
Der Zimmermann unter den Vögeln:
Der Buntspecht verrät sich schon von weitem durch sein Klopfen. Wirklich „bunt“ ist er nicht, aber sein kontrastreiches schwarz-weiß-rotes Gefieder sticht sofort ins Auge. Ob Wald, Park oder Garten – wo Bäume stehen, fühlt er sich zuhause. Mehr spannende Fakten im Steckbrief:
BUNTSPECHT
STECKBRIEF
Name: Buntspecht (Dendrocopos major)
Tierfamilie: Spechte
Größe: 20-25 cm
Gewicht: 60-90 g
Balz: Januar/Februar bis April
Brutdauer: bis zu 13 Tage
Gelege: 4-7 Eier
Alter: bis zu 9 Jahre
Wie sieht ein Buntspecht aus?
Ein Buntspecht ist etwa so groß wie eine Amsel und fällt durch sein auffälliges schwarz-weiß-rotes Gefieder leicht auf.
Die Körperunterseite ist überwiegend hell, nur die Unterschwanzdecken (Federn auf der Unterseite des Schwanzes) leuchten kräftig rot. Auf dem schwarzen Rücken sind zwei große weiße Schulterflecken sichtbar, die Schwungfedern sind schwarz-weiß gebändert. Der Kopf ist an den Seiten weiß mit einem schwarzen Bartstreif. Bei Männchen zeigt der Hinterkopf einen roten Fleck, bei Weibchen fehlt die Rotfärbung. Jungvögel haben einen komplett roten Scheitel und sehen damit dem Mittelspecht etwas ähnlich.
Der Schnabel ist lang, gerade und spitz zulaufend – ein Hackwerkzeug ideal zum Picken von Holz bei der Nahrungssuche oder beim Bau der Bruthöhle. Typisch für Spechte sind auch die spitzen, gebogenen Krallen an den Füßen: Zwei Zehen zeigen nach vorne, zwei nach hinten, sodass sie sich sicher an Baumstämmen festhalten und geschickt klettern können.
Was macht den Buntspecht besonders:
Wo lebt der Buntspecht?
Lebensraum und Vorkommen:
Der Buntspecht ist in Österreich in allen Bundesländern verbreitet und ein Standvogel.
Er kommt vom Tiefland bis ins Hochgebirge vor und ist die häufigste Spechtart bei uns. Bevorzugt lebt er in Laub- und Nadelwäldern, aber auch in Parks, Gärten oder Alleen – überall dort, wo Bäume für Nahrung und Bruthöhlen vorhanden sind. Besonders alte oder tote Bäume mit viel Totholz sind wichtig, da sie Nahrung bieten. Buntspechte sind auch in Siedlungsgebieten anzutreffen und scheuen selbst größere Stadtzentren nicht, solange einzelne Bäume für Bruthöhlen vorhanden sind. Neben Europa kommen sie auch in Teilen Asiens und Nordafrikas vor.
Lebensweise und Sozialverhalten:
Buntspechte sind tagaktiv und klopfen statt zu rufen. Ab Dezember klopfen Männchen besonders lange und häufig, um ihr Revier zu markieren und Weibchen anzulocken. Auch die Weibchen klopfen, um die Männchen auf sich aufmerksam zu machen. Nach der Partnerwahl bauen beide gemeinsam eine Bruthöhle, 30 bis 50 cm tief, mit dem Schnabel.
Sie bewegen sich geschickt an Bäumen: Sie sitzen meist aufrecht an Ästen und laufen Stämme hoch. Wenn sie nach unten wollen, laufen sie niemals mit dem Kopf voran, sondern klettern rückwärts hinunter. Ihr Flug ist wellenförmig, aber sie legen keine großen Strecken zurück und bleiben meist in ihrem Revier. Im Laufe ihres Lebens zimmern sie viele Höhlen, die später auch andere Vogelarten nutzen.
Was frisst ein Buntspecht?
Der Buntspecht ist ein Allesfresser. Von Frühjahr bis Herbst ernähren sich die Vögel vor allem von holzbewohnenden Insekten und deren Larven, die sie mit dem Schnabel unter der Rinde aufspüren. Außerdem fressen sie Früchte und trinken Baumsäfte, indem sie Löcher in die Rinde hacken. Im Winter, wenn Insekten knapp sind, ernähren sie sich von Samen, Nüssen und Beeren. Auch Futterhäuschen werden im Winter gerne angenommen.
Feinde & Bedrohungen
Kleine Raubtiere wie Marder sowie Greifvögel wie Sperber und Habichte oder Waldkäuze und andere Eulen werden vor allem jungen Buntspechten gefährlich. Eine weitere Bedrohung für den Buntspecht ist der Verlust seines Lebensraums. Wenn alte Bäume gefällt werden und es im Wald weniger Totholz gibt, findet er weniger Nahrung und geeignete Plätze für seine Nisthöhlen. Der Buntspecht steht unter Schutz und darf nicht bejagt werden.
UNSERE
LESE-EMPFEHLUNG
Bildquellen für diesen Beitrag: © Pixabay
Autor für diesen Beitrag: V. Toff / Jagdfakten.at
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