23. Februar 2018

Wildschweine in der Rauschzeit

Das Wildschwein in der Rauschzeit

Sie fragen sich, wovon Jäger sprechen, wenn sie von „Rauschzeit“ reden? Sie bezeichnen so die Paarungszeit der Wildschweine.

Die „Rauschzeit“ fällt in der Regel in die Zeit zwischen Oktober und März, wobei die Hauptzeit die Wintermonate November bis Jänner sind. Achten Sie in dieser Zeit besonders auf Ihr Verhalten im Wald, insbesondere wenn Sie Wildschweinen begegnen.

 

LESEN SIE HIER, WORAUF SIE ACHTEN SOLLTEN:

 

Tipps der Jäger

Wildschweine – in der Weidsprache auch „Schwarzwild“ genannt – sind eigentlich nicht gefährlich, normalerweise gehen sie den Menschen aus dem Weg. Wenn ein Wildschwein auf einen Menschen losgeht, dann nur, weil es sich zur Wehr setzt oder weil es den Nachwuchs beschützen will.

Österreichs Jäger warnen daher in der Rauschzeit davor die gekennzeichneten Wege zu verlassen. Prinzipiell ist es ganzjährig untersagt ins Unterholz zu gehen. Aber vor allem in der Zeit, in der Keiler ihre Hierarchiekämpfe austragen, Bachen ihre Frischlinge in Wurfkesseln haben bzw. als führende Bachen unterwegs sind, ist besondere Vorsicht geboten.

Sehr wichtig ist es in der Rauschzeit den Hund nicht ohne Leine im Wald laufen zu lassen. Hunde folgen ihren Instinkten, gehen ins Unterholz und stören dadurch den Naturraum des Schwarzwildes.

 

Was tun, wenn Sie auf Wildschweine treffen:

  • Nicht auf Wildschweine zulaufen oder sie verfolgen
  • Schwarzwild niemals in die Enge treiben
  • Lautes Schreien und hektisches Verhalten vermeiden
  • Sich von den Wildschweinen wegbewegen
  • Wildschweine nie anfassen oder streicheln – erst recht nicht die Frischlinge

Tipps, wie Sie sich verhalten, wenn Ihnen im Wald andere Wildtiere begegnen – lesen Sie hier.

 

ERFAHREN SIE MEHR ÜBER DAS WILDSCHWEIN:

 

Wildschwein – Fakten im Überblick:

Das Wildschwein gehört zur Familie der „echten“ oder „altweltlichen“ Schweine und zur Ordnung der Paarhufer. Damit ist es direkt mit unserem Hausschwein verwandt. Weitere Paarhufer sind zum Beispiel Rinder, Ziegen, Schafe aber auch Hirsche und Antilopen oder Flusspferde und Giraffen.

 

Die wichtigsten Begriffe:

> Männchen: Keiler
> Weibchen: Bache
> Weibchen mit Jungen: Führende Bache
> Junge: Frischlinge
> Jungtiere im 2. Lebensjahr: Überläufer

Bachen erlangen ihre Geschlechtsreife mit acht bis zehn Monaten. Keiler mit zwölf bis achtzehn Monaten. Eine Bache wirft mindestens zwei bis drei, maximal zehn Junge (Frischlinge). Wildschweine werden bis zu 20 Jahre alt und werden bis zum Erwachsenenalter zum stattlichen Schwergewicht:

> Geburtsgewicht der Frischlinge: ca. 300 Gramm
> Frischlinge: bis 45 Kilogramm
> Überläufer: bis 75 Kilogramm
> Keiler und Bache: bis deutlich über 100 Kilogramm

Ein Wildschwein schafft eine Laufgeschwindigkeit von bis zu 50 Kilometer pro Stunde.

 

Sozialverhalten der Wildschweine

Wildschweine leben in Rotten und pflegen ein außerordentliches Sozialverhalten. Mitglieder einer Rotte sind Bachen, Überläufer (weiblich und männlich im 2. Lebensjahr) und Frischlinge. Keiler sind nicht Bestandteil einer Rotte. Sie leben als Einzelgänger und werden nur in der Rauschzeit im Verband geduldet.

In der Rotte selbst herrscht eine strenge Hierarchie und Rangordnung. Sie wird von der Leitbache, zumeist das älteste weibliche Tier mit der meisten Erfahrung, angeführt. Die Leitbache bestimmt praktisch alle wesentlichen Aktivitäten der Rotte: von der Nahrungssuche bis zum Zeitpunkt der Rauschzeit. Stirbt die Leitbache, gibt es in der Regel zwei Möglichkeiten: Entweder es findet sich ein Ersatz in einem Rangkampf, oder die Rotte löst sich auf und die einzelnen Tiere schließen sich anderen Gruppen an.

 

Wildschwein Rauschzeit – wann ist dafür der richtige Zeitpunkt?

Die Rauschzeit kann in unseren Regionen bereits im Oktober beginnen und bis in den März hinein andauern. Der Höhepunkt der Paarungszeit ist im Dezember. Wann die Rauschzeit anfängt, bestimmen die Bachen. Genauer gesagt die jeweiligen Leitbachen der einzelnen Rotten. Diese werden zuerst „rauschig“, dann folgen die älteren Bachen, die Überläuferbachen und zuletzt sogar die Frischlingsbachen.

Diese Abfolge, beginnend mit der Leitbache, wird in der Fachsprache auch Paarungssynchronisation genannt. Die Keiler stoßen erst dann zur Rotte, wenn die Bachen rauschig sind. Wurden alle befruchtungsfähigen Bachen befruchtet, verlässt der Keiler, der prinzipiell das ganze Jahr über paarungsbereit ist, die Rotte wieder.

Nach einer Tragezeit von rund vier Monaten (114 – 118 Tage) kommen die Frischlinge zur Welt. Dafür bauen Bachen sogenannte Wurfkessel, die die neu geborenen Frischlinge nach bereits einer Woche verlassen und ihrer Mutter bei der Nahrungssuche folgen.

 

Hierarchiekämpfe der Keiler

Das Imponiergehabe und der Kampf um die Weibchen ist bei den Wildschweinen klaren Ritualen unterworfen. Es handelt sich um harte Hierarchiekämpfe die erst dann enden, wenn ein Keiler abzieht. Bis es soweit ist, kann es ab und an sogar zu Verletzungen kommen.

In der Regel scharren die Keiler mit den Hinterbeinen, verspritzen Urin und wetzen ihre Kiefer. Häufig bildet sich dabei Speichelschaum am Maul. Die konkurrierenden Keiler umkreisen und beobachten einander, was schließlich in Schulterkämpfe übergeht. Das ist oft ein Zeitpunkt an dem eines der beiden Männchen die Flucht ergreift. Passiert das nicht, kommt es zum echten Kampf: Dabei werden schließlich auch die Eckzähne der Unterkiefer – die Hauer – eingesetzt und mit gezielten Hieben gegen Bauch und Körperseite geschlagen. Blutende Verletzungen stehen dabei an der Tagesordnung.

 

Zu welcher Tageszeit sind Wildschweine aktiv?

Von Natur aus sind Wildschweine tagaktiv, was sich aber auf Grund der immer stärkeren Einflüsse durch die Menschen (Besiedelung, Aktivitäten im Wald) ändert, sodass sie nun mehrheitlich in der Nacht Unterwegs sind. Untertags suchen sie ihre Ruhe abseits der Wege, zum Beispiel im Unterholz. Oft ruhen sie auch in ihren Kesseln die sie fast täglich neu anlegen.

 

Ernährung und Lebensraum

Wildschweine sind Allesfresser, ernähren sich aber dennoch zu einem überwiegenden Teil (bis zu 90 Prozent) von pflanzlicher Nahrung. Sie suchen sich sehr genau aus, was sie fressen. Auf ihrem Speiseplan stehen unter anderem:

  • Gräser und Pilze
  • Wurzeln und Triebe
  • Kräuter und Früchte
  • Würmer, Mäuse und Aas

Mit ihrer Schnauze können sie hervorragend in der Erde wühlen und daher sind auch Blumenzwiebel eine beliebte Nahrung. Wie anpassungsfähig Wildschweine sind, zeigt sich in der Tatsache, dass sie in der Nacht auch in Menschensiedlungen kommen und dort in den Mistkübeln nach Gartenabfällen und Speiseresten suchen.

Zu den absoluten Lieblingsspeisen der Wildschweine gehören jedoch die Früchte von Eichen und Buchen. In Jahren in denen diese beiden Baumarten genügend Früchte tragen, ernähren sich Wildschweine monatelang fast ausschließlich davon. Tragen sie keine, oder nur wenig Früchte, gehen Wildschweine auch auf landwirtschaftlich genutzten Flächen auf Nahrungssuche.

Das ist auch der Hauptgrund, warum Wildschweine so stark bejagt wurden und in Teilen Europas fast ausstarben. Heute gibt es auch für Wildschweine einen klar festgelegten Abschussplan, der vor allem der Aufrechterhaltung des ökologischen Gleichgewichts dient, wie es Österreichs Jäger in ihrem Leitbild festgehalten haben.

Als Lebensraum bevorzugen Wildschweine die heimischen unterholzreichen Laub- und Mischwälder mit ausreichendem Wasservorkommen. Übrigens: Wildschweine sind auch hervorragende Schwimmer.

Gar nicht so selten kreuzen sich die Wege von Menschen und Wildtieren auch in der Stadt. Einblicke in das Wiener Wildtierleben finden Sie hier.

 

 

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