
Ein Meister der Lüfte, der scheinbar mühelos in der Luft steht:
Der Turmfalke, auch Rüttelfalke genannt, fällt mit seinem markanten Rüttelflug sofort auf. Mit seinem „Röntgenblick“ entdeckt er sogar die Spuren von Mäusen. Weitere spannende Fakten über diesen cleveren Jäger gibt es hier im Steckbrief:
TURMFALKE
STECKBRIEF
Name: Turmfalke (Falco tinnunculus)
Männchen: Terzel
Weibchen: Weibchen
Junge: Junge
Tierfamilie: Falkenartige
Größe: 27-36 cm;
Weibchen sind größer als Terzel
Flügelspannweite: 71-80 cm
Gewicht: 200 – 300 g
Paarungszeit (Balz): März – Mai
Brutzeit: April bis Juli
Brutdauer: ca. 25 Tage
Gelege: 4-6 Eier
Alter: bis zu 15 Jahre
Wie sieht ein Turmfalke aus?
Turmfalken sind kleiner und schlanker als Krähen und weisen folgende Merkmale auf:
- Lange, schmale, spitz zulaufende Flügel,
- einen abgerundeten Schwanz, bei dem die mittleren Federn länger sind als die äußere,
- Männchen und Weibchen haben eine dunkle Endbinde am Schwanz mit weißem Saum,
- beiden haben grellgelbe Füße mit schwarzen Krallen.
Die Art zeigt einen deutlichen Geschlechtsdimorphismus:
Männchen sind kleiner als Weibchen und unterscheiden sich deutlich in der Färbung: sie haben einen grauen Rücken, Stoß und Oberkopf, die Oberseite der Flügel ist rostbraun mit schwarzen Flecken, die Unterseite hell mit kräftiger Fleckung, die Flügelspitzen schwarz.
Weibchen sind auf Rücken und Stoß rotbraun, stark dunkel gefleckt oder quergebändert, der Kopf ist braun mit dunklem Bartstreifen, die Unterseite hell mit dunklen Flecken.
Jungvögel ähneln den adulten Weibchen und lassen sich leicht verwechseln.
Der Turmfalke wird oft mit der in Mitteleuropa seltenen Zwillingsart Rötelfalke verwechselt: Diese ist heller und weniger gefleckt und die Krallen sind sehr hell. Bei den Männchen fehlen die markanten dunklen Flügelflecken.
Was macht den Turmfalken besonders:
Was macht Falken generell besonders:
Wo leben Turmfalken?
Lebensraum und Vorkommen:
Der Turmfalke ist ein anpassungsfähiger Kulturfolger. Er nutzt offene Kulturlandschaften von Tieflagen bis oberhalb der Waldgrenze. Er brütet in Scheunen, Kirchtürmen, anderen Gebäuden oder gelegentlich in verlassenen Nestern von Elstern und Krähen. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich über ganz Europa (außer den hohen Norden), Asien und Afrika. In Österreich ist er der häufigste Falke, im Alpenraum besiedelt er Tallagen und alpine Matten. Turmfalken jagen überwiegend im offenen Land. Als Stand- und Strichvogel überwintern einige in der Region, während andere in schneeärmere, wärmere Gebiete ziehen.
Lebensweise und Sozialverhalten:
Die tagaktiven Greifvögel jagen meist im Rüttelflug über offenen Flächen. Im Winter sitzen sie häufiger auf Ansitzen, da diese Jagdweise weniger Energie verbraucht. Zwischen Nist- und Jagdgebiet können sie Entfernungen von bis zu 5 km zurücklegen. Als Baum- und Gebäudebrüter nutzen Turmfalken oft verlassene Nester anderer Vögel, Felsnischen oder Gebäudenischen.
Ab dem zweiten Lebensjahr brüten die Weibchen und legen meist 3–6 Eier. Die Anzahl der Eier hängt vom Nahrungsangebot ab: Ist wenig Nahrung vorhanden, werden weniger Eier gelegt. Das Weibchen brütet die Eier, während das Männchen hauptsächlich für die Nahrungssuche zuständig ist.
Was frisst ein Turmfalke?
Der Turmfalke ernährt sich hauptsächlich von Mäusen. Zu seiner Beute gehören aber auch Kleinvögel, Reptilien und Insekten. Unverdauliche Nahrungsreste wie Haare und Federn würgt er als sogenannte Gewölle wieder aus. Diese sind etwa 3–7 cm lang, dunkel gefärbt und werden meist etwa 16 Stunden nach der Nahrungsaufnahme ausgestoßen. Im Gegensatz zu Gewöllen von Eulen enthalten sie deutlich weniger Knochenreste.
Feinde & Bedrohungen
Zu den natürlichen Feinden des Turmfalken gehören vor allem Uhus, Habichte, Krähen und Marder. Besonders Steinmarder rauben häufig Eier oder Jungvögel aus den Nestern. Weitere Bedrohungen sind Pestizide und Giftköder sowie die intensive Landwirtschaft. Auch der Verlust von Nistplätzen durch Rodungen stellt eine Gefahr dar. Brüten Turmfalken an Gebäuden, kann es zu Verschmutzungen durch Kot kommen. Nisthilfen können hier Abhilfe schaffen.
Der Turmfalke ist geschützt und darf nicht bejagt werden!
UNSERE
LESE-EMPFEHLUNG
Bildquellen für diesen Beitrag: © Pixabay
Autor für diesen Beitrag: V. Toff / Jagdfakten.at
DIESEN
BEITRAG TEILEN



