4. Oktober 2016

Darf denn jeder Jäger sein?

Wie viele Jäger gibt es nun eigentlich in Österreich? Und wer kann Jäger werden?

Im Jagdjahr 2015/16 gab es in Österreich ca.123.000 gültige Jagdkarten sowie 13.800 Jagdgastkarten. Das entspricht 1,4 Prozent der österreichischen Bevölkerung. Die Jägerschaft setzt sich aus allen Berufsgruppen und gesellschaftlichen Schichten zusammen. Dass die Jagd kein Privileg eines bestimmten Standes ist, zeigt sich am Beispiel der Berufsstatistiken: Rund 36 % der Jäger sind Arbeiter, Angestellte oder unselbständig Erwerbstätige, 30 % Land- und Forstwirte, 25 % Selbstständige und 9 % Jagd- und Forstpersonal. Der Anteil der Damen liegt derzeit bei rund 6 bis 8 %.

Jäger darf grundsätzlich jeder werden, der die Jagdprüfung erfolgreich ablegt. Außerdem muss er über ein Mindestalter von 18 Jahren (mit besonderer Ermächtigung der Behörde und Erlaubnis der Eltern: 16 Jahren), eine „unbescholtene“ Strafregisterbescheinigung und die Mitgliedschaft in einem österreichischen Landesjagdverband verfügen. Die Mitgliedschaft im Landesjagdverband ist eine Art „Pflichtmitgliedschaft“. Sie hat den Vorteil, dass jedes Mitglied automatisch mit der gültigen Mitgliedschaft jagdhaftpflichtversichert ist (von 750.000 Euro bis 2 Mio. Euro pro Schadensfall, sowohl für Personen- als auch für Sachschäden). Alle Jagdkarteninhaber sind außerdem auch jagdunfallversichert. Die Jagdausbildung dauert rund vier Monate und kostet etwa 750 Euro. Etwa ein Drittel der Kursteilnehmer bei der Jungjägerprüfung sind Frauen.

Da es in jedem Bundesland eine eigene Landesjagdkarte gibt, empfiehlt es sich, die Jagdprüfung in jenem Bundesland abzulegen, in welchem man die Jagd ausüben möchte. Die Jagdprüfung besteht aus zwei Teilen: einem theoretischen und einem praktischen Teil. Für den theoretischen Teil muss man bundesländerunabhängig Folgendes lernen:

  • die für die Ausübung der Jagd maßgebenden Rechtsvorschriften einschließlich der grundlegenden Bestimmungen des Natur-, Tier- und Umweltschutzrechtes sowie des Forstrechtes,
  • die Handhabung, Wirkung und Behandlung der jagdlich gebräuchlichen Waffen und Munition sowie die hierbei zu beachtenden Vorsichtsmaßregeln,
  • die Wildkunde,
  • die Erkennungsmerkmale und die Lebensweise der heimischen Wildtiere,
  • den Jagdbetrieb und die Wildhege sowie die Wechselwirkungen zwischen dem Wild und seiner Umwelt,
  • die wichtigsten Jagdfachausdrücke (Weidsprache) und Jagdgebräuche,
  • die Jagdhundehaltung und Jagdhundeführung,
  • die Behandlung des erlegten Wildes und Wildbrethygiene,
  • die Grundlagen der Ökologie,
  • Grundbegriffe der Land- und Forstwirtschaft sowie
  • die Erste Hilfe bei jagdlichen Unfällen.

Der praktische Teil umfasst im Wesentlichen die Schießprüfung mit Büchse und Flinte.

Die umfassende Ausbildung garantiert, dass Jäger die jagdlichen Aufgaben zum Wohle des Tieres sowie der Natur ausführen können. Oberstes Prinzip ist stets die Weidgerechtigkeit.

Aufgaben des Jägers

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