Sperber - ein kurzer Steckbrief, Jagdfakten.at informiert

Der Sperber – der kleine Bruder des Habichts

Er ist ein echter Akrobat der Lüfte: blitzschnell, wendig und so rasant unterwegs, dass er manchmal sogar Fensterscheiben übersieht! Zwei bis fünf kleine Vögel braucht er täglich als Nahrung, um seine Kunststücke in der Luft zu schaffen. Mehr über ihn erfährst du im Steckbrief:

SPERBER
STECKBRIEF

Name: Sperber (Accipiter nisus)
Männchen: Terzel, „Sprinz“
Weibchen: Weibchen
Junge: Junger Sperber
Noch nicht flügger Jungvogel außerhalb des Nests: Ästling

Tierfamilie: Habichtartige

Größe: Männchen: 29-34 cm
Weibchen: 35-41 cm

Gewicht: Männchen: ca. 150 g
Weibchen: ca. 240 g

Paarungszeit (Balz):
Vorfrühling; Februar und März

Brutzeit: April bis Juni

Brutdauer: 33 bis 35 Tage

Gelege: 4-6 Eier

Alter: bis zu 15 Jahre

Wie sieht ein Sperber aus?

Der Sperber ist ein mittelgroßer Greifvogel mit deutlich ausgeprägtem Geschlechtsdimorphismus: Das Männchen ist kleiner und leichter, das Weibchen größer und schwerer. Wie der Habicht besitzt der Sperber kurze, abgerundete Schwingen und einen relativ langen, abgerundeten Schwanz mit vier breiten, dunklen Querbinden; der Unterstoß ist rein weiß.

Die Oberseite erwachsener Vögel ist einheitlich graubraun, ältere Männchen (Sprinzen) blaugrau. Die Unterseite des Männchens ist weißlich mit feiner rostrotsandiger Bänderung, beim Weibchen schwarzgrau gebändert.

Jungvögel sind insgesamt bräunlicher, mit breiten, pfeilförmigen Bändern in der Federmitte. Männchen zeigen zudem rostbraune Wangen und Brustbänderung, Weibchen auffällige dunkle Querstreifen und einen hellen Augenstreif. Der Sperber kann leicht mit dem Habicht verwechselt werden.

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Sperber auf Ast
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Sperber auf dem Baum

Wo liegt der Unterschied zwischen Sperber und Habicht:

Merkmal Sperber Habicht
Größe Kleiner und zierlicher Deutlich größer und kräftiger
Flügel Kurz, aber relativ breit Länger und kräftig
Schwanz Länger, schmaler, wirkt eckig abgeschnitten Breiter und abgerundet
Brustmuster (Jungvögel) Kleine, nach unten gerichtete Dreiecke, teils herzförmig Längsstreifen
Kopf Klein, rundlich, schwach ausgeprägter Überaugenstreif Größer, markanter Überaugenstreif
Fuß | Zehen Sehr filigran, besonders lange Mittelzehe Kräftiger, kompakter Fuß
Beutetiere Hauptsächlich kleinere Vögel Auch größere Beute bis Hasengröße

Wo lebt der Sperber?

 

Lebensraum und Vorkommen:
Der Sperber bewohnt strukturreiche Landschaften mit einem Wechsel aus Wald und offenen Bereichen und kommt in allen Höhenlagen bis zur Waldgrenze vor. Seine Nester baut er bevorzugt am Rand von Nadelwäldern in dichten Jungbeständen, nutzt aber auch Feldgehölze, Parkanlagen und Friedhöfe als Brutplätze. Das Verbreitungsgebiet umfasst ganz Europa, große Teile Asiens sowie Nordafrika. In Österreich zählt der Sperber nach dem Mäusebussard und Turmfalken zu den häufigsten Greifvögeln, erreicht jedoch geringere Siedlungsdichten als diese beiden Arten. Zusätzlich ist er stark auf deckungsreiche Lebensräume angewiesen, die ihm ausreichend Jagdmöglichkeiten auf Kleinvögel bieten.

Lebensweise und Sozialverhalten:
Der Sperber ist in Österreich überwiegend Stand- und Strichvogel. Einige Paare verbleiben ganzjährig im Revier, andere ziehen im Winter ab oder ziehen erst im Vorfrühling in ihr Brutgebiet. Die Revierbesetzung erfolgt meist im Vorfrühling, begleitet von den charakteristischen Balz-„Girlandenflügen“ des Männchens. Trotz Brutplatztreue wird jährlich ein neuer Horst errichtet, meist stammnah in etwa 7 m Höhe. Das Männchen übernimmt die Nahrungsbeschaffung, das Weibchen brütet und versorgt die Jungvögel. Das Weibchen mausert bereits während der Brut, die Männchen später. Die Art ist während der Fortpflanzungsperiode störungsempfindlich.

Was frisst ein Sperber?

Er jagt vor allem kleine Vögel, zum Beispiel Spatzen, Meisen, Finken, Tauben, Elstern und Hasen – also die Arten, die in seinem Lebensraum am häufigsten vorkommen. Das größere Sperberweibchen erbeutet mitunter auch stärkere Tiere als das Männchen. Kleinsäuger spielen in seiner Nahrung dagegen kaum eine Rolle. Ein Sperber braucht etwa zwei bis fünf kleine Vögel am Tag, um satt zu werden.

Feinde & Bedrohungen

Zu den wichtigsten Feinden des Sperbers zählen größere Greifvögel wie der Habicht, der Waldkauz, der Wanderfalke und der Uhu. Auch Marder und Füchse können für ihn gefährlich werden. Darüber hinaus ist der Sperber von mehreren Bedrohungen betroffen: Wenn Wälder, Büsche und Hecken verschwinden, verliert er wichtige Lebensräume. Auf der schnellen Jagd kommt es außerdem immer wieder zu Zusammenstößen mit Fenstern oder Zäunen. Zusätzlich wird der Sperber mancherorts illegal verfolgt.

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Bildquellen für diesen Beitrag: © Pixabay
Autor für diesen Beitrag: V. Toff / Jagdfakten.at

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