Tipps für Jungjäger im Winter: Jagdfakten.at informiert

Winter im Revier:

Wer im Winter bereit ist, im Revier zu lernen, ist das restliche Jahr über garantiert erfolgreicher.
Worauf Jungjägerinnen und Jungjäger dabei besonders achten müssen, verraten wir hier.

JUNGJÄGER IM WINTER

Was sie lernen können:

Achtung, Durchsage: Wer als Jäger den Winter zu Hause absitzt, verpasst etwas. Gut, zugegebenermaßen: Geübte Jäger, die seit Jahren, wenn nicht seit Jahrzehnten, im selben Revier jagen, mögen jetzt vielleicht den Kopf schütteln. Doch für Jungjägerinnen und Jungjäger ist der Winter eine der wichtigsten Jahreszeiten überhaupt. Warum? Weil gerade da die Vertrautheit mit dem Revier beginnt. Weil keine andere Jahreszeit so viel Entschleunigung schafft, um das Erlernte endlich auf eigene Faust anzuwenden und zu vertiefen. Wer als Jungjägerin oder Jungjäger den Winter richtig nutzt, legt das wohl wertvollste Fundament für sein gesamtes anstehendes Jagdleben – vorausgesetzt, man macht es richtig.

Zeit im Revier
schärft die Sinne

Das bedeutet vor allem, mit der richtigen mentalen Haltung ins kalte Revier zu gehen: Jungjägerinnen und Jungjäger müssen im Winter nicht „funktionieren“, sondern lernen. Wer akzeptiert, dass Zurückhaltung Teil waidgerechter Jagd ist, trifft langfristig bessere Entscheidungen. Vor allem dann, wenn es darauf ankommt, wirklich alles richtig zu machen, also im Sommer und im Herbst. Winterjagd bedeutet also in erster Linie: beobachten, verstehen und Verantwortung übernehmen.

Konkret: Wild steht unter erhöhtem Stress, Energie ist knapp, und jeder Eingriff ins Ökosystem sollte wohlüberlegt sein. Möglichst viel Zeit im Revier – auch ohne Waffe – zu verbringen, schärft die Sinne, etwa für das Spurenlesen im Schnee, das Einschätzen von Witterungseinflüssen und das Erkennen von Einständen.

„Der Winter ist eine Jahreszeit, die uns Jungjägerinnen und Jungjäger viele Möglichkeiten bietet. Ein kleiner Pirschgang durch ein schneebedecktes Revier verrät uns viel über vorkommende Wildarten, Einstände sowie Wechsel. Durch diese so unscheinbaren Spuren lassen sich wertvolle Jagdstrategien für das anstehende neue Jagdjahr entwickeln“, sagt der 18-jährige Philipp Strobl, der das „Freiwillige Umweltjahr“ bei der Steirischen Landesjägerschaft macht.

Vorteile im Winter

 

Ein weiterer Vorteil der Wintermonate ist die Reduktion von Ablenkungen. Die Vegetation ist zurückgegangen, Sichtachsen sind offen, die Bewegungsmuster des Wildes lassen sich, wenn man geduldig und konzentriert genug ist, klarer erkennen als zu jeder anderen Jahreszeit. Und auch die subtilen Zusammenhänge zwischen Wetter, Gelände und Wildverhalten werden immer klarer. Vieles davon passiert genauso in den anderen Jahreszeiten. Mit dem richtigen Blick offenbart der Wald im Winter also viele seiner Geheimnisse, die vom Frühling an wieder hinter dem dichten Grün verschwinden. Und doch: Der Winter birgt für Jungjägerinnen und Jungjäger auch Gefahren.

9 Tipps für Jungjäger im Winter

Darauf müssen Jungjäger im Winter achten
Unterkühlung, Fehleinschätzungen bei Schnee oder Eis und mangelnde Erfahrung können verhängnisvoll sein. Deshalb gilt: Sicherheit und Lernbereitschaft immer über jagdlichen Ehrgeiz stellen! Der Austausch mit erfahrenen Jägern, das Begleiten von Revierarbeiten oder die Teilnahme an Gemeinschaftsansitzen sind ideale Wege, um Wissen praxisnah aufzubauen. Damit der Winter so effizient wie möglich für das spätere Jagdleben genutzt werden kann, sollten folgende neun Tipps beachtet werden:

9 Tipps für sicheres Lernen im Winter:

  1. Beobachten statt jagen: Nutzen Sie winterliche Pirschgänge gezielt zum Spurenlesen und Beobachten.
  2. Ohne Waffe ins Revier: Lernen Sie Einstände, Wechsel und Ruhebereiche stressfrei kennen.
  3. Erfahrene Jäger begleiten: Ansitze mit Mentoren sind lehrreicher als Alleingänge.
  4. Witterung ernst nehmen: Wetterumschwünge, Wind und Kälte immer realistisch einschätzen.
  5. Wildschonung priorisieren: Vermeiden Sie unnötige Beunruhigung bei Schnee und Frost.
  6. Ausrüstung winterfest halten: Kleidung, Optik und Schuhwerk regelmäßig prüfen, sowie das Gewehr in einem guten, ordnungsgemäßen, gebrauchsfähigen Zustand halten.
  7. Körperliche Grenzen respektieren: Kälte mindert Konzentration und Reaktionsfähigkeit.
  8. Revierarbeit einbinden: Fütterungskontrolle, Hochsitzpflege und Wegekenntnis fördern Verständnis.
  9. Reflektieren und notieren: Beobachtungen festhalten – sie sind später unbezahlbar.

Erfahrung sammeln

In diesem Sinne sei die eingangs getätigte Durchsage wiederholt: Liebe Jungjägerinnen und Jungjäger, nutzt den Winter, um Vertrautheit mit dem Revier, Wild und Natur zu schaffen – und seid anfangs lieber etwas zu vorsichtig als draufgängerisch! Fest steht: Wer den Winter ruhig, aufmerksam und verantwortungsvoll nutzt, sammelt Erfahrungen, die im restlichen Jagdjahr den entscheidenden Unterschied machen.

UNSERE
LESE-EMPFEHLUNG

Bildquellen für diesen Beitrag: © Pexels
Autor für diesen Beitrag: L. Palm / Jagdfakten.at

DIESEN
BEITRAG TEILEN