: Der Marderhund ist der einzige Vertreter der Hundeartigen, der eine Winterruhe hält. Im Herbst legt er Fettreserven an und erhöht sein Gewicht von etwa 4–6 kg auf bis zu 10 kg. Während milderer Phasen wird die Winterruhe immer wieder durch kurze Nahrungssuchen unterbrochen. In Regionen mit mildem Klima bleibt der Marderhund jedoch ganzjährig aktiv.

  • Neozoon (invasive Art): Der Marderhund ist eine gebietsfremde Art (Neozoon) und wird daher nicht in der Roten Liste heimischer, gefährdeter Tiere geführt. Aufgrund seiner starken Ausbreitung und möglicher negativer Auswirkungen auf heimische Arten gilt er als invasiv. Diese Einstufung verpflichtet zu Maßnahmen zur Eindämmung seiner Verbreitung. In Österreich zählt der Marderhund zu den wildlebenden invasiven Tierarten und unterliegt keiner jagdlichen Schonzeit, außer der Schonung führender Tiere im Rahmen der Weidgerechtigkeit.

Wo kommt der Marderhund vor?

 

Lebensraum und Vorkommen:
Der Marderhund stammt ursprünglich aus Asien (z. B. Ostsibirien, China und Japan). Ab 1928 wurde er im europäischen Teil Russlands zur Pelzgewinnung ausgesetzt und breitete sich von dort nach Europa aus. Heute kommt er in vielen Teilen Europas vor – auch in Österreich ist er verbreitet. Die Nachweise beziehen sich vor allem auf den Nordosten Österreichs, aber auch Salzburg und Steiermark.

Marderhunde bevorzugen wasserreiche Niederungen mit dichtem Unterholz. Sie sind dämmerungs- und nachtaktiv und leben sehr versteckt. Trotz meist kleiner Reviere können sie auf der Suche nach Nahrung weite Strecken zurücklegen.

Lebensweise und Sozialverhalten:
Marderhunde leben meist paarweise und bleiben ihrem Partner oft ein Leben lang treu. Gemeinsam ziehen sie ihren Nachwuchs auf, der bereits nach etwa zehn Monaten geschlechtsreif wird. Zur Aufzucht der Jungen und während der Winterruhe nutzen sie bevorzugt verlassene Baue von Füchsen oder Dachsen. Bewohnte Baue erkennt man häufig an Haaren am Eingang. Außerhalb legen Marderhunde sogenannte Latrinen an – feste Kotplätze, die der Reviermarkierung und Kommunikation dienen. Bei Gefahr stellen sie sich oft tot, um Feinde zu täuschen.

Was fressen Marderhunde?

Marderhunde sind Allesfresser und ernähren sich sehr vielseitig. Sie fressen sowohl pflanzliche Nahrung wie Früchte, Wurzeln und Gräser als auch tierische Kost wie Insekten, Würmer, Amphibien, Vögel, Eier und kleine Säugetiere. Auch Aas gehört zu ihrer Nahrung. Statt aktiv zu jagen, durchstreifen sie ihr Revier eher als Sammler auf der Suche nach Nahrung.

Feinde & Bedrohungen

In seiner Heimat hat der Marderhund natürliche Feinde wie Luchs, Wolf, Braunbär und Uhu. Bei uns ist vor allem der Straßenverkehr eine große Gefahr. Als invasive Art kann er heimische Tiere gefährden, da er unter anderem Amphibien, Insekten und kleine Wirbeltiere frisst. Auch in der Landwirtschaft kann er Schäden verursachen. Zudem spielt er eine Rolle als Krankheitsüberträger: Der Marderhund kann Träger des Tollwutvirus sein und den für den Menschen gefährlichen Fuchsbandwurm verbreiten. Da der Marderhund nicht heimisch ist, gilt er nicht als gefährdet.

UNSERE
LESE-EMPFEHLUNG

Bildquellen für diesen Beitrag: © Pixabay
Autor für diesen Beitrag: V. Toff / Jagdfakten.at

DIESEN
BEITRAG TEILEN